ADEXA informiert
ADEXA-Gehaltsumfrage 2012
Bitte beteiligen Sie sich!
In regelmäßigen Abständen fragen wir nach wichtigen Basisdaten Ihrer Arbeitsverhältnisse wie Gehalt, Arbeitszeit und Sonderzahlung. Diese Daten benötigen wir für die tarif- und berufspolitische Arbeit von ADEXA.
Ein besonderer Schwerpunkt sind in diesem Jahr die Gehalts- und Arbeitsbedingungen in Sachsen.
Um wirklich aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, brauchen wir eine breite Datengrundlage, also möglichst viele Apothekenangestellte, die an der Umfrage teilnehmen! ADEXA-Mitglieder haben den Fragebogen bereits per Post zugeschickt bekommen. Auch wer nicht Mitglied von ADEXA ist, kann online mitmachen (http://www.adexa-online.de/umfrage2012). Sprechen Sie also bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen darauf an. Die Daten werden vollständig anonymisiert!
Gewerkschaftssitzung in Kassel
ADEXA diskutiert über die Apothekenbetriebsordnung
Welche Auswirkungen hätten die vom Gesundheitsministerium geplanten Änderungen der Apothekenbetriebsordnung auf die Arbeitsbedingungen in den öffentlichen Apotheken? Diese Frage stand im Mittelpunkt der berufspolitischen Diskussion auf der ADEXA-Herbstsitzung am Sonntag in Kassel. Bereits am Samstag waren die beiden Vorsitzenden Barbara Neusetzer und Tanja Kratt vom Beirat für die nächsten fünf Jahre im Amt bestätigt worden. Auch die Mitglieder der ADEXA-Tarifkommission wurden wiedergewählt; zwei neue ehrenamtliche Vertreter kamen dazu.
Barbara Neusetzer und Tanja Kratt werden ihre erfolgreiche Arbeit für die Interessen aller Berufsgruppen in den öffentlichen Apotheken fortsetzen, die sich u. a. in stetig wachsenden Mitgliederzahlen und der Wertschätzung durch die Fachöffentlichkeit und die Gesundheitspolitik niederschlägt. Neben der Tarifpolitik steht hier zum Beispiel die Ausgestaltung des europäischen Netzwerks angestellter Apothekerinnen und Apotheker auf der Agenda. Netzwerkarbeit ist aber auch innerhalb Deutschlands wichtig – sowohl mit anderen Gewerkschaften und Berufsverbänden als auch mit den Standesorganisationen, um gemeinsam den politischen Einfluss für eine sichere Zukunft der Apothekenarbeitsplätze zu stärken. „In Zeiten von AMNOG und Rabattverträgen gibt es zwischen den Tarifparteien durchaus gleichgerichtete Interessen gegenüber der Gesundheitspolitik wie die bessere Honorierung von pharmazeutischen Leistungen“, so Barbara Neusetzer. Eine adäquate Beteiligung der Angestellten wird sich dann im nächsten Tarifergebnis widerspiegeln.
Mit Dank verabschiedet wurde die Berliner Pharmazieingenieurin Antje Hoch, die seit 1990 kontinuierlich in der Tarifkommission von ADEXA aktiv war. Von 1993 bis 2000 gehörte sie auch dem Bundesvorstand der ADEXA-Vorgängerorganisation BVA an. „Ihr Engagement sucht wirklich seinesgleichen“, so Tanja Kratt. „Zwei Jahrzehnte hat sie sich ehrenamtlich für die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt, für ihre Rechte gekämpft und mit dafür gesorgt, dass sich Arbeitsbedingungen und Gehälter verbessern.“
Keine Demontage der Vollapotheke!
Nachdem am Samstag mit Wahlen und Haushaltsdebatte zwei zentrale Sitzungspunkte absolviert waren, stand der Sonntag ganz unter dem Eindruck des Referentenentwurfs zur Apothekenbetriebsordnung.
„Wir wollen flächendeckend die Vollapotheke mit dem gesamten Leistungsspektrum inklusive Rezeptur, Labor und Notdienst erhalten“, so die einhellige Meinung der ADEXA-Aktiven. Der Patient müsse weiterhin in jeder Apotheke Qualität und umfassende pharmazeutische Leistungen erwarten können. Filialapotheken ohne Rezeptur und Bereitschaftsdienst seien aber nicht nur aus Patientensicht bedenklich, sondern würden auch immer mehr Arbeitsplätze zur Schmalspur-Stelle degradieren.
