30.01.2012

Arzneimittel & Co

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig neue Arzneistoffe, Arzneimittel und Medizinprodukte vor. Zudem informieren wir Sie über wichtige Änderungen bei bekannten Produkten. 

PTAheute 3-2012

Neue Arzneimittel mit bekannten Wirkstoffen

Zoely® 2,5 mg / 1,5 mg

Das neue hormonelle Kontrazeptivum Zoely® 2,5 mg / 1,5 mg ist seit Kurzem erhältlich. Das monophasisch kombinierte Kontrazeptivum in Tablettenform ist verschreibungspflichtig und enthält 2,5 mg Nomegestrolacetat und 1,5 mg Estradiol-Hemihydrat. Nomegestrolacetat ist ein Gestagen, das von dem natürlich vorkommenden Steroidhormon Progesteron abgeleitet ist. Es hat eine antigonadotropine, antiestrogene und auch eine moderat antiandrogene Wirkung. Estradiol-Hemihydrat ist ein natürliches Estrogen.

Die kontrazeptive Wirkung von Zoely beruht auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren, wobei die Ovulationshemmung und die Veränderung des zervikalen Sekrets als die wichtigsten anzusehen sind.

Ein Blister des Arzneimittels enthält 24 weiße, wirkstoffhaltige Filmtabletten und 4 gelbe Placebo-Filmtabletten. Sie werden während 28 aufeinanderfolgenden Tagen täglich, möglichst zur gleichen Zeit und unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Jeder Zyklus beginnt mit der Einnahme von 24 weißen Tabletten, gefolgt von 4 gelben Placebotabletten. Wenn ein Blister aufgebraucht ist, wird ohne Unterbrechung direkt mit dem nächsten angefangen, unabhängig davon, ob eine Abbruchblutung eingesetzt hat oder nicht. Die Blutung setzt normalerweise zwei bis drei Tage nach der Einnahme der letzten weißen Tablette ein und kann noch anhalten, wenn der nächste Blister angebrochen wurde.

Hersteller: MSD Sharp & Dohme GmbH

Orlistat-ratiopharm®

Das neue apothekenpflichtige Generikum Orlistat-ratiopharm® enthält pro Kapsel 60 mg des Wirkstoffes Orlistat und ist in Packungsgrößen mit 42 Stück (PZN 8845398) bzw. mit 84 Kapseln  (PZN 8845406) erhältlich (Original-präparat: alli). 

Bei Orlistat handelt es sich um einen sogenannten Lipase-Hemmer, der die Resorption von Nahrungsmittelfetten aus dem Darmlumen begrenzt. Das Arzneimittel wird zur Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit Übergewicht (BMI ≥ 28 kg/m²) angewendet und in Zusammenhang mit einer kalorien- und fettreduzierten Kost eingesetzt. Während der Einnahme von Orlistat sollte der Patient eine möglichst ernährungsphysiologisch ausgewogene, leicht hypokalorische Kost zu sich nehmen, deren Kalorienanteil aus ca. 30 % Fett besteht. Die Einnahme von fettarmer Nahrung senkt die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen wie Blähungen, fettigem Stuhl oder dem Abgang von öligem Sekret.

Die Dosis für Erwachsene beträgt 3-mal täglich eine Kapsel. Sie sollten unmittelbar vor, während oder bis zu einer Stunde nach jeder Hauptmahlzeit mit Wasser eingenommen werden. Falls eine Mahlzeit ausgelassen wird oder sie kein Fett enthält, kann auf die Einnahme von Orlistat verzichtet werden. Die Behandlungsdauer sollte sechs Monate nicht überschreiten. Außerdem wird empfohlen, vor dem Schlafengehen ein Multivitaminpräparat mit den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K einzunehmen, um einem Mangel vorzubeugen. 

Das Arzneimittel darf nicht von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden.

Hersteller: ratiopharm GmbH

Ibuprofen STADA® Suspension

Seit Anfang des Jahres ist die apothekenpflichtige Ibuprofen STADA® Suspension (PZN 9424322) erhältlich. Die Zubereitung schmeckt nach Kirsche, enthält pro Milliliter 40 mg Ibuprofen und wirkt analgetisch, antipyretisch und antiphlogistisch. Ibuprofen wird zur kurzzeitigen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie beispielsweise Kopf- und Zahnschmerzen sowie bei Fieber eingesetzt. Es zählt zu den nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) und hemmt die Cyclooxygenasen und damit die Synthese der Prostaglandine, Thromboxan A2 und auch Prostacyclin. 

Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht: Kinder mit einem Körpergewicht von 8 – 9 kg nehmen maximal 4-mal täglich 1,25 ml ein, Kinder zwischen 10 und 15 kg bekommen maximal 3-mal täglich 2,5 ml, Kinder von 16 – 19 kg erhalten 3-mal täglich 5 ml und Kinder von 30 – 39 kg maximal 4-mal täglich 5 ml. Jugendliche und Erwachsene ab 40 kg Körpergewicht bekommen als Einzeldosis 5 – 10 ml, die maximale Tagesdosis liegt hier bei 30 ml. Nicht angewendet werden darf das Arzneimittel für Kinder unter sechs Monaten bzw. unter 8 kg Körpergewicht. Die Einnahme sollte während oder nach den Mahlzeiten erfolgen. Dabei ist es wichtig, die Flasche vor Gebrauch kräftig zu schütteln. Die Suspension ist lactosefrei.

