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Good-Aging und Prävention im Alter: Mehr Lebensqualität mit Mikronährstoffen

von

Uwe Gröber

Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen

www.mikronaehrstoff.de

 

„Die sicherste Methode alt zu werden

ist möglichst lange zu leben!“

 

Prävention und Good-Aging haben im Grunde genommen vergleichbare Ziele: die Vorbeugung von Krankheiten sowie die Verlängerung der beschwerdefreien und leistungsfähigen Lebenszeit. Bei beiden Ansätzen stellt der personalisierte Einsatz von Vitaminen und anderen Mikronährstoffen einen wichtigen Baustein effektiver Präventionsmaßnahmen dar.

 

Während in Deutschland zu Beginn des letzten Jahrhunderts der Anteil der über 60-Jährigen noch 5% betrug, sind es gegenwärtig bereits 24% und für das Jahr 2030 wird mit bis zu 38% der Bevölkerung gerechnet, die das 60.Lebensjahr überschritten haben. Die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe bilden die über 80-Jährigen, von denen derzeit in Deutschland an die 3 Millionen leben. Nach aktuellen Schätzungen werden es im Jahre 2050 etwa 8 Millionen sein. Mit der gestiegenen Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten auch die Anzahl multimorbider Menschen gewachsen, die auf eine komplexe und regelmäßige Arzneimitteltherapie angewiesen sind. Insbesondere ältere Menschen stellen aufgrund ihres häufig nur unzureichenden Ernährungsstatus und des hohen Risikos für Arzneimittel-induzierte Störungen des Vitamin- und Mineralststoffhaushaltes eine besonders gefährdete Personengruppe dar.

 

Mikronährstoffdefizite bei älteren Menschen

 

Altern ist ein progressiver, biologischer und zeitabhängiger Prozess, der sich im Spannungsfeld der Erbanlagen, vielfältiger Umwelteinflüsse und Lebensstilfaktoren entwickelt. Nach der modernern Altersforschung kann der Mensch gegenwärtig ein maximales Alter von etwa 115 Jahren erreichen  (siehe Tab.1). Lebensverlängerung ist allerdings nicht immer gleichbedeutend mit Lebensqualität, aber gerade Lebensqualität und Vitalität machen das Alter lebenswert!

 

Tab.1: Maximale Lebenserwartung verschiedener Spezies

Spezies

 

Maximale Lebenserwartung

Homo sapiens

115

Elefant (Asien)

60

Gorilla

55

Schimpanse

50

Grizzlybär

35

Hund

20

Kaninchen

15

Ratte

4

 

Im alternden Organismus kommt es zu zahlreichen physiologischen Veränderungen in Geweben und Organen, die mit einer Abnahme der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit verbunden sind. Zu den wichtigsten Einflussgrößen auf die Lebensqualität und Vitalität des älteren Menschen zählt neben der körperlichen und geistigen Mobilität sein Ernährungs- und Mikronährstoffstatus. Die gegenwärtige Gleichstellung des Mikronährstoffbedarfs jüngerer und älterer Menschen seitens der nationalen Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (Bsp.: 200 I.E. Vitamin D3/Tag für Personen im Alter von 1 bis 65) dürfte den besonderen Anforderungen an die Lebenssituation im Alter nicht gerecht werden. Typische Symptome von Altersschwäche wie zum Beispiel nachlassende geistige Fitness, Muskelschwäche, Infektanfälligkeit und/oder ein schlechter Allgemeinzustand sollten demnach häufiger labordiagnostisch hinterfragt und nicht als altersbedingte Stoffwechselschwäche hingenommen werden. Oft verbirgt sich hinter diesen unspezifischen Befindlichkeitsstörungen und Symptomen bei älteren Menschen eine unzureichende diätetische Versorgung mit Mikronährstoffen (Tab.2).

