31.05.2010
Archiv: Arzneimittel & Co
PTAheute 11-2010
Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen

Mepact® enthält den Wirkstoff Mifamurtid
Mepact® enthält den Wirkstoff Mifamurtid und wurde zur Behandlung des selten vorkommenden Osteosarkoms bei Kindern ab 2 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen bis 30 Jahren zugelassen. Es wird zusammen mit einer Chemotherapie nach der operativen Tumorentfernung eingesetzt. Das Osteosarkom ist ein seltener Knochentumor, der hauptsächlich in der Wachstumsphase bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Mifamurtid ist ein Zellwandbestandteil von Mykobakterien. Es wirkt immunstimulierend; der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt, allerdings konnte in Tierversuchen die tumorhemmende Wirkung nachgewiesen werden. Die Therapie mit Mepact® kann mit vielen Nebenwirkungen wie z. B. Anämie, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber einhergehen, die gleichzeitige Anwendung von Glucocorticoiden und hoch dosierten nicht steroidalen Antirheumatika beeinträchtigt die Wirksamkeit. Mepact wird 12 Wochen lang zweimal wöchentlich und weitere 24 Wochen lang einmal pro Woche infundiert.
Hersteller: IDM Pharma. Ausführliche Info in DAZ Nr. 16, Seite 40.
Neue Arzneimittel mit bekannten Wirkstoffen

Afinitor®
Afinitor® Tabletten (5 mg, 10 mg) enthalten den Wirkstoff Everolimus. Sie werden zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom eingesetzt, bei denen es während oder nach einer, gegen den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) gerichteten Therapie zu einem Fortschreiten der Erkrankung kommt. Bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms kommen standardmäßig als first-line-Therapie VEGF-Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitoren zum Einsatz. Diese hemmen die Tumor-Angiogenese (Gefäßneubildung zur Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen), jedoch entwickelt der Tumor häufig Resistenzmechanismen gegen diese Therapie. Für diesen Fall steht nun der mTOR-Inhibitor Everolimus zur Verfügung, der eine zielgerichtete Therapie mit einem dualen Wirkmechanismus darstellt. (mTOR – mammalian Target of Rapamycin – ist ein Schlüsselenzym, welches das Wachstum, die Teilung und den Stoffwechsel der Tumorzelle sowie die Tumor-Angiogenese reguliert.) Everolimus wirkt also zweifach, indem das Tumorwachstum und die Gefäßneubildung gehemmt wird. In Studien zeigte sich eine deutlich längere progressionsfreie Überlebenszeit und ein verringertes Sterbe-Risiko gegenüber Plazebo. Nebenwirkungen können auftreten, die möglicherweise den Einsatz limitieren. Dazu zählen u.a. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Hautausschlag, Infektanfälligkeit, Ermüdung, Appetitlosigkeit, erhöhte Glukose-, Cholesterin-, Triglyzeridwerte und Hypertonie. Afinitor® Tabletten werden einmal täglich (10 mg) eingenommen, und zwar immer zur gleichen Tageszeit und immer entweder während oder außerhalb einer Mahlzeit. Die Tabletten dürfen nicht zerkaut oder zerteilt werden. Unter dem Namen Certican® ist der gleiche Wirkstoff zur Prophylaxe einer Organabstoßung bei Herz- und Nierentransplantationen zugelassen.
Hersteller: Novartis.
Hinweise zu Arzneimitteln (Kopie 1)

Midro® Abführ Tabletten
Midro® Abführ Tabletten sind in einem überarbeiteten Design erhältlich. Die Tablettendose wird jetzt, analog zu dem Midro Abführ Tee, in einem Umkarton verpackt. Die Zusammensetzung bleibt unverändert, die enthaltenen Sennoside wirken etwa 8-10 Stunden nach der Einnahme. Die beiliegende Packungsbeilage wurde zur besseren Lesbarkeit aktualisiert.
Hersteller: Midro Lörrach GmbH.
Medizinprodukte (Kopie 2)

Hansaplast®
Hansaplast® unsichtbarer Schutz sind neue Pflasterstrips für kleine, nicht mehr blutende Wunden, zum Schutz vor Schmutz und Keimen. Sie sind völlig transparent, ultradünn und passen sich jeder Bewegung an. Speziell für kleine Blessuren an sichtbaren Körperstellen wie Gesicht, Dekolleté, Arme, Beine usw. eignen sich die unsichtbaren, wasserdichten und atmungsaktiven Pflaster. Die hydrokolloide Wundauflage fördert eine schnelle Heilung und beugt der Narbenbildung vor. Hansaplast® unsichtbarer Schutz enthält 12 Strips in zwei verschiedenen Größen.
Hersteller: Beiersdorf.

