Parkinson-Diagnose mittels Hauttest

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Neurologen werten es als einen Meilenstein: Erstmals ist es Forschern gelungen, die Parkinson-Erkrankung über eine kleine Hautprobe festzustellen. Und zwar noch Jahre bevor sich die typischen Bewegungsstörungen zeigen. Die neuen Erkenntnisse könnten nun den Einstieg in neue Therapieforschungen ermöglichen. Man hofft, zukünftig schon viel früher in den Krankheitsprozess eingreifen zu können.

Bisher kommt Diagnose zu spät

Etwa 200.000 Menschen in Deutschland leiden an der Parkinson-Krankheit. Sie ist damit nach der Alzheimer-Demenz die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Bisher wird eine Parkinson-Diagnose meist erst sehr spät gestellt. In der Regel erst dann, wenn schon das Zittern begonnen hat, der Betroffene in seinen Bewegungen steifer und langsamer geworden ist. Doch im Gehirn hat bis zu diesem Zeitpunkt schon ein jahrelanges Nervenzellsterben stattgefunden. Deshalb ist es auch so schwierig, wirkungsvolle Therapien zu entwickeln. Denn die abgestorbenen Nervenzellen sind unwiederbringlich verloren.

Risikopatient frühzeitig identifiziert

Weltweit arbeiten daher zahlreiche Forschergruppen daran, die Parkinson-Krankheit früher zu erkennen. Nun sind deutsche Wissenschaftler aus Würzburg und Marburg auf diesem Weg offenbar einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Sie identifizierten einen Biomarker in der Haut: das Protein mit dem Namen Alpha-Synuclein. Es lagert sich in den feinen Nervenenden der Haut ab. Der Nachweis gelang den Parkinson-Forschern bei Risikopatienten. Sie wiesen die sogenannte REM-Schlafverhaltensstörung auf. Diese gilt als charakteristisches Frühsymptom der Parkinson-Krankheit. Die Schlafstörung äußert sich in aggressiven Träumen und auffälligen Bewegungen im Traumschlaf. Etwa 85 Prozent der Betroffenen entwickeln innerhalb von 15 bis 20 Jahren tatsächlich eine Parkinson-Erkrankung.

Unspezifische Frühsymptome

Daneben gibt es weitere, aber sehr unspezifische Frühsymptome, die darauf hinweisen können, dass sich möglicherweise eine Parkinson-Krankheit entwickelt. Dazu gehören ein verschlechterter Geruchssinn, Depressionen und Verdauungsstörungen. Nun hofft man, mit dem Alpha-Synuclein-Nachweis einen diagnostischen Marker gefunden zu haben, mit dem sich zukünftig Patienten in der Frühphase eines Morbus Parkinson identifizieren lassen.

Ziel: früh eingreifen und Parkinson stoppen

Wichtig ist es, dass die Methode leicht anwendbar ist. Für den Alpha-Synuclein-Nachweis muss man lediglich eine Hautprobe in der Größe von fünf Millimetern entnehmen. Die Forscher sehen mit der Möglichkeit der frühen Diagnose auch die Chance gekommen, nach neuen Therapiemöglichkeiten zu forschen. So will man nach Medikamenten suchen, die den Krankheitsprozess eventuell aufhalten können.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG)

 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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