 

Tab.2: Kritische Mikronährstoffe im Alter

Vitamine

Vitaminoide

Mineralstoffe

Spurenelemente

Vitamin D3 (Cholecalciferol)

Vitamin B12 (Cyanocobalmin)

Folsäure

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Niacin/-amid

Vitamin C

Coenzym Q10 (Ubichinon/-ol)

Calcium

Magnesium

Kalium

Selen

Zink

Eisen

Jod

 

Schätzungen zufolge leiden in Krankenhäusern zwischen 30 und 65% und in Pflegeheimen bis zu 40% der älteren Menschen an Mangelernährung. Zu den Konsequenzen einer Mangelernährung im Alter zählen vor allem eine Beeinträchtigung der Immunkompetenz, eine deutliche Verzögerung der Rekon-valeszenz sowie ein erhöhtes Risiko für Begleit- und Folgekomplikationen. Im Hinblick auf die Mikronährstoffversorgung sind die Ergebnisse verschiedener Studien, wie zum Beispiel der SENECA- (2600 Senioren, Alter: 80-85 Jahre, nicht hospitalisiert) und der Bethanien-Studie (300 Senioren, Alter: 75-97, hospitalisiert), besorgniserregend. So wiesen 47% der Untersuchten in der SENECA-Studie einen Mangel an Vitamin D3 (25-Hydroxy-D3 < 30 nmol/l) und 23,3% an Vitamin B6 auf. In der Bethanien-Ernährungsstudie hatten 48% der Patienten einen Mangel an Vitamin C (Vitamin-C-Plasmaspiegel: ~ 28,4 µmol/l), 27% an Vitamin B1, 22% an Vitamin A, 16% an Vitamin B6, 9% an Vitamin B12 und 16% an Folsäure.

 

Ursachen für eine schlechte Mikronährstoffversorgung im Alter

 

Neben der alterstypischen Beeinträchtigung des Magen-Darm-Traktes können zahlreiche weitere Faktoren, insbesondere falsche Ernährungsgewohnheiten, Arzneimitteltherapie, psychosoziale Probleme (z.B. Einsamkeit, depressive Verstimmung) sowie altersphysiologische Veränderungen (z.B. Verringerung des Geruchs- und Geschmackssinns) zu einer Störung des Mikronährstoffhaushaltes beitragen (Tab.3).

 

  • Fokus: Vitamin B12

Altersabhängige Stoffwechselveränderungen, die zu einer Abnahme der Magensaftbildung und bakteriellen Besiedlung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori (atrophische Gastritis) führen, können die diätetische Verwertung von Vitamin B12 und Folsäure erheblich beeinträchtigen. Über 40% der Senioren weisen eine derartige Verwertungsstörung von Vitamin B12 durch eine atrophische Gastritis auf.

 

  • Fokus: Vitamin D3 und Calcium

Im Alter lässt die Fähigkeit nach über die Haut Vitamin D3 aus Cholesterin zu bilden. Auch die Resorptionsquote an Calcium aus dem Darm nimmt mit zunehmendem Alter ab. Nach aktuellen Studien dürfte ein unzureichender Vitamin D3-Status (25-OH-Vitamin D3 im Serum < 75 nmol/l) ein wichtiger Risikofaktor bei der Entwicklung zahlreicher chronischer Erkrankungen sein:

  • Atemwegserkrankungen (z.B. Erkältung, Grippe)
  • Osteoporose
  • Infektionen, Immunschwäche
  • kardiovaskulärer Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, plötzlicher Herztod) und
  • Krebserkrankungen (z.B. Kolon-, Mamma-, Ovarial-, Prostatakarzinom)

Vitamin D3-Mangel (25-OH-Vitamin D3 < 75 nmol/l) ist auch mitverantwortlich für die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten im Alter, insbesondere der oberen Atemwege. Eine guter Vitamin-D3-Status (25-OH-Vitamin D3 im Serum: 80-160 nmol/l) scheint das Risiko für die Entwicklung altersbedingter Erkrankungen und Störungen des Immunsystems vorzubeugen wie eine aktuelle Studie aus England zeigt. Bei 2.160 Frauen zwischen 18 und 79 Jahren wurden dafür die 25-OH-Vitamin D3-Werte im Serum gemessen und anschließend mit der Länge der Telomere ihrer weißen Blutkörperchen verglichen. Die Länge der Telomere in den Leukozyten ist ein prognostischer Faktor für altersbedingte Erkrankungen. Telomere fungieren im Zellinneren sozusagen als eingebaute „Lebenszeituhr“, die jede Zellerneuerung mitzählen. Nach der Anpassung an das jeweilige Alter der Frau und Korrektur störender Faktoren zeigte sich, dass Frauen mit einer guten Vitamin D3-Versorgung generell längere Telomere haben. Ein guter Vitamin D3-Status war in dieser Studie gegenüber einem Vitamin D3-Mangel (25-OH-Vitamin D3: 40 nmol/l) mit einem deutlichen Überlebensvorteil, geringeren Anfälligkeit für Infekte und Entzündungen verbunden.

