10.05.2010

Archiv: Arzneimittel & Co

PTAheute 10-2010

Neue Arzneimittel mit bekannten Wirkstoffen

DuoPlavin®

DuoPlavin® Tabletten enthalten 75 mg Clopidogrel (als Hydrogensulfat) und 100 mg Acetylsalicylsäure. Die neue Fixkombination zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse ist für erwachsen Patienten indiziert, die bereits beide Arzneistoffe einnehmen. Mit Einführung des Kombinationspräparats DuoPlavin® soll die hohe Anzahl der Tabletten reduziert werden, die Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen häufig einnehmen müssen. Man verspricht sich davon eine Erhöhung der Compliance. DuoPlavin® wird einmal täglich eingenommen. Nicht eingesetzt werden soll es u.a. bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen, akuten pathologischen Blutungen und Asthma. Ausführliche Info in DAZ Nr. 13, Seite 46.

Hersteller: Sanofi-Aventis.

Visanne®

Visanne® Tabletten enthalten 2 mg Dienogest und stellen eine neue Therapieoption für Frauen mit Endometriose dar. Als Endometriose bezeichnet man das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Diese „Wucherungen“ führen zu Unterbauchschmerzen und Dysmenorrhö. Häufig ist eine Endometriose die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. In solchen Fällen wird die Schleimhautwucherung chirurgisch entfernt. Therapeutisch werden ansonsten GnRH-Analoga (Leuprorelin) eingesetzt, die allerdings auch unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Das Gestagen Dienogest ist als Bestandteil von oralen Kontrazeptiva und aus der Hormonersatztherapie bekannt. Als Monosubstanz wurde es jetzt neu bei Endometriose zugelassen. Das Gestagen verringert die körpereigene Estradiolproduktion und unterdrückt die trophischen (aufbauenden) Effekte am Endometrium. Es erwies sich auch für die Langzeiteinnahme geeignet. Unter der Einnahme kann es zu Veränderungen des Blutungsmusters kommen.

Die verschreibungspflichtigen Visanne® Tabletten müssen kontinuierlich, ohne Unterbrechungen und unabhängig von vaginalen Blutungen, einmal täglich (möglichst zur gleichen Tageszeit) eingenommen werden. Vor Beginn der Therapie mit Visanne® muss eine bestehende hormonelle Kontrazeption abgesetzt werden. Zur Empfängnisverhütung sollen nicht-hormonelle Methoden gewählt werden. Ausführliche Info in DAZ Nr. 14, Seite 37.

Hersteller: Bayer Health Care.

Qutenza®

Mit Qutenza® wird ein hoch dosiertes Capsaicin-Pflaster zur Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen bei nicht-diabetischen Erwachsenen eingeführt. Ausgelöst werden die Schmerzen durch eine Nervenschädigung und überaktive Schmerzrezeptoren (z.B. postherpische Neuralgie, HIV-assoziierte Neuropathie). Capsaicin bewirkt eine Deaktivierung der hyperaktiven Nozirezeptoren und führt zu schneller und nachhaltiger Schmerzlinderung und reduziertem Schmerzempfinden. Das Capsaicin-haltige Pflaster wirkt direkt am Entstehungsort der Schmerzen und bietet gegenüber Capsaicin-haltigen Salben den Vorteil, dass keine Gefahr der Kontamination empfindlicher Hautstellen besteht. Zudem müssen Salben im Gegensatz zum neuen Pflaster mehrmals täglich appliziert werden. Qutenza® ist sehr hoch dosiert, die Wirkung setzt schnell ein und hält lange an. Lokale Reizungen am Applikationsort können auftreten, aber kaum systemische Nebenwirkungen. Interaktionen sind keine bekannt. Das Pflaster darf nur unter medizinischer Aufsicht für maximal 30–60 Minuten auf die Haut aufgeklebt werden. Es folgt ein applikationsfreies Intervall von mindestens 90 Tagen. Zunächst wird Qutenza® nur in wenigen ausgewählten Spezialzentren angewandt, um die korrekte Handhabung sicherzustellen. Voraussichtlich ab Oktober 2010 wird es dann für alle Schmerztherapeuten verfügbar sein. Ausführliche Info in DAZ Nr. 15, Seite 36 und DAZ Nr. 3, Seite 46.

Hersteller: Astellas.

Neue Generika

Hydromorphon® AL

Hydromorphon® AL 4 und 8 mg Retardtabletten werden zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt. Die Dosierung muss an die Stärke der Schmerzen und an das individuelle Ansprechen des Patienten angepasst werden. Die übliche Anfangsdosis für Erwachsene und Kinder über 12 Jahren liegt bei 4 mg Hydromorphon im Abstand von 12 Stunden. Die Retardtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Das Opioid-Analgetikum unterliegt der BtM-Verschreibungspflicht.

Hersteller: Aliud.

Hinweise zu Arzneimitteln

metex® Tabletten

Die metex® Tabletten mit dem Wirkstoff Methotrexat zur (Basis-)Behandlung der Rheumatoiden Arthritis, Psoriasisarthritis und Psoriasis vulgaris gibt es in neuen therapiegerechten Packungsgrößen zu 12 und 24 Stück. Die Einnahme erfolgt einmal wöchentlich, vorzugsweise abends mit reichlich Flüssigkeit und nicht zu einer Mahlzeit. Die verschreibungspflichtigen Tabletten sind in drei verschiedenen Stärken erhältlich. Um Verwechslungen zu vermeiden, sind die Faltschachteln farblich kodiert.

