Beinwell – bei Verletzungen richtig einsetzen!

Der Beinwell blüht derzeit vielerorts und ist leicht zu erkennen. Von einer Eigenanwendung dieses alten Verletzungsheilmittels sollte man allerdings dringend abraten. Sicher und wirksam sind dagegen apothekenpflichtige Fertigpräparate mit Extrakten aus Beinwellwurzel oder -kraut.

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Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen

Dass der Beinwell einst als besondere Heilpflanze galt, verrät schon sein Name. Dieser setzt sich zusammen aus „Bein“ – womit man früher allgemein Knochen bezeichnete – und dem altdeutschen Verb „wallen“, das „zusammenwachsen“ bedeutet. Auch wenn man heutzutage keine Knochenbrüche mehr mit Beinwell (Symphytum officinale) heilt, ist dieses Raublattgewächs (Boraginaceae) immer noch ein wichtiges Verletzungsmittel. Beinwellwurzel (und Kraut) ist phytotherapeutisch indiziert bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen. Die Anwendung erfolgt nur äußerlich. Die entsprechende Hautstelle sollte zudem unverletzt sein.

Vergleichbar mit Diclofenac

Klinische Studien haben gezeigt, dass sich unter Beinwell-Anwendung schmerzhafte Gelenkschwellungen nach Zerrungen oder Verstauchungen besser zurückbilden als unter Placebo. In einer Studie war Beinwellwurzel-Salbe bei Sprunggelenkszerrung sogar gleich gut wirksam wie ein Diclofenac-Gel. Unter anderem Allantoin, Schleimstoffe und Hydroxyzimtsäure-Derivate gelten als wirksamkeitsrelevante Inhaltsstoffe des Beinwell.

Vom Sammeln abraten!

Die 30 bis 100 Zentimeter hohe Beinwellpflanze blüht von Mai bis Juli. Ihre büschelig angeordneten, glockig nickenden Blüten sind entweder rot-violett oder gelblich-weiß. Man trifft die Staude an vielen Wegrändern, auf Feuchtwiesen und in Gräben an. Doch Vorsicht, natürlich vorkommender Beinwell enthält auch problematische Inhaltsstoffe: die als lebertoxisch und krebserregend eingestuften Pyrrolizidin-Alkaloide. Auf keinen Fall sollte die Pflanze innerlich, zum Beispiel als Tee, verwendet werden. Beinwell-Fertigpräparate (z.B. Kytta® Schmerzsalbe, Traumaplant®) enthalten durch Einsatz von speziellen Sorten und Herstellungsverfahren praktisch keine Pyrrolizidin-Alkaloide.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de