Hersteller: STADApharm GmbH

Lacteol® Kapseln

Seit Kurzem ist mit Lacteol® Kapseln (PZN 2064033) ein neues apothekenpflichtiges Arzneimittel zur sympto-matischen Behandlung von Durchfallerkrankungen, die nicht organischen Ursprungs sind, erhältlich. Sie enthalten  inaktivierte Lactobazillen und die in das Kulturmilieu ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte von Lactobazillus-Kulturen.

Lactobazillen sind Bestandteil der natürlichen Darmflora des Menschen. Sie produzieren aus der Glucose der Nahrung Milchsäure und schaffen so ein leicht saures Milieu im Darm, das vor Viren und Bakterien schützt. Ist dieses Milieu gestört, kann es zu Durchfall kommen. Die Kapseln enthalten pro Stück 10 Milliarden gefriergetrocknete Milchsäurebakterien (Lyophilisat), inaktiviert in ihrem Kulturmedium. Sie stimulieren die Immunabwehr der Darmschleimhaut und unterstützen sie bei der Erholung. In Labortests zeigte sich eine stimulierende Wirkung des Wirkstoffes auf Teilung und Wachstum der säurebildenden Darmbakterien sowie eine bakteriostatische Wirkung auf darmpathogene Erreger.

Bei akutem Durchfall nehmen Erwachsene und Kinder am ersten Tag dreimal täglich eine Kapsel, danach täglich zweimal eine Kapsel. Die Kapseln werden unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen, die Einnahme sollte nach dem Abklingen der Beschwerden noch zwei Tage lang fortgesetzt werden. Außerdem ist eine zusätzliche Rehydrations-Therapie besonders bei Kindern überaus wichtig.

Die Kapseln sind in Packungseinheiten mit 10 Stück als sowie als 30er-Packung erhältlich.

Hersteller: G. Pohl-Boskamp GmbH 

Paracetamol-ratiopharm® 75 mg

Seit Januar sind die neuen Paracetamol-ratiopharm® 75 mg Zäpfchen (PZN 9263913) erhältlich, die zur symptomatischen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen und / oder Fieber eingesetzt werden. Paracetamol hemmt die Prostaglandinsynthese und wirkt so analgetisch, antipyretisch und sehr schwach antiphlogistisch. Der Wirkstoff wird in Abhängigkeit vom Körpergewicht dosiert, in der Regel mit 10 bis 15 mg / kg Körpergewicht als Einzeldosis und bis maximal 60 mg / kg Körpergewicht als Tagesgesamtdosis. Die Zäpfchen sind zur Behandlung von Neugeborenen und Kleinkindern von 3 bis 6 kg Körpergewicht zugelassen. Dabei erhalten Säuglinge ab 3 kg maximal 2 Zäpfchen täglich, Babys zwischen 4 und 5 kg täglich maximal 3 Zäpfchen und Kinder zwischen 5 und 6 kg maximal 4 Zäpfchen täglich. Die Zäpfchen sollten möglichst nach dem Stuhlgang angewendet und tief in den After eingeführt werden. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit können sie bei Bedarf kurz in der Hand angewärmt oder in warmes Wasser getaucht werden.

In einer Packungseinheit sind 10 Zäpfchen enthalten.

Hersteller: ratiopharm GmbH

Mundhygiene

Listerine® Smart KidzTM

Seit Januar ist mit Listerine® Smart KidzTM eine neue Mundspül-Lösung für Kinder ab 6 Jahren erhältlich. Sie ist in den Geschmacksrichtungen Beere (PZN 9492950) und Minze (PZN 9493004) erhältlich und enthält weder Alkohol noch Zucker. Bei der Anwendung zieht die Lösung Speisereste an, färbt diese ein und macht sie beim Ausspülen im Waschbecken sichtbar. So können die Kinder erkennen, was die Zahnbürste nicht erreicht hat.

Hersteller: Johnson & Johnson GmbH

Hinweise zu Arzneimitteln

Zum 1. Januar 2012 ist das Versorgungsstrukturgesetz in Kraft getreten. Es ermöglicht den gesetzlichen Krankenversicherungen größere Spielräume bei der Erstattung von Arzneimitteln. Ab sofort können die Kosten für vom Arzt verordnete verschreibungsfreie, aber apothekenpflichtige Präparate, von der Krankenkasse übernommen werden. Ob und in welcher Höhe die einzelnen Krankenkassen die Kosten übernehmen, muss vom Patienten bei der jeweiligen Kasse direkt erfragt werden. Voraussetzung für eine Rückerstattung der Kosten ist die Vorlage eines Privat- oder Grünen Rezepts mit der entsprechenden Verordnung zusammen mit der Apothekenquittung.

Quelle: Schaper & Brümmer GmbH & Co. KG

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