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Tipps zur Ernährungserziehung von Kindern

Schon früh wird geprägt, was ein Kind später gerne essen wird und was es kategorisch ablehnt. Auch Rituale rund um das Essen werden schon in früher Kindheit verinnerlicht. Mit der Geburt übernimmt ein Kind nach und nach die familiäre Esskultur. Dabei spielen Emotionen eine große Rolle.

Das individuelle Ess- und Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise beeinflusst werden. So trägt das gemeinsame Einkaufen, Vor- und Zubereiten von Mahlzeiten in der Familie beispielsweise dazu bei, einem Kind einen gesundheitsbewussten Lebensstil zu vermitteln. Durch solche emotionalen Erlebnisse wird eine emotionale Bindung erreicht, die das Essverhalten stabilisiert. Kochen Sie deshalb möglichst oft selbst und gemeinsam mit der Familie. Führen Sie bei Ihren Mahlzeiten zu Hause feste Zeiten ein und versammeln Sie dabei möglichst alle Familienmitglieder um den Tisch. Eine gute Unterhaltung und der gemeinsame Genuss des Essens prägt gesundes Essverhalten, die Kinder lernen, dass das gemeinsame Essen in der Familie nicht nur geselliges Beisammensein ist, sondern Abwechslungsreichtum bietet, Spaß macht und schmeckt.

Decken Sie den Tisch öfter mal so, dass es eine Freude für die Augen ist. Kerzen, Servietten und Blumen sorgen schnell für eine schöne Atmosphäre, die sich auch auf die (größeren) Kinder überträgt. Richten Sie die Speisen auf den Tellern schön an und vergessen Sie nicht eine kleine Dekoration. Schließlich „isst das Auge mit“! Kinder lernen so, dass Essen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern auch Genuss. Und den kann man länger genießen, wenn man langsam isst, statt das Essen in kürzester Zeit herunter zu schlingen.

Binden Sie die Kinder bereits frühzeitig aktiv ein bei den Vorbereitungen des Essens (Einkaufen, Tisch decken, Gemüse schneiden, Kartoffeln schälen). Und probieren Sie häufiger mal etwas Neues aus, damit die Geschmacksnerven nicht "einschlafen".

"Die Augen sind größer als der Magen" - das ist typisch für kleine Kinder. Deswegen sollte man aber nicht verlangen, dass sie den "Teller leer essen" und ihr natürliches Empfinden für Sättigung ignorieren. Akzeptieren Sie, dass Kinder nicht jeden Tag gleich viel essen. Bringen Sie ihm bei, den Teller nicht zu voll zu laden, besser sind mehrmals kleine Portionen. Dann bleibt auch nichts übrig.

Es hat sich bewährt, Kindern gesunde Lebensmittel (nicht Süßigkeiten, Chpis etc.) in der unmittelbaren Umgebung häufig verfügbar und frei zugänglich zu machen - etwa einen Obstkorb auf den Tisch zu stellen. Kontraproduktiv sind allerdings Zwang oder ständige Aufforderung davon zu essen. Einen positiven Effekt können Eltern nur erwarten, wenn auch sie sich am Obstkorb bedienen. Nur was sie selbstverständlich vorleben, wird von den Kindern übernommen.

Als wenig erfolgreich haben sich Strategien erwiesen, unerwünschte Lebensmittel wie Cola, Schokolade oder Pommes gänzlich zu verbieten. Dadurch gewinnen sie erst recht an Attraktivität, gegen eine kleine Portion Süßes nach dem Essen oder zu besonderen Anlässen ist aber nichts einzuwenden.

Durch Schleckereien als Trost oder Belohnung werden bereits im frühen Kindesalter Verhaltensweisen eingeübt, die sich später als negativ erweisen. Der (werdende) Erwachsene hat dann immer noch die Erfahrung gespeichert, „wenn es dir schlecht geht, nimm dir etwas zu essen“. Kummerspeck ist die Folge. Essen oder Nicht-Essen sollte einzig und allein von Hunger- und Sättigungsgefühl abhängig gemacht und nicht als Mittel zur Erziehung eingesetzt werden.

Zur Entwicklung eines positiven Körpergefühls muss auch der natürliche Bewegungsdrang von Kindern gefördert werden. Natürlich ohne dabei gleichzeitig Leistungsdruck in bezug auf sportliche Bestleistungen aufzubauen. Und wie auch in anderen Bereichen des Familienlebens, sind die Eltern auch beim Essenlernen und Bewegungsverhalten die wichtigsten und besten Vorbilder.

Dr. Eva-Maria Schröder, Ernährungswissenschaftlerin