 

Tab.3: Risikofaktoren und Ursachen für einen Mikronährstoffmangel im Alter

 

Risikofaktor/Ursache

Betroffene Mikronährstoffe

Ernährung/Lebensstil

 

Fehlernährung: Zu viel Fett, Zucker, Salz, zu wenig frische pflanzliche Lebensmittel, Ballast- und Mikronährstoffarm (z.B. Fertiggerichte), unregelmäßige Nahrungsaufnahme

Betrifft alle Mikronährstoffe

Auswahl, Lagerung und Zubereitung von Lebensmittel (z.B. Weichkochen)

Betrifft alle Mikronährstoffe

Mangelhafte Nährstoffversorgung in Alters- und Pflegeheimen (z.B. Kantinenessen)

Betrifft alle Mikronährstoffe

Geringe Sonnenlichtexposition

Vitamin D

Fleischarme Ernährung

Eisen, Zink, Vitamin B12, Vitamin B1

Altersphysiologische Veränderungen

 

Appetitlosigkeit (auch medikamentös bedingt), reduzierter Kalorienbedarf durch Verringerung des Grundumsatzes, bei erhöhtem Mikronährstoffbedarf (z.B. Vitamin D3, Calcium)

Betrifft alle Mikronährstoffe

Veränderungen des Zahnstatus, Kau-, Schluckbeschwerden

Betrifft alle Mikronährstoffe

Verringerung des Geruchs- und Geschmackssinn

Betrifft alle Mikronährstoffe

Abnahme der Hautdicke, geringerer 7-Dehydrocholesterol-Gehalt der Haut

Abfall der körpereigene Vitamin D3-Synthese

Hormonelle Veränderungen (Sexualhormone)

Calcium, Vitamin D, Magnesium

Verminderte Anzahl von Vitamin-D-Rezeptoren in der intestinalen Mukosa

Störung der Vitamin D3- und Calcium-Resorption

Sub- bzw. Anazidität des Magens, unzureichende Bildung von Magensaft (HCl, Pepsinogen)

Vitamin B12, Folsäure, Calcium, Eisen, Zink

Erhöhte oxidative Belastung

Vitamin C, Tocopherole/-trienole, Carotinoide, Selen

Arzneimitteltherapie (siehe Tab. 5)

 

Erforderliche Dauermedikation infolge Multimorbidität

Betrifft alle Mikronährstoffe

Chronische Erkrankungen (Auswahl)

 

Erkrankungen des Verdauungstraktes (z.B. atrophische Gastritis, Infektion mit Helicobacter pylori, Ulzera)

Vitamin B12 (bis zu 40% der Personen > 60 Jahre haben als Folge einer atrophischen Gastritis subklinischen Vitamin B12-Mangel), Folsäure, Eisen, Zink

Diabetes mellitus-Typ 2

B-Vitamine, Magnesium, Vitamin C/E, Zink, Chrom

Erkrankungen des ZNS (z.B. Demenz, Alzheimer, Depressionen, Parkinson)

Betrifft alle Mikronährstoffe

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Hypertonie)

Betrifft alle Mikronährstoffe

Akute/chronische Entzündungen und Infektionen

Betrifft alle Mikronährstoffe

Tumorerkrankungen

Antioxidativ und immunstabilisierende Mikronährstoffe (z.B. Selen, Vitamin D3)

Psychosoziale und soziale Faktoren

 

Armut (z.B. geringe Rente), Vereinsamung, soziale Isolation, Depressionen, Demenz

Betrifft alle Mikronährstoffe

 

Psychische und physische Beeinträchtigungen: Lebensqualität

 

Im medizinischen Alltag ist mit einer breiten Grauzone altersbedingter Störungen des Mikronährstoffhaushaltes zu rechnen, die sich primär durch eine fehlende oder unspezifische Symptomatik auszeichnen und nur selten durch manifeste Mangelsymptome zu erkennen geben. Symptome wie Abgeschlagenheit, Antriebsarmut, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Schwäche werden daher gerne dem fortgeschrittenen Lebensalter zugeschrieben.

