Ernährungsform oder Lifestyle-Trend?

Teil 3: Aus „Paleo“ und „vegan“ wird: PEGAN

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Pegan – diese Wortschöpfung aus Paleo und vegan stammt von Dr. Mark Hyman, einem Mediziner aus den USA. Er kam auf die Idee, das Beste aus beiden Ansätzen zu einer neuen Ernährungsform zu kombinieren. „Paleo – die Steinzeiternährung“ und „vegane Ernährung“ haben wir in den Teilen 1 und 2 unserer Beitragsreihe besprochen.

Während Veganer konsequent auf Fleisch und Fisch verzichten, ist dies bei den Paleanern gerade ein wesentlicher Bestandteil im Essensplan – so erscheinen beide Ernährungstrends auf den ersten Blick komplett unterschiedlich. Es finden sich jedoch auch Gemeinsamkeiten: bei Anhängern beider Philosophien kommen frische, möglichst unverarbeitete Lebensmittel und viel Gemüse auf den Teller. Zucker und Zusatzstoffe werden von beiden abgelehnt.

Was essen Peganer(innen)?

  • Den Hauptanteil des Essens macht mit 50-70% Gemüse aus. Dazu kommt reichlich Obst.
  • Auf Getreide wird weitestgehend verzichtet. Wenn, dann sollten zur besseren Verträglichkeit glutenfreie Sorten ausgewählt werden.
  • Hülsenfrüchte dürfen in geringen Mengen gegessen werden – als Faustregel gilt: Nicht mehr als eine Handvoll pro Tag.
  • Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch oder Eier sind in Maßen erlaubt, sollten aber auf jeden Fall aus biologischer, nachhaltiger Landwirtschaft stammen.
  • Agavendicksaft, Honig, Kokosblütenzucker oder Birkenzucker dienen als Süßungsmittel.
  • Milch und Milchprodukte werden gemieden, da sie nach peganer Philosophie an der Entstehung von Adipositas, Osteoporose und Herzkreislauferkrankungen mitbeteiligt sein sollen. In kleinen Mengen sind sie erlaubt.
  • Verarbeitete Fette wie Sonnenblumen-, Raps- und Sojaöl sollten gemieden werden. Empfohlen werden ω3-reiche Fettformen wie Olivenöl sowie Fette aus Nüssen, Avocado oder Kokosnuss und in kleinen Mengen aus Fleisch. 

Ernährung nach peganer Art ist also keine superstrenge Diät – sie kann an persönliche Vorlieben angepasst werden und erlaubt auch die ein oder andere Ausnahme der Regel. Einem Paleaner wird es nicht schwerfallen, auf pegan umzustellen – besteht doch der größte Unterschied nur darin, Fleisch nun eher als Beilage zu betrachten. Auch für Vegetarier und Veganer, die den gesundheitlichen Aspekt an erste Stelle setzen, ist ein Umschwenken denkbar. Mit dem moralischen Anspruch, kein Tier zum Zweck der Nahrungsaufnahme ausnutzen zu wollen, ist pegane Ernährung jedoch nicht zu vereinen.

Was sagen Ernährungswissenschaftlicher zu diesem Trend?

Dass eine Ernährung ohne Fast Food, Fertiggerichte und übermässigen Fleischkonsum aus Massentierhaltung der Gesundheit zuträglich sind, darin sind sich alle Experten einig. Umstrittene Punkte sind hingegen der Verzicht auf Milch und Getreide. Peganer zitieren Studien, die ihre These untermauern, dass diese Nahrungsbestandteile schlecht für unsere Gesundheit seien. Es gibt jedoch genauso viele Studien, die das Gegenteil beweisen.

Allen, die die Philosophie der Peganer im Ansatz gut finden, jedoch Milch und Getreide nicht aus ihrem Essensplan streichen möchten, bietet sich die Möglichkeit, zum Flexitarier zu werden. Flexitarier – etwas abschätzig auch „Teilzeit-Vegetarier“ genannt – ernähren sich an mindestens drei Tagen pro Woche vegetarisch. An den übrigen Tagen sind kleinen Portionen Fleisch als Beilage erlaubt, solange es Bioqualität hat.

Annette Thomas
Apothekerin, Dozentin
onlineredaktion@ptaheute.de