ADEXA spricht sich außerdem dafür aus, den Personalbedarf der Apotheken mit bestimmten Personalschlüsseln festzulegen. Es kann nicht sein, dass manche Apotheken beispielsweise mit einem Apothekenleiter und sechs PKA dauerhaft arbeiten – ein ordnungsgemäßer Betrieb ist so nicht gewährleistet.“ Die Kontrollen seien je nach Kammerbezirk und Pharmazierat recht unterschiedlich und teilweise zu lasch, so die Erfahrung von ADEXA-Landesvorsitzenden.
Die Sitzungsteilnehmer lehnen die geplante Neuregelung ab, wonach nichtpharmazeutisches Personal bei der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln, für die ein QMS erforderlich ist, eingesetzt werden darf. Dies würde eine Aufweichung der beruflichen Kompetenzen von pharmazeutischen und nichtpharmazeutischen Mitarbeiterinnen bedeuten, die von keiner Seite gewollt sein kann.
Diskutiert wurde weiterhin eine Informations- und Beratungspflicht für das gesamte pharmazeutische Personal (§ 20 Abs. 1) und die geplanten Auflagen für die Beratung beim Botendienst.
Die Ergebnisse werden in die Stellungnahme von ADEXA einfließen, die bis zum 18. November an das Bundesgesundheitsministerium geschickt wird.
Ausblick auf 2012
Die nächste Gewerkschaftssitzung ist vom 20.-22. April 2012 in Hamburg geplant. Am 21. April wird – ähnlich wie in diesem Jahr in Köln – ein ADEXA-Erlebnis- und Gewerkschaftstag mit Fortbildungsprogramm und berufspolitischen Informationen für alle Mitglieder und interessierten Nichtmitglieder stattfinden.
Dr. Sigrid Joachimsthaler
ADEXA-Newsletter
Schneller informiert sein
Schon gewusst? ADEXA bietet Ihnen einen Newsletter, für den Sie sich auf der Website www.adexa-online.de anmelden können. Damit sind Sie immer auf dem Laufenden, was das Tarifgeschehen, berufspolitische Kommentare aus Arbeitnehmersicht oder wichtige arbeitsrechtliche Informationen angeht.
Was erwartet Sie? In der Regel wird der ADEXA-Newsletter mit zwei bis drei aktuellen Beiträgen einmal pro Woche versandt. Bei wichtigen Ereignissen wie einem Tarifabschluss können Sie mit einem Sonder-Newsletter rechnen.
Es ist ganz einfach: Auf der Website finden Sie unter „Service“ das Online-Formular zum Newsletter-Abonnement. Am besten gleich anmelden unter www.adexa-online.de/newsletter – so verpassen Sie in Zukunft keine unserer Meldungen.
Website bietet Mehrwert
Für Mitglieder wird auf der ADEXA-Website noch mehr geboten: Nach dem Login stehen unter anderem aktuelle Themen der Rechtsberatung und Steuertipps zur Verfügung. Ein weiteres Plus: Sie können nach Herzenslust im Archiv der Mitgliederzeitschrift „Spektrum“ schmökern und recherchieren – die Hefte der letzten Jahre stehen komplett zum Download bereit.
Schauen Sie vorbei – bis bald auf www.adexa-online.de!
Dr. Sigrid Joachimsthaler
Michael van den Heuvel
ADEXA: Tarifverhandlungen mit der TGL-Nordrhein gescheitert
Hamburg, 4. April 2011
Trotz entsprechender Verhandlungsangebote von ADEXA setzt die Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) Nordrhein ihren Alleingang fort. Nachdem kein tragfähiger Vorschlag eingegangen ist, erklärt ADEXA die Verhandlungen für den Tarifbereich Nordrhein jetzt für gescheitert.
