08.03.2010

Archiv: Arzneimittel & Co

PTAheute 6-2010

Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen

Resolor® Tabletten

Resolor® Tabletten enthalten den Wirkstoff Prucaloprid und sind zur symptomatischen Behandlung der chronischen Verstopfung bei Frauen, bei denen Laxantien keine ausreichende Wirkung erzielen, zugelassen. Der Serotonin-Rezeptoragonist Prucaloprid stimuliert den physiologischen peristaltischen

Reflex und bewirkt eine ­beschleunigte Darm­passage und verbesserte Entleerung. Die Einnahme erfolgt einmal täglich. Empfohlen wird die 2-mg-Dosierung, für ältere Patientinnen ggf. eine Anfangsdosis von 1 mg. Kontraindiziert ist Resolor® bei Dialysepatientinnen und bei schweren Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa). Bei Patientinnen mit Arrhythmien oder ischämischer Herzkrankheit ist Vorsicht geboten. Als Nebenwirkung können Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Schwindel auftreten.

Hersteller: Movetis.

Ausführliche Info in DAZ Nr. 6, Seite 46.

Ilaris®

Ilaris® enthält den humanen monoklonalen Antikörper Canakinumab, der Interleukin 1 beta hemmt. Das neue Arzneimittel ist als orphan drug für die seltene Erkrankung Cryopyrin-assoziiertes periodisches Syndrom (CAPS) für Kinder ab vier Jahren zugelassen. Zu dem CAP-Syndrom gehören drei verschiedene Erkrankungsformen (Muckle-Wells-Syndrom, familiäres autoinflammatorisches Kältesyndrom, multisystemische entzündliche Erkrankung im Neugeborenenalter) mit den Symptomen chronische Müdigkeit, Fieber und Entzündungen von Haut, Augen, Knochen und Gelenken. Ursache der seltenen Erbkrankheit ist ein Gendefekt des Proteins Cryopyrin, der zu einer Überproduktion von Interleukin 1 beta führt und Entzündungen hervorruft. Als schwere Komplikationen können Hörverlust, visuelle und intellektuelle Beeinträchtigungen und Amyloidose auftreten. Als Amyloidose wird die Ablagerung von veränderten Proteinen in den Nieren bezeichnet, was zu Nierenschäden, Proteinurie und letztlich chronischem Nierenversagen führt. CAPS tritt bereits im Säuglingsalter auf, die Diagnose wird meistens spät gestellt, da es sich um eine sehr seltene Erbkrankheit handelt.

Canakinumab blockiert Interleukin 1 beta selektiv und führt schnell (innerhalb von einer Woche) zur signifikanten Besserung oder vollständigem Abklingen der Symptome. Ilaris® wird als Injektion alle acht Wochen subkutan verabreicht. Als Nebenwirkung können Entzündungen an Rachen und Nasen, Schwindel und vermehrt Infektionen auftreten. Bei schweren Infektionen darf es nicht angewendet werden, ebenso nicht gleichzeitig mit TNF-Inhibitoren oder Lebendimpfstoffen.

Hersteller: No­vartis.

Ausführliche Info in DAZ Nr. 1, Seite 34.

Neue Generika

Pantoprazol-ratiopharm® SK 20 mg

Ein weiteres Pantoprazol-Generikum zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen (z. B. Sodbrennen, ­saures Aufstoßen) bei Erwachsenen in ­der Selbstmedikation ist seit Januar 2010 im Handel: Pantoprazol-ratiopharm® SK 20 mg. Der Protonenpumpenhemmer vermindert die Produktion der Magensäure. Als Dosierung ist angegeben: 1 magensaftresistente Tablette pro Tag. Pantoprazol-ratiopharm® SK 20 mg ist apothekenpflichtig.

Hersteller: ratiopharm.

Hinweise zu Arzneimitteln

Lumigan® Augentropfen

Bei Lumigan® Augentropfen wurde die Rezeptur überarbeitet. Die neue Formulierung enthält 0,1 mg Bimatoprost pro ml anstatt der bisherigen 0,3 mg/ml. Die neue Zusammensetzung gewährleistet die gleich starke Wirksamkeit bei erhöhtem Augeninnendruck und okulärer Hypertension, weist aber eine bessere Verträglichkeit auf. Mögliche Nebenwirkungen, wie z.B. konjunktivale Hyperämien, sind seltener. Die verschreibungspflichtigen Augentropfen werden bei Erwachsenen einmal täglich angewendet. Sie können zur Monotherapie oder in Kombination mit Betablockern eingesetzt werden.

Hersteller: Allergan.

Lefax® extra Lemon Fresh Mikro Granulat

Lefax® extra Lemon Fresh Mikro Granulat enthält pro Portionsbeutel 125 mg Simeticon. Es wird bei gasbedingten Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen eingesetzt. Das Granulat löst sich schnell im Mund auf, ohne zusätzliche Einnahme von Wasser. Es schmeckt nach Zitrone, ist zuckerfrei und auch für Schwangere und Stillende geeignet. Die Dosierungsempfehlung lautet: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen 1–2 Beutel bei gasbedingten Beschwerden ein, max. 6 Beutel pro Tag. Für Kinder von 6–14 Jahren reicht 1 Beutel, max. 3 Beutel pro Tag.

