Nur zehn Arzneimittel verursachen zwölf Prozent der Kosten

Arzneimittel Bild: Gundolf Renze - Fotolia.com

Lediglich zehn Arzneimittel sind für rund 12 Prozent der GKV-Fertigarzneimittel-Ausgaben verantwortlich. Das offenbart der GKV-Arzneimittelindex des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für das Jahr 2016. Zu den umsatzstärksten Fertigpräparaten zählen insbesondere moderne Immunmodulatoren, neue Antikoagulanzien und antivirale Medikamente.

Die Top Ten der Teuersten

Angeführt wird die Top Ten der umsatzstärksten Fertigpräparate 2016 vom Immunmodulator Humira®. An zweiter Stelle steht das Antithrombotikum Xarelto®. Den dritten Platz belegt der Immunmodulator Enbrel®. Es folgen die Medikamente Harvoni® (gegen Hepatitis C), das Antikoagulans Eliquis®, das Ophthalmikum Lucentis® (gegen altersabhängige Makuladegeneration – AMD), das Antikrebsmittel Revlimid®, das MS-Präparat Copaxone® und das AMD-Präparat Eylea®. Den Abschluss bildet an zehnter Stelle das Antikoagulans Clexane®.

Elfmal teurer als der Durchschnitt aller verordneten Arzneimittel

Mit diesen zehn umsatzstärksten Arzneimitteln wurden im vergangenen Jahr 4,1 Milliarden Euro netto umgesetzt. Das entspricht rund 12 Prozent des gesamten GKV-Nettoumsatzes von 33,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig hatten diese zehn Arzneimittel bei den verordneten Tagesdosen nur einen Marktanteil von 1,1 Prozent. Doch mit einem durchschnittlichen Tagesdosispreis von 9,35 Euro waren sie elfmal teurer als der Durchschnitt aller Arzneimittel.

Generika sollen Kostensenkung bringen

GKV-Experten hoffen jedoch auf zukünftige Entlastung bei den Arzneimittelkosten. Sie bauen auf günstigere Generika oder Biosimilars. So gibt es beispielsweise für Enbrel® (Wirkstoff Etanercept) bereits seit Februar 2016 mit Benepali® ein biosimilares Produkt. Ähnliches gilt für Copaxone® (Wirkstoff Glatirameracetat). Hierzu steht mit Clift® seit September 2016 eine generische Alternative zur Verfügung. Für Humira® hat die europäische Zulassungsbehörde vor Kurzem das erste Biosimilar genehmigt.

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (Wido)

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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