Fichte – Baum des Jahres 2017

Aus dem Harz der Fichte werden Terpentinöl und Kolophonium gewonnen. / Bild: CC0 - pixaby

Früher war die Fichte der häufigste Weihnachtsbaum in deutschen Wohnzimmern. Inzwischen hat ihr die Nordmanntanne den Rang abgelaufen. Doch auf vielen öffentlichen Plätzen sorgt nach wie vor eine Fichte für festliche Stimmung. Für wenige Wochen ziehen die lichterglänzenden Koniferen die Blicke auf sich. Ganzjährig im Blickpunkt steht die Fichte jedoch im kommenden Jahr. Denn sie wurde zum „Baum des Jahres 2017“ gekürt. Auch ihren therapeutischen Wert kann man in diesem Zusammenhang hervorheben. 

Größter Weihnachtsbaum

Deutschlands größter Weihnachtsbaum steht in Frankfurt. / Bild: © pure life pictures - Fotolia.com

Den Größenrekord unter Deutschlands öffentlichen Weihnachtsbäumen hält auch in diesem Jahr wieder eine Fichte, welche die Stadt Frankfurt am