Hersteller: Bayer Vital.

Orencia®

Für Orencia® (Abatacept) wurde die Zulassung erweitert. In Kombination mit Methotrexat ist der selektive Kostimulationsmodulator nun auch zur Behandlung von Kindern ab sechs Jahren zugelassen, die an polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis erkrankt sind und auf andere Therapien unzureichend angesprochen haben. Abatacept beeinflusst die Funktion von Immunzellen, indem er für diese Zellen wichtige Signale blockiert. Er reduziert in Kombination mit Methotrexat die fortschreitende Gelenkentzündung und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Nach Studienergebnissen verbessert sich die Lebensqualität der behandelten Kinder.

Hersteller: Bristol-Myers Squibb.

Viagra®

Die Aluminiumfolien-Verpackung von Viagra® (Sildenafil Citrat) wurde geändert, um echte Viagra®-Tabletten leichter von illegal hergestellten und vertriebenen Fälschungen unterscheiden zu können. Dazu ist auf den neuen Aluminiumfolien-Verpackungen jetzt eine mehrsprachige Beschriftung  aufbracht. Zudem wurden verschiedene neue Sicherheitsmerkmale in die Verpackung integriert, die von der Firma Pfizer kontrolliert werden können. Bei Verdacht auf Fälschung können Apotheken also – wie bisher schon – die verdächtige Packung an Pfizer zur Überprüfung einschicken. Bei Fragen zur neuen Aluminiumfolien-Verpackung steht das MedInfo Center der Firma Pfizer unter Telefon +49 (0) 30 55 00 55 – 51 00 0 zur Verfügung. Die Umstellung gilt für sämtliche Viagra®-Packungsgrößen und sämtliche Dosierungen (25, 50 und 100 mg). Viagra® ist verschreibungspflichtig und wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei erwachsenen Männern eingesetzt.

Hersteller: Pfizer.

Medizinprodukte

Leukosan® Strip

Leukosan® Strip sind Wundnahtstreifen, die angewendet werden, um eine möglichst ästhetische Narbenbildung zu erzielen. Sie eignen sich bei kleinen glatten Riss- und Schnittwunden, kleinen Platzwunden und nach kleinen chirurgischen Maßnahmen. Auch bei frühzeitiger Klammer- oder Nahtentfernung und ergänzend zu konservativen Nahtmethoden können sie eingesetzt werden. Leukosan® Strip bestehen aus einem atmungsaktiven Polyamid-gewebe. Der Polyacrylatkleber gewährleistet mit seiner guten Klebekraft den sicheren Halt auch bei mechanischer Beanspruchung. Die Wundnahtstreifen passen sich durch ihre hohe Elastizität den Phasen der Wundheilung an. Während der ödematösen Phase dehnen sich die Strips, in der post-ödematösen Phase zieht sich das Material wieder zusammen. Das Gewebe der Strips ist durchlässig und ermöglicht einen ungehinderten Exsudatabbau.

Die Applikation von Leukosan® Strips ist durch „breite Anfasser“ an beiden Seiten der transparenten Trägerfolie einfach. Nach fünf bis sieben Tagen lassen sich die Strips schmerzlos und ohne Rückstände entfernen. Sie eignen sich auch für empfindliche Haut. Nicht angewendet werden sollen sie auf behaarten Körperstellen, unter Spannung stehenden Wundarealen, Wunden in Gelenknähe und Körperstellen mit erhöhter Schweißbildung (z.B. Achselhöhlen). Leukosan® Strip sind in sechs verschiedenen Abmessungen, jeweils in Klein- und Großpackungen, erhältlich.

Hersteller: BSNmedical.

Philips AVENT®

Von Philips AVENT® gibt es neue Beißringe in drei unterschiedli­chen Stufen zur Unterstützung von Babys beim Zahnen. Stufe 1 ist für den Bereich der Schneidezähne konzipiert, Stufe 2 für die Eckzähne und Stufe 3 für Backenzähne. Die Beißringe massieren sanft das Zahnfleisch, bei Stufe 2 und 3 ist ein Kühlelement   integriert, das gekühlt Schmerzen lindert. Die Beißringe sind ergonomisch geformt und frei von Bisphenol A und Weichmachern. Sie sind entweder im klassischen Design oder mit Tier-Motiven erhältlich.

Hersteller: Philips Avent.

Nahrungsergänzungsmittel jetzt in Ernährungsrubrik

Informationen zu Nahrungsergänzungsmitteln, die bislang auch in dieser Rubrik vorgestellt wurden, sind ab sofort und regelmäßig auf den neu gestalteten Ernährungsseiten (siehe ab Seite 98 in dieser Ausgabe) zu finden. Auf Seite 101 heißt es: „Neue Nahrungsergänzungsmittel – Hersteller informieren“.

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