Die TGL hatte 1,5 Prozent des Gehalts als leistungsabhängige Prämie angeboten, wollte das Grundgehalt aber lediglich um 0,5 Prozent anheben. Für Angestellte ist das nicht tragbar. „Als Gewerkschaft verfolgen wir zwei Tarifziele“, so Tanja Kratt, Zweite Vorsitzende von ADEXA. „Zum einen müssen die Kolleginnen und Kollegen einen Ausgleich für ihre steigenden Lebenshaltungskosten erhalten, zum anderen soll die gestiegene Arbeitsleistung honoriert werden, die den Mitarbeitern durch AMNOG, Rabattverträge u. a. abverlangt wird. Ein halber Prozentpunkt reicht dafür definitiv nicht aus.“
Die leistungsabhängige Komponente (LOB) ist aus Sicht von ADEXA keine ernstzunehmende Alternative. Denn dafür hatte die TGL als Kriterien einseitig vor allem Abverkaufszahlen in den Vordergrund gestellt, was ADEXA bereits bei den Verhandlungen 2009 als unakzeptabel abgelehnt hatte. Kratt: „Es kann nicht angehen, dass Chefs ihre Angestellten nur nach Umsatz bewerten dürfen. Heilberufler werden so zu Schubladenziehern degradiert. “ Dies hatte damals einen LOB-Vertrag zum Scheitern gebracht. „Es ist deshalb nicht richtig, wenn die TGL in der Presse von einem gemeinsam entwickelten LOB-Modell spricht“, betont Tanja Kratt.
Gleichzeitig lässt die TGL-Nordrhein die Apothekenleiter in Nordrhein bei der Umsetzung im Regen stehen: Die Faktoren im Leistungsbewertungsbogen hätten lediglich „Empfehlungscharakter und werden nicht festgeschrieben“, heißt es in einem TGL-Schreiben. Die Durchführung läge „in der Hand der Apothekenleitung, die die Verantwortung für die Unternehmensziele, die Durchführung und die Finanzierung trägt“. Für ADEXA ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel. „Eine LOB-Bewertung nach diesem Verfahren erweckt den Anschein, dass die TGL sich aus der Affäre ziehen will“, so Tanja Kratt.
Nordrhein: bald Fachkräftemangel
„Mit der aktuellen Tarifpolitik tut sich die TGL selbst keinen Gefallen“, unterstreicht Barbara Neusetzer, Erste Vorsitzende von ADEXA. „Wir erwarten, dass sich viele Angestellte aus Nordrhein Arbeit in Westfalen-Lippe, Niedersachsen bzw. Hessen suchen werden.“ In diesen angrenzenden Kammerbezirken gilt der bundesweite* Tarifvertrag.
Der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) hat erkannt, wie wichtig qualifizierte Angestellte für die Zukunft der öffentlichen Apotheken sind. Trotz des AMNOG-Sparzwangs einigten sich ADA und ADEXA bereits vor Monaten auf eine Erhöhung der Gehälter um 2,0 Prozent zum 1. Januar 2011. Und ab 2012 leisten Arbeitgeber im Geltungsbereich des Tarifvertrags erstmals verpflichtende Zuschüsse von 10,00 bis 27,50 Euro im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Obwohl der Kammerbezirk Nordrhein im Schnitt nicht stärker unter den Sparpaketen der Bundesregierung leidet, schloss sich die TGL dem Vertragswerk nicht an. Damit forciert die TGL wissentlich die Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften.
Auch mit langfristigen Folgen ist in Nordrhein zu rechnen: ABDA-Zahlen zufolge geht mittelfristig jeder fünfte Apotheker in Rente. Neusetzer: „Junge Leute überlegen mittlerweile genau, ob sie den beruflichen Weg in Richtung öffentliche Apotheke einschlagen: Eine anspruchsvolle Ausbildung bei schlechtem Gehalt und schlechten Rahmenbedingungen – das passt nicht zusammen.“
ADEXA hat nun das Ende der Friedenspflicht erklärt. Barbara Neusetzer: „Die Konsequenzen hat der Vorstand der TGL zu tragen. Sein LOB-Konzept kann er in jedem Fall „beerdigen“.“
* Ausnahme Sachsen und Nordrhein
ADEXA mit neuem Internetauftritt
„Modern und nutzerfreundlich“
Herzlich willkommen bei adexa-online.de! Die Website der Apothekengewerkschaft bietet seit heute ein völlig neues Bild und neue Angebote: „Unsere Internetpräsenz ist ein wichtiges Aushängeschild sowohl für Mitglieder als auch für Nichtmitglieder unter den Apothekenangestellten – und darüber hinaus für den beruflichen Nachwuchs, für Journalisten, (Berufs)Politiker, Apothekenleiter und andere Nutzer. Dieses Aushängeschild haben wir jetzt generalüberholt, um allen Website-Besuchern die Nutzung zu erleichtern und den Aufenthalt durch eine moderne Optik so angenehm wie möglich zu machen“, so ADEXAs Erste Vorsitzende Barbara Neusetzer. „Dazu gehört auch eine weitgehend „barrierefreie“ Gestaltung, die für Menschen mit eingeschränkter Sicht hilfreich ist.“
Neu: Exklusiver Mitgliederbereich
Eine wichtige Neuerung für die ADEXA-Mitglieder ist ein passwortgeschützter Login-Bereich. Dort finden sich unter anderem alle Tarifverträge und Musterarbeitsverträge, eine umfangreiche Sammlung von Rechtsthemen, die letzten Jahrgänge der Mitgliederzeitschrift „Spektrum“ zur Recherche, steuerliche Auskünfte und einiges mehr. „Der Mitgliederbereich schafft einen echten Mehrwert für alle Kolleginnen und Kollegen, die sich gewerkschaftlich organisieren – und dadurch einfach besser informiert sind“, freut sich Barbara Neusetzer. Nutzernamen und Passwort haben die ADEXA-Mitglieder zusammen mit einem Rundschreiben in den letzten Tagen erhalten.