Hersteller: medac.

Afluria®

Der Grippeimpfstoff Afluria® wird für die Saison 2010/2011 nach den Anforderungen der TRBA 250 (=Technische Regeln für biologische Arbeitsmittel) hergestellt. Um Stichverletzungen zu vermeiden und die Arbeitssicherheit zu erhöhen, verfügt die Fertigspritze über eine feste Kanüle und einen Nadelschutz. Afluria® ist als 0,5ml-Einwegspritze konservierungsmittelfrei und wird zum Schutz vor der saisonalen Grippe bei Kleinkindern und Erwachsen eingesetzt. Es ist für Schwangere ab dem 2. Trimenon zugelassen.

Hersteller: CSL Biotherapies.

Xeloda®

Zulassungserweiterung: Das Zytostatikum Xeloda® (Capecitabin) ist in Kombination mit Oxaliplatin zur adjuvanten Therapie im Anschluss an eine Operation bei Dickdarmkrebs im Frühstadium zugelassen worden. In Studien konnten längere krankheitsfreie Intervalle mit dieser Kombinationstherapie erzielt werden. Bisher haben Xeloda® Tabletten, als Mono- oder Kombinationstherapie, die Zulassung bei den Indikationen Kolorektal-, Brust-, Magen- und Dickdarmkrebs. Ausführliche Info in DAZ Nr. 14, Seite 40.

Hersteller: Roche.

OTC-Arzneimittel

Die OTC-Arzneimittel der Firma Aliud Pharma bekommen ein neues Packungsdesign mit Fotomotiv. Alle Verpackungen der nicht-verschreibungspflichtigen Produkte werden sukzessive umgestellt, die jeweiligen PZN-Nummern bleiben unverändert.

Medizinprodukte (Kopie 2)

SymbioVag®

SymbioVag® Vaginalzäpfchen werden zur Herstellung eines physiologischen pH-Wertes der Scheide angewandt und fördern ein gesundes Vaginalmilieu. Enthalten sind zwei Kulturen von physiologischen H2O2-bildenden Laktobazillen, Inulin und Calciumlactat. Das prebiotische Inulin dient den Laktobazillen als Nahrungssubstrat, Calciumlactat säuert das Scheidenmilieu an. Beides bildet den Lactobazillen-Kulturen optimale Bedingungen. Diese produzieren Wasserstoffperoxid, der bakteriozid wirkt. Dadurch wird Infektionen im Vaginalbereich vorgebeugt. Die Anwendung der apotheken-exklusiven Vaginalzäpfchen eignet sich besonders nach einer Antibiotika-Therapie, bei schwankenden Hormonspiegeln (z.B. Klimakterium) und übertriebener Intimhygiene.

Das Präparat sollte zur Rezidivprophylaxe bei bakterieller Vaginose und zur Behandlung einer vaginalen Dysbiose über zehn Tage einmal täglich vor dem Schlafengehen angewendet werden. SymbioVag® ist kühl zu lagern bei 2–8° C.

Hersteller: symbioPharma.

Tricodur® ManuMotion

Die Tricodur® ManuMotion Handgelenkbandage stabilisiert das Handgelenk zuverlässig, ohne die Beweglichkeit einzuschränken, und entlastet Muskeln, Sehnen und Bänder. Durch eine besondere Strickstruktur wird eine gezielte Kompression mit Massageeffekt erreicht, um die Blutzirkulation und den Lymphfluss zu unterstützen und dadurch Schmerzen zu reduzieren. An der Handunterseite befindet sich ein Stabilisierungsstab, auf dem Handrücken eine anatomisch geformte Pelotte. An der Daumenaussparung wird durch eine wellenförmige Strickstruktur eine ausreichende Festigkeit erreicht, ohne die Daumenbewegung einzuschränken. Die Tricodur® ManuMotion Bandage weist keine störenden Garnnähte oder einschnürende Abschlussbündchen auf. Das atmungsaktive und latexfreie Material sorgt für einen angenehmen Tragekomfort. Die waschbare Bandage ist in sechs Größen erhältlich.

Hersteller: BSN medical.

Berichtigung

Millionen verschwunden! In der Ausgabe 8 von PTAheute, S.12 unten, sind uns doch tatsächlich Millionen durch die Lappen gegangen – wenn auch nur bei den Angaben zum Obst- und Gemüseverzehr der Deutschen. Mit dem Beitrag „Zwölf Tonnen zu wenig“ wollten wir vor Augen führen, welche Defizite es in puncto gesunde Ernährung immer noch gibt. So nimmt im Schnitt jeder Bundesbürger pro Tag statt der empfohlenen 650 g Obst und Gemüse nur 250 g zu sich. Hochgerechnet aufs Jahr und die rund 80 Mio. Deutschen, ergibt das ein zu wenig nicht nur von 12 Tonnen, sondern von 12 Millionen Tonnen! Für die Wiederbeschaffung der Millionen danken wir unseren aufmerksamen Leserinnen!

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