25.03.2008
Topthema
PTAheute 7-2008
Leitfaden für die Naturheilkunde - Therapien, die wir in der Apotheke empfehlen können
Thema des Monats April

von Andrea Lübke, Jülich
Natürliche Heilmethoden beziehen die Umwelt nicht nur über die Heilkraft der Pflanzen, der Wirkung von Edelsteinen, Wasser, Luft und Sonne mit ein. Auch der eigene Körpereinsatz in Form von Bewegung ist gefragt, ebenso wie technische Möglichkeiten Form von Musik und Farblichtern. Die Naturheilkunde unterstützt das körperliche Wohlbefinden, beugt Krankheiten vor und kann Linderung bei bereits bestehenden Beschwerden verschaffen. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen Therapien vor, zu denen wir in der Apotheke besonders ausführlich Beratung anbieten können.
Aromatherapie
In der Aromatherapie können Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch Düfte geheilt werden. Ätherische Öle, die durch Wasserdampfdestillation aus Pflanzen gewonnen werden, wirken über das limbische System im Gehirn und lösen damit angenehme Stimmungen aus. Dadurch wird der gesamte Organismus positiv beeinflusst. Die Öle können in Duftlampen, Bädern, Kompressen und Massageöl verwendet werden. Wichtig ist die Qualität der Essenzen. 100% reines ätherisches Öl ist zwar teurer, aber auch wertvoller und wirkungsvoller als verdünnte Mischungen. Natürliche Öle haben das volle Wirkungsspektrum der jeweiligen Pflanze im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Ölen. GesundheitPro hat ausführliche Informationen über Wirkungsweisen und Nebenwirkungen zusammengetragen:
www.gesundheitpro.de/Aromatherapie-Therapien-A050829ANONI013700.html.
Bachblütentherapie
Auch die Essenzen der Bachblüten können auf die Stimmungslage des Menschen wirken. Auf diese Weise lassen sich körperliche Beschwerden, die durch ein seelisches Tief hervorgerufen wurden, mit entsprechenden Blütenextrakten behandeln. Man kann sie sogar selbst herstellen, indem man die Blüten einige Stunden in der vollen Sonne in reinem Quellwasser stehen lässt und sie dann abseiht. Zur besseren Haltbarkeit werden sie schließlich noch mit reinem Alkohol versetzt. Bachblüten werden in Mineralwasser verdünnt eingenommen. Es können bis zu sieben verschiedene Blütenessenzen gleichzeitig angewendet werden. Auch die äußerliche Behandlung mit Salbe oder als Vollbad ist möglich. Wie die sanften Heiler vielfältig bei Mensch und Tier eingesetzt werden können, berichtet die Seite www.bach-blueten-therapie.de. Hier gibt es auch Erfahrungsberichte und einen Selbsttest, der es ermöglicht, eine individuelle Bachblütenmischung zusammenzustellen.
Blutegel-Therapie
Schon seit mehr als 2000 Jahren wird diese Therapie bei Venenleiden, Arthrose und Tinnitus eingesetzt. Auch vergiftete Bissstellen wurden damit behandelt. Nachdem die Blutegel-Therapie aus der Mode gekommen war, spielt sie nun in der aktuellen Medizin wieder eine Rolle. Sie wird nicht nur bei den genannten Erkrankungen angewendet. Die Blutegel regen verstärkt die Durchblutung z. B. bei re-implantierten Fingern an. Details über den Hirudo medicinalis unter www.blutegel.org.
Eigenblutübertragung
Diese Therapie wird seit fast 100 Jahren praktiziert. Dabei werden dem Patienten 2-4 ml Blut aus der Vene entnommen und wieder zurück in die Muskulatur gespritzt. Dieser Vorgang soll die Abwehrkräfte mobilisieren. Dem Blut können auch homöopathische Präparate oder Ozon beigemischt werden. Listen von Experten und Informationen zur Anwendung der Eigenbluttherapie unter www.gesundheitkompakt.de .
Entspannungstherapien
Das Angebot an Entspannungsmethoden ist sehr vielseitig, sodass man sie auf seine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt auswählen kann. In der Apotheke können wir sie zwar nicht anbieten, aber als Alternative zu Beruhigungsmitteln empfehlen. Beliebt sind:
Autogenes Training, Meditation, Yoga und die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen. Aber auch mit Hilfe von Musik, Saunabesuchen oder speziellen Massagen z. B. Shiatsu, kann eine ganzheitliche Entspannung herbeigeführt werden. Weitere Therapien und Literatur dazu unter www.heilverzeichnis.de/therapie/278/Entspannungstherapien-Entspannungstraining.