Informationen zu den vier ADEXA-Fachgruppen – ApothekerInnen, PI, PTA und PKA – sind unter „Berufe“ zu finden, und die Seiten für den Berufsnachwuchs unter „Ausbildung & Beruf“.
In der Rubrik „Europa“ hat das europäische Netzwerk für angestellte Apotheker in öffentlichen Apotheken eine eigene Seite bekommen, ebenso wie das Netzwerk für europäische PTA-Gewerkschaften und Verbände.
Wir laden Sie herzlich ein, sich ein Bild von unserer neuen Website zu machen und freuen uns über Ihre Rückmeldung an presse@adexa-online.de.
Tarifabschluss für 2011
2,0 Prozent mehr Gehalt ab Januar
Hamburg, 29. Dezember 2010
Mit Wirkung zum 1. Januar 2011 haben ADEXA und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) einen neuen Gehaltstarifvertrag mit einer Erhöhung der Gehälter um 2,0 Prozent abgeschlossen. Darüber hinaus ist ein Tarifvertrag zur arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge unterschrieben worden, der am 1. Januar 2012 in Kraft tritt. Dort sind erstmalig verpflichtende Arbeitgeberzuschüsse von 10,00 bis 27,50 Euro vertraglich vorgeschrieben. Außerdem wurden Änderungen im Bundesrahmentarifvertrag vorgenommen.*
Die Tariferhöhung gilt ebenso für die Auszubildenden in Apotheken. Dabei konnte für die Pharmazeuten im Praktikum eine außerordentliche Erhöhung der Vergütung im ersten Halbjahr erreicht werden. Hier beträgt die Vergütung jetzt – in Anlehnung an den im Oktober erhöhten BAföG-Höchstsatz – 670,- Euro (bisher 619,- Euro).
„ADEXA hat damit den Arbeitsplatz öffentliche Apotheke für den Berufsnachwuchs ein Stück attraktiver gemacht“, kommentiert Tanja Kratt, Zweite Vorsitzende der Apothekengewerkschaft. „Aufgrund der drohenden Einbußen durch das AMNOG ist der Abschluss sehr moderat ausgefallen, stellt aber gleichzeitig sicher, dass die Belastung nicht auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgewälzt wird und die Gehälter adäquat angehoben werden. ADEXA trägt so dafür Sorge, dass der Apothekenbereich nicht zum Niedriglohnsektor wird, denn dann gäbe es bald kein qualifiziertes Personal mehr. Qualität hat ihren Preis!“
Im neuen Bundesrahmentarifvertrag wurde festgelegt, dass Notdienste nicht länger als 24 Stunden dauern dürfen. ADEXA hat außerdem erreicht, dass das gesamte pharmazeutische Personal sechs Tage Bildungsurlaub in zwei Jahren erhält. Dieser Anspruch galt bisher nur für Approbierte.
*Diese Tarifverträge gelten für alle Kammerbezirke mit Ausnahme von Sachsen und Nordrhein.
Kontakt:
Tanja Kratt
ADEXA, Zweite Vorsitzende
Tel./Fax 0 43 28/72 26 30
E-Mail: tarife@adexa-online.de