 

Ein fehlendes klinisches Bild sollte jedoch nicht mit einer ausreichenden Versorgung gleichgesetzt werden, da latente Mangelzustände bei älteren Menschen rasch in einen klinisch manifesten Mangel übergehen können, wenn der Organismus größeren Belastungen (z.B. grippaler Infekt) ausgesetzt ist. Subklinische Mikronährstoffmängel können sich dementsprechend durch eine Vielzahl physischer und psychischer Symptome bemerkbar machen (siehe Tab.4) und die Lebensqualität und Vitalität älterer Menschen erheblich einschränken.

 

Tab.4.: Symptome einer unzureichende Mikronährstoffversorgung im Alter

Symptom

Mangel/erhöhter Bedarf an Mikronährstoff

Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit und der Gedächtnisleistung

Vitamin B12, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E, Riboflavin

Alterspigmente (Lipofuszinablagerungen) in der Haut durch erhöhte oxidative Belastung und Mangel an Antioxidanzien

Carotinoide, Vitamin E, Selen

Antriebsarmut, Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Eisen, Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin D, Magnesium, Kupfer

Appetitlosigkeit, Geruchs- und Geschmacksstörungen

Zink, B-Vitamine

Störungen der Augenfunktion, Augen-erkrankungen (z.B. AMD)

Lutein, Zeaxanthin, Vitamin C, Vitamin E, Zink

Depressive Stimmungslage

Folsäure, Vitamin B12, Vitamin D, Vitamin C

Emotionale Labilität, erhöhte Reizbarkeit

Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C

Gewichtsverlust

Zink

Herzmuskelschwäche

Vitamin B1, Magnesium, Coenzym Q10

Infektanfälligkeit

Vitamin D3, Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B6, Eisen

Störungen des Knochenstoffwechsels, Osteoporose

Vitamin D3, Calcium, Vitamin K, Zink, Kupfer

Muskelschwäche, erhöhte Sturzrate

Vitamin D3, Calcium, Magnesium

 

Alter: Multimorbidität und Medikation

 

In Anbetracht der Tatsache, dass ältere Personen häufig bereits ohne die Einnahme von Arzneimitteln einen schlechten Mikronährstoffstatus aufweisen, verdient die adäquate Versorgung mit bioaktiven Nährstoffen unter der Medikation besondere Aufmerksamkeit. Multimorbidität führt im Alter zwangsläufig immer zur Polypharmakotherapie. Im Durchschnitt nehmen 65-Jährige und ältere Personen regelmäßig 2 bis 3, über 80-Jährige täglich 4 bis 6 verschiedene Arzneimittel ein. Mit jedem zusätzlich eingenommenen Medikament steigt das Risiko für Arzneimittel-induzierte Störungen des Mikronährstoffhaushaltes. Eine Vielzahl von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (z.B. Appetitverlust, Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen) kann die allgemeine Nahrungsaufnahme und damit die dietätische Versorgung mit Mikronährstoffen stören.

 

Hinzu kommt, dass viele Arzneimittel von den Betroffenen mehrmals täglich eingenommen werden müssen. Allein die Menge der verschiedenen Kapseln, Tabletten und Dragees kann sich nachteilig auf den Appetit und die Nahrungsaufnahme auswirken. Multimorbide ältere Patienten mit einer hohen Medikamenteneinnahme sind daher von einer Unterversorgung mit Mikronährstoffen besonders bedroht (siehe Tab.5). Zur Vermeidung Arzneimittel-induzierter Mikronährstoffmängel empfiehlt es sich bei älteren Menschen regelmäßig den Mikronährstoffstatus labordiagnostisch zu erfassen und kritische Mikronährstoffe gezielt, auf die individuelle Medikation und das jeweilige Krankheitsbild zugeschnitten zu supplementieren.

