Heilpflanzen intensiv

Im Titelthema dieser Ausgabe wird es pflanzlich: Sie lesen unter anderem, wie Heilpflanzen zugelassen und wie Extrakte hergestellt werden. Außerdem warten Beiträge über Schleimstoffe, Gerbstoff und Saponine auf Sie.

Hier können Sie sich einen Überblick über die Inhalte der Ausgabe verschaffen, finden viele ergänzende Themen, weiterführende Links und Materialien.



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Leseprobe 21/2019 – Was sind Heilpflanzen?

Foto: kcline – iStockphoto.com

Phytopharmaka – Was macht eine Pflanze zu einer Heilpflanze? Und was sind pflanzliche „Nichtheilmittel“?

Egal ob Herpes, Husten oder Hühnerauge: „Mutter Natur hat für alles ein Heilpflänzchen parat“ – so oder so ähnlich liest man es in diversen Zeitschriften oder Büchern – und unsere Kunden verlangen gerne etwas „Pflanzliches“ für verschiedenste Leiden. Schnell landet man dann bei der Frage, was ein „rationales Phytopharmakon“ aus der Apotheke von der volkstümlichen Anwendung einer Heilpflanze oder von einem Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen unterscheidet. Für den Kunden ist dieser kleine, aber feine Unterschied zunächst nicht immer erkennbar oder wichtig – für die wirksame und unbedenkliche Anwendung aber sehr wohl.

Das Arzneimittelgesetz definiert pflanzliche Arzneimittel wie folgt: „Pflanzliche Arzneimittel sind Arzneimittel, die als Wirkstoff ausschließlich einen oder mehrere pflanzliche Stoffe oder eine oder mehrere pflanzliche Zubereitungen oder eine oder mehrere solcher pflanzlichen Stoffe in Kombination mit einer oder mehreren solcher pflanzlichen Zubereitungen enthalten“ (§4 AMG Abs.29). Auf europäischer Ebene werden Phytopharmaka (abgeleitet von den griechischen Begriffen phytón für Pflanze und phármakon für Arzneimittel) heute Herbal Medicinal Products, HMP, genannt.

Typisch für Phytopharmaka ist also, dass sie ein natürliches, komplexes Vielstoffgemisch aus unterschiedlichen Pflanzeninhaltsstoffen sind, was jeden Extrakt je nach Lösungsmittel, Verfahren, Erntezeitpunkt der Pflanze und so weiter einzigartig macht. Und es bedeutet auch, dass isolierte pflanzliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Codein und auch synthetisch veränderte Wirkstoffe aus Pflanzen nicht zu den Heilpflanzen nach dieser Definition zählen.

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PTAheute Ausgabe 20

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