Esche – traditionelles Antiphlogistikum

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Um unsere Eschen ist es seit einigen Jahren schlecht bestellt. Ein kleiner Pilz macht ihnen immer mehr zu schaffen. Dabei ist die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) eigentlich ein wichtiger Forstbaum. Ihr Holz zählt zu den Edelhölzern. In der Heilkunde werden hingegen ihre Blätter und die Rinde seit Langem genutzt. Die moderne Medizin erkennt sie allerdings nur noch als traditionelle Arzneimittel an.

Auch im Winter gut erkennbar

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Die Gemeine Esche ist ein bis zu 40 Meter hoher Laubbaum, der zu den Ölbaumgewächsen (Oleaceae) gehört. Im Sommer kann man Fraxinus excelsior gut an den gefiederten Blättern mit den neun bis 13 fein gesägten Fiederblättchen erkennen. Doch auch im unbelaubten Zustand zeigt die Esche charakteristische Merkmale. Unverwechselbar sind vor allem ihre großen samtschwarzen Winterknospen. Außerdem verbleiben Eschenfrüchte oft den ganzen Winter über am Baum. Es handelt sich um Flügelnüsse, die in Rispen herabhängen.

Kampf ums Überleben

Seit einigen Jahren macht man sich um den Eschenbestand große Sorgen. Die Bäume sind zunehmend vom Eschentriebsterben bedroht. Verantwortlich dafür ist ein Pilz, der vor einigen Jahren aus Fernost zu uns eingewandert ist. Es handelt sich um das Falsche Weiße Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus). Dessen Sporen infizieren die Eschenblätter. Mit der Zeit sterben Triebe und ganze Kronenteile ab, sodass befallene Bäume gefällt werden müssen. Die Forschung setzt alles daran, das Eschensterben zu verhindern. So wird versucht, resistente Eschen zu züchten oder Mikroorganismen zu identifizieren, die dem unheilvollen Pilz den Garaus machen könnten.

Antientzündliche Effekte

Bereits in der Antike wurde die Esche heilkundlich genutzt. Die Blätter des Baumes dienten unter anderem zum Harntreiben sowie bei rheumatischen Leiden. Diese Anwendungsgebiete haben auch heute noch Gültigkeit. Allerdings hat Fraxini folium nur den Status eines traditionellen Arzneimittels. Für die Blattdroge konnten zwar antientzündliche Effekte nachgewiesen werden, doch die wissenschaftliche Datenlage gilt insgesamt als nicht ausreichend. Die Flavonoid-, Gerbstoff- und Bitterstoff-haltigen Eschenblätter werden meist in Teeform verwendet (Tagesdosis max. 30 g, verteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen).

In bekanntem Fertigpräparat

Auch die Rinde junger Zweige von Fraxinus excelsior wurde früher als antientzündliche Arznei verwendet. Heute hat die Droge Fraxini cortex praktisch keine therapeutische Bedeutung mehr – mit einer bekannten Ausnahme: Ein alkoholischer Eschenrinden-Auszug ist im pflanzlichen Antiphlogistikum Phytodolor® mitenthalten.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de