 

Tab. 5: Im Alter häufig eingesetzte Arzneimittel, die zu Störungen des Mikronährstoffhaushaltes führen können

Arzneimittelgruppe

Arzneistoff

Mangel an

Antazida und Säureblocker

Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol)

Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D3

Antidiabetika, orale

Metformin

Vitamin B12, Folsäure

Antirheumatika

Methotrexat

Folsäure

Glucocorticoide

Prednisolon, Dexamethason, etc.

Vitamin D, Calcium, Vitamin C

Diuretika

Thiazide (z.B. Hydrochloro-thiazid)

Magnesium, Kalium, Folsäure, Zink

 

Schleifendiuretika (z.B. Furosemid)

Magnesium, Kalium, Calcium, Folsäure, Vitamin B1

Laxanzien

Bisacodyl

Kalium, Magnesium, Calcium, Folsäure

Lipid- und Cholesterinsenker

Statine (z.B. Lovastatin)

Coenzym Q10

Psychopharmaka

Amitryptilin, Imipramin

Riboflavin

 

Gesundes Altwerden ist eine lebenslange Aufgabe. Zur Erhaltung guter Gesundheit und Vitalität ist daher schon in jungen Jahren auf eine gesunde Lebensführung (Nicht Rauchen, wenig Alkohol, regelmäßige körperliche Aktivität) und ausreichende Versorgung mit essentiellen Mikronährstoffen zu achten. Zur Optimierung des Stoffwechsels und Prävention im Alter sollte vor allem auf eine gute Versorgung mit Vitamin D3, Vitamin B12, Folsäure, Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) und Magnesium geachtet werden (Tab.6).

 

Tab.6: Die wichtigsten Mikronährstoffe für mehr Lebensqualität im Alter

Mikronährstoff/-gruppe

Wirkungen/Effekte

Dosierung pro Tag

Tipps/Kommentar



Vitamin D3 (Cholecalciferol)

 

 

  • Stabilisierung des Immunsystems, Reduktion von Atemwegsinfekten
  • Verbesserung der Muskelkraft und –koordination
  • Osteoporose-Prophylaxe, Reduktion von Zahnverlust
  • Stärkung von Herz und Kreislauf

 



1.000-3.000 I.E. Vitamin D3 (plus 1.000 mg Calcium täglich)

 

 

  • Vitamin D3 sollte bei älteren Menschen 1x pro Jahr (im Winter) labordiagnostisch kontrolliert werden
  • Bei Einnahme sollte auf eine gute Versorgung mit Calcium, Magnesium und Zink geachtet werden.



Vitamin B12, Folsäure

 

  • Verbesserung der Hirnleistung, antidepressive Wirkung
  • Vorbeugung altersbedingter Hirnatrophie
  • Reduktion von Homocystein (Risikofaktor für Demenz, Osteoporose und Schlaganfall)
  • Reduktion von Nitrostress



100-1000 µg Vitamin B12,

 0,6-1 mg Folsäure

 

  • Kontrolle des Homocysteinspiegels
  • Bei älteren Personen sollte wegen der schlechten Resorption 100 µg Vitamin B12/d ergänzt werden
  • Bei Vitamin B12-Mangel empfiehlt sich initial die intramuskuläre Applikation. 



Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)

 

  • Verbesserung der Hirnleistung, antidepressive Wirkung
  • Regulation des Neurotransmitterstoffwechsels
  • Stabilisierung des Immunsystems
  • Entzündungshemmung

 



1000 - 2000 mg Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)

 

 

  • Immer mit Antioxidanzien wie Vitamin E, C, Selen und Coenzym Q10 kombinieren!
  • Nur die regelmäßige Einnahme ist sinnvoll!
  • Basen-reiche, lacto-vegetabile Kost verbessert Schutzwirkung

 

Literaturempfehlung:

Gröber, U, Prävention statt Reparaturmedizin – Mehr Lebensqualität mit Mikronährstoffen. Hirzel Verlag, Stuttgart, 2010 (erscheint im Frühjahr 2010).