Homöopathie
Ähnliches mit Ähnlichem heilen, das ist der Leitspruch der Homöopathie. Stoffe, die eine bestimmte Krankheit hervorrufen, werden schrittweise verdünnt und verlieren dadurch ihre Giftigkeit. Gleichzeitig gewinnen sie an Wirkung, weil sie bei der Verarbeitung dynamischer werden. Ein Arzneistoff wird mit einer festen oder flüssigen Trägersubstanz verrieben oder verschüttelt. Dieser Vorgang heißt Potenzierung. Obwohl diese Therapie allgemein gut verträglich ist, muss bei Schwangerschaft, Allergien und Alkoholkrankheit mit Vorsicht behandelt werden. Die Deutsche Homöopathische Union hat ein interessantes Kundenmagazin mit spannenden Geschichten rund um die Homöopathie anzubieten (www.dhu.de/seiten/akt_themen/kd_magazin_0108.htm).
Heilfasten
Wenn man seinen Körper von belastenden Stoffen befreien und gleichzeitig sein Immunsystem stimulieren möchte, ist Heilfasten eine probate Therapie. Dabei wird über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen auf feste Nahrung verzichtet. Ziel des Fastens ist allerdings nicht eine Gewichtsreduktion, sondern eine Entschlackung des Körpers. Sinnvoll wäre eine anschließende Ernährungsumstellung. Mehr Informationen rund um das Fasten in seinen verschiedenen Formen findet man unter www.heilfastenkur.de.
Achtung: Vor dem Fasten muss man sich intensiv informieren und den Arzt befragen. Nicht jeder darf fasten!
Enzymtherapie
Bei der Enzymtherapie werden die Stoffwechselvorgänge durch Enzyme, also Eiweißstoffe, beeinflusst. Auf diese Weise kann man Krankheiten vorbeugen und behandeln. Enzyme steuern wichtige chemische Reaktionen im Körper. Da sie die Selbstheilungskräfte mobilisieren, werden sie z.B. unterstützend bei der Behandlung von Tumorerkrankungen, Entzündungen, Infektionen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Die Firma Mucos hat ausführliche Informationen zur Enzym-Therapie zusammengestellt: www.mucos.de/home .
Nosoden
Der Idee nach ist die Nosodentherapie eine Mischung aus dem Impfprinzip und der Homöopathie. Nosoden sind also nach homöopathischen Verfahrenstechniken hergestellte Zubereitungen aus veränderten Organen oder Organteilen, meist von Tieren oder abgetöteten Kulturen von Bakterien aber auch aus anderen tierischen Organen oder Körperflüssigkeiten. Dem Körper sollen so, ähnlich wie in der Homöopathie, Informationen vermittelt werden, die die geschwächte Immunabwehr wieder stärken können. Darüber hinaus sollen Nosoden die Ausscheidung von Fremdstoffen im Körper fördern, sodass Abwehrreaktionen zu Ende gebracht werden können. Die Firma Homeda erklärt, was klassische Nosoden sind und warum sie Eigennosoden herstellen (www.homeda.de/Was_sind_Nosoden).
Phytotherapie
In dieser Therapie werden die Teile von Pflanzen dazu verwendet, um Tees, Tinkturen, Salben, Säfte, Pulver, Tropfen oder Dragees herzustellen. Die Wirkung der Heilpflanzen beruht auf ihrer meist sehr komplexen Zusammensetzung aus ätherischen Ölen, Bitter-, Gerb- und Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Eine ganze Reihe von Heilpflanzen wurde mittlerweile wissenschaftlich untersucht und ihre Wirksamkeit anerkannt. Damit Kräuter ihre Wirkstoffe bewahren, ist die richtige Ernte, Trocknung, Verarbeitung und Aufbewahrung entscheidend. Schwangere Frauen, organisch Kranke und immungeschwächte Personen sollten sich auf keinen Fall selbst mit Pflanzenpräparaten behandeln, ohne vorher fachlichen Rat eingeholt zu haben. Einzelheiten zu Inhaltsstoffen und deren Wirkung findet man in den Monografien von über 200 Heilpflanzen unter www.gesundheit.de/heilpflanzen-lexikon.
Schüßler Salze
Ebenfalls homöopathische Zubereitungen sind die Schüßler Salze. Die Mineralsalze sollen allerdings keinen Mineralstoffmangel ausgleichen, sondern als Funktionsmittel die im Blut vorhandenen Mineralien unterstützen. 12 Basis- und 12 Ergänzungssalze sind in Tablettenform (D3, D6, D12) erhältlich, die Salze 1-12 außerdem auch in Salbenform. Die Salze haben keine Nebenwirkungen und können ergänzend zu anderen Medikamenten und Therapien eingesetzt werden. Viele dieser Mittel haben verschiedene Wirkungen, so dass man ein Präparat für unterschiedliche Beschwerden benutzen kann. Eine Liste mit den Anwendungsgebieten und einem Selbsttest findet man unter www.schuessler-salze-liste.de. Hier erfährt man außerdem etwas über Kuren, selbst gemachte Cremes und die Anwendung der Schüßler Salze bei Tieren sowie über weiterführende Literatur.
Anschrift der Verfasserin
Andrea Lübke, PTA, Römerstr.4a, 52428 Jülich, luebke.andrea@freenet.de