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Husten
Arten von Husten
Erkältungshusten
Bei der Mehrzahl von grippalen Infekten tritt Husten auf, und zwar in der ersten Phase als
Trockener Reizhusten,
der sich als erste Reaktion auf das Eindringen von Viren entwickelt. Zwar soll ein milder Hustenreiz dazu beitragen, die Eindringlinge wieder los zu werden. Allerdings kann der Reizhusten sehr lästig werden; zu kräftiges Husten kann selbst zu einem die Schleimhaut schädigenden Faktor werden.
Nach zwei bis drei Tagen wird der Husten produktiv, ein
Husten mit Auswurf oder verschleimter Husten.
Auch diese Art des Hustens ist sinnvoll, sofern der abzuhustende Schleim eher dünnflüssig ist und die eingedrungenen Keime mit ihm ausgeworfen werden können.
Häufig sitzt der Schleim so fest, dass er durch Abhusten nicht nach außen befördert wird. Fest sitzender Schleim bildet einen ausgezeichneten Nährboden für eindringende Keime, beispielsweise Bakterien.
Chronischer Entzündungshusten
Jahrelanges Rauchen führt zu einer chronischen Bronchitis. Die Dauerreizung führt zu einer Entzündung der Bronchialschleimhaut, die mit einer erhöhten Schleimproduktion antwortet.
Rauchern sollte man unbedingt ein Angebot auf Nikotinentwöhnung mit Hilfe eines Nikotinpflasters oder -kaugummis aus der Apotheke machen.
Bei Hinweisen auf eine chronische Bronchitis darf die Empfehlung eines Arztbesuchs nicht fehlen!
Wann zum Arzt?
Empfehlen Sie einen Arztbesuch:
- Bei schon länger anhaltendem Reizhusten
- Bei Schmerzen beim Husten oder Atmen
- Bei Atemnot, Pfeif- oder Rasselgeräusche beim Atmen
- Bei gelblich-grünlichem oder eitrigem oder mit Blut vermischtem Auswurf
- Bei Fieber bei Erwachsenen
ferner
Bei Kindern unter 2 Jahren
Bei älteren Kindern mit einer Temperatur unter 38 Grad, ohne Einschränkung ihrer Ess-, Trink- oder sonstigen Lebensgewohnheiten und einer Hustendauer unter einer Woche kann Selbstmedikation versucht werden (Achtung: bei plötzlich einsetzendem, starkem Husten an einen verschluckten Fremdkörper denken!)
Schwangeren
Expertenseite "Wann zum Arzt" - Begründungen für den vorgeschlagenen Arztbesuch
Therapeutische Ziele
Eine Hustentherapie möchte die lästigen Symptome lindern, das heißt
- das Abhusten erleichtern und
- den Bronchialschleim verflüssigen (dies gilt für die Expektoranzien)
ferner
- den Hustenreiz lindern
- die Schleimhaut beruhigen
- Hustenanfälle - vor allem nachts - verhindern (dies gilt für die Antitussiva)
Günstig wäre es, tagsüber den Schleim zu verflüssigen und nachts den Hustenreiz zu lindern, um besser durchzuschlafen.
Folgende arzneilichen Wirkungen helfen, um die genannten Ziele zu erreichen:
- Arzneistoffe verbessern die Durchblutung der Schleimhäute
- Arzneistoffe fördern die Sekretverflüssigung
- Arzneistoffe wirken entspannend auf die Bronchien (Bronchospasmolyse)
- Arzneistoffe stimulieren die immunologischen Abwehrmechanismen
- Arzneistoffe wirken entzündungshemmend
In der Summe soll auf diese Weise auch das Risiko für eine drohende bakterielle Besiedlung der Atemwege ("Superinfektion") verringert werden.
Mögliche Risiken
Allgemein gilt:
Expektoranzien gehen eher auf den Magen, da sie die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes reizen können bzw. auch dessen Schleim verflüssigen. Bei Präparaten mit ätherischen Ölen vermutet man, dass die expektorierende Wirkung in den Atemwegen über die Reizung der Magenschleimhaut durch einen Reflex ausgelöst wird.
Antitussiva besitzen eher zentrale Wirkungen, wo sie die Aufmerksamkeit beeinträchtigen können und so die Reaktionsfähigkeit herab setzen. Autofahrer sollten also vorsichtig sein!
Außerdem wäre eine zu starke Dämpfung des Hustenzentrums unerwünscht - schließlich zählt der Hustenreiz zu den sinnvollen Schutzmechanismen gegen eindringende Keime. Allerdings ist eine annähernd vollständige Unterdrückung des Hustenreizes mit einer atemdepressiven Wirkung bei den üblichen Dosierungen nicht zu erwarten.
Achtung! Mögliche Wechselwirkung!
ACC darf nicht gemeinsam mit einer Reihe von Antibiotika eingenommen werden; es ist ein zeitlicher Abstand von 2 Stunden einzuhalten. Dies gilt für Penicilline, Cephalosporine und Aminoglykoside.
Einnahmehinweise
Husten- und Erkältungsmittel immer mit viel Flüssigkeit einnehmen.
Hustenstiller und Schleimlöser nicht gemeinsam, sondern nur
- entsprechend den auftretenden Symptomen z.B. zu Beginn den Hustenstiller,
- nach Auftreten von zähem Schleim den Schleimlöser
- auf jeden Fall zeitlich getrennt
einnehmen. Also beispielsweise den Schleimlöser früh und mittags, abends den Hustenstiller.
Allgemein gilt: Den trockenen Reizhusten sollte man dämpfen, den fest sitzenden Schleimhusten muss man lösen.