Quarkpack®
Quarkpack® ist eine Kompresse mit sprühgetrocknetem Quarkpulver. Sie kann angewendet werden bei Sportverletzungen, Venen- und Gelenkentzündungen, rheumatischen Schwellungen, Sonnenbrand und Mückenstichen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Milchstau und Brustentzündungen bei Stillenden. Die Kompresse wird vor der Anwendung zwei Minuten in kaltem Wasser aufgeweicht, so dass der Quark seine natürliche Konsistenz erhält. Eine Seite der Kompresse ist mit einer Kunststofffolie versehen, die andere Seite besteht aus einem weichen Vlies, das direkt auf die Haut gelegt wird, für 15–45 Minuten. Ein Quarkpack kann man in vier kleine Kompressen aufteilen. Das Naturmittel Quark wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, abschwellend und kühlend auf der Haut. Mit Quarkpack ist eine einfache und saubere Anwendung möglich; das Entfernen von bröseligen Quarkresten entfällt. Die spezielle Quarkpack® Mama Brustkompresse ist zur Anwendung bei Milchstau und Brustentzündungen für Stillende zu empfehlen. Sie ist in der Form der weiblichen Brust angepasst. Bei einer entzündeten Brustdrüse soll sie nach maximal 20 Minuten abgenommen werden.
Hersteller: Quarkpack.

BerliPen® areo 2
Passend zu der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 gibt es eine limitierte Sonder-Edition des BerliPen® areo 2 als „Südafrika-Pen“. Dies ist bereits die zehnte Sonderedition aus der BerliPen®-areo-Reihe. Bei der Applikationshilfe erfolgen die Dosiseinstellung und das Auslösen der Insulin-Injektion über einen Knopf. Die Dosis ist in 1er-Schritten wählbar. Entwickelt wurde BerliPen areo 2 speziell für die Anwendung des kurz wirksamen Insulins Liprolog® und des Humaninsulins Berlinsulin® H.
Hersteller: Berlin-Chemie.

Mammut® Baby Bäuchleinwohl
Mammut® Baby Bäuchleinwohl enthält den Entschäumer Simeticon. Die Suspension hilft bei Säuglingskoliken und Blähungen und kann ab Säuglingsalter eingenommen werden. Es werden, je nach Alter, 1–2 ml kurz vor einer Mahlzeit in den Mund gegeben; eine Dosierspritze zur praktischen Handhabung liegt bei. Alle Präparate des Herstellers sind ohne Alkohol, Zucker und Laktose und werden apothekenexklusiv vertrieben. Auf einfache Dosierbarkeit und verständliche Beipackzettel (in vier Sprachen) wird viel Wert gelegt.
Hersteller: Mammut Pharma.

Dolobene® Cool
Dolobene® Cool enthält Isopropylalkohol, Menthol, Campher und Mateextrakt und wird zum Kühlen bei schmerzhaften Zerrungen, Verstauchungen und anderen stumpfen Verletzungen sowie zur Linderung von Muskel- und Gelenkbeschwerden eingesetzt. Durch eine spezielle Formulierung des Gels tritt ein besonders schneller und intensiver Kühleffekt ein. Es wird mehrmals täglich (auch schon bei Kindern ab 2 Jahren) aufgetragen, jedoch nicht öfter als 4-mal. Dolobene® Cool ist in drei Ausführungen erhältlich: Das Gel in der Tube dient zum großflächigen Aufbringen, wobei das Auftragen per Hand gleichzeitig einen wohltuenden Massageeffekt darstellt. Das Dolobene® Cool Roll-on eignet sich für unterwegs und ermöglicht das punktuelle Auftragen ohne direkten Händekontakt. Für Arztpraxen oder Physiotherapeuten ist das Gel auch im Spender erhältlich.
Hersteller: Merckle Recordati.

Ritex® Hydro Sensitiv Gel
Ritex® Hydro Sensitiv Gel ist ein Gleitgel zum Ausgleich einer mangelnden Gleitfähigkeit im Intimbereich (Scheidentrockenheit). Es ist nicht fettend, auf Wasserbasis hergestellt, auf den vaginalen pH-Wert abgestimmt und wird von Gynäkologen empfohlen. Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe sind nicht enthalten.
Hersteller: Ritex.
Meldungen der Arzneimittelkommission (Kopie 1)

Keine Einsendung von potenziell infektiösen Injektionsnadeln: Zum Schutz der eigenen Mitarbeiter weist die Arzneimittelkommission in Eschborn darauf hin, keine gebrauchten Injektionsnadeln (Pens, Fertigspritzen) an die Geschäftsstelle einzusenden. Denn durch ungewollte Nadelstichverletzungen erhöht sich das Infektionsrisiko. So können Sie stattdessen vorgehen: Reklamiert ein Patient in der Apotheke eine nicht durchgängige Nadel, soll er diese selber abnehmen. Nach dem Aufsetzen einer neuen Nadel wird geprüft, ob die Spritze oder das Injektionsgerät durchgängig ist. Bei einem berechtigten Qualitätsmangel kann die AMK-Geschäftsstelle telefonisch kontaktiert werden: 06196/928-170. Infos auch unter www.abda-amk.de