Ein erkältungsbedingter Husten verschwindet im allgemeinen nach spätestens zwei Wochen; falls nicht, sollte der Arzt die Situation abklären.
Dies gilt auch, wenn sich das Allgemeinbefinden verschlechtert, oder Rassel- oder Pfeifgeräusche in der Lunge auftreten.
Zusatz- und Komplettverkäufe
Bei Erkältungskrankheiten sollten immer, d.h. wirklich bei jedem Kunden, Zusatzangebote angesprochen werden!
Legen Sie sich Ihr persönliches oder noch besser das im Apothekenteam abgesprochene Repertoire an Erkältungsprodukten zurecht:
- Produkte zum Inhalieren und Inhalatoren
- Erkältungssalben (Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern mit Eukalyptus, Menthol)
- Erkältungsbäder
- Husten- oder Erkältungstees
- Vitamine, insbesondere Vitamin C, Multivitaminpräparate und Zink
- Duftöle
- Homöopathika
- Immunstimulanzien
- hochwertige Bonbons mit Pflanzenextrakten für zwischendurch
Denken Sie an den üblichen Verlauf von erkältungsbedingtem Husten:
Zunächst tritt während der ersten drei Tage ein trockener Reizhusten auf, im Rahmen der Entzündung bildet sich anschließend vermehrt ein zäher, schlecht abzuhustender Schleim.
Manchmal hat der ursprünglich produktive Husten die Schleimhäute so gereizt, dass nur noch ein unproduktiver, schädlicher Reizhusten bleibt, der natürlich nicht mehr sinnvoll ist.
Bieten Sie also stadiengerecht einen Schleimlöser und einen Hustenstiller an, dabei darf allerdings der Hinweis nicht fehlen, die Präparate nur bei entsprechenden Symptomen und zeitlich getrennt einzunehmen.
Beschriften Sie die Packungen, eventuell mit "am Tag" und "zur Nacht".
Wie steht es mit den üblichen Begeleitsymptomen, die früher oder später bei fast jeder Erkältung auftreten, wie Schnupfen, Gliederschmerzen, Halsschmerzen?
Ist der Kunde für weitere Familienmitglieder, eventuell für Kinder bevorratet, ist die Hausapotheke vorbereitet, wenn die Erkältung von einem zum anderen überspringt?
Klagt Ihr Kunde über Raucherhusten?
In diesem Fall sollten Sie unbedingt ihre Unterstützung beim Aufhören anbieten. Die Apotheken haben eine Reihe von Raucherentwöhnungsmitteln anzubieten, wie z.B. Nikotinpflaster oder -kaugummis.
Expertenseite "Wann zum Arzt" - Begründungen für den vorgeschlagenen Arztbesuch
Schwangere: vor der Einnahme von Arzneimitteln während der Schwangerschaft muss immer der erwartete Nutzen gegen ein mögliches Risiko abgeschätzt werden. Dies gilt auch für "Erkältungsmittel", die allgemein als risikoarm betrachtet werden. Diese Aussage trifft auf die Expektoranzien zu. Bei den chemisch definierten Antitussiva sollte darüber hinaus besondere Vorsicht walten.
Ein Husten,
- der ohne Erkältungsanzeichen aufgetreten ist
- der unüblich heftig erscheint
- der von ungewöhnlichen Symptome begleitet wird
- der länger als 2 bis 3 Wochen andauert
sollte wegen der Möglichkeit einer schwer wiegenden Erkrankung vom Arzt abgeklärt werden.
Zu denken wäre an
- eine bakterielle Infektion (eventuell Lungenentzündung)
- die echte Virusgrippe
- eine chronische Bronchitis
- Asthma
- Herzschwäche bei Rasselgeräuschen
- einen Tumor im Bereich der oberen Atemwege oder der Lunge
Expertenseite: "Schleimlöser und Expektoranzien"
Expektoranzien sollen das Bronchialsekret verflüssigen und seinen Transport nach oben in Richtung Speiseröhre fördern. Dadurch werden die Selbstreinigungsmechanismen der Atemwege unterstützt und das Abhusten übermäßigen bzw. fest sitzenden Schleims erleichtert.
Eine Einteilung in Sekretolytika (regen die Schleimbildung an und wirken schleimverflüssigend), Sekretomotorika (fördern den Abtransport des Schleims durch Stimulation der Zilientätigkeit) und Mucolytika (wirken schleimspaltend und damit ebenfalls schleimverflüssigend) hilft in der Praxis nicht viel weiter, da die eingesetzten Pflanzenstoffe mehrere Wirkkomponenten besitzen und sich die genannten Wirkqualitäten nicht voneinander abgrenzen lassen.
Neben den chemisch definierten Stoffen ACC und Ambroxol zählt man folgende pflanzlichen Stoffklassen zu den Schleimlösern und Expektoranzien:
- ätherische Öle (Thymian, Eukalyptus, Anis, Fenchel, Pfefferminze)
- Saponine (Primel, Efeu)
Expertenseite: "Hustenstiller und Antitussiva"
Antitussiva setzen die Häufigkeit und die Intensität der Hustenstöße herab, indem sie den Hustenreflex unterdrücken. Hauptansatzpunkt chemisch definierter Stoffe ist das zentrale Nervensystem.
Pflanzliche Schleimdrogen lindern lokal den Husteneiz, wie z.B.
- isländisch Moos
- Spitzwegerich
- Huflattich
Eine krampflindernde, bronchospasmolytische Wirkung wird - neben den expektorierenden Eigenschaften - folgenden Pflanzen zugesprochen:
- Sonnentau
- Efeu
- Thymian
Chemisch definierte, ohne Rezept erhältliche Antitussiva sind Dextromethorphan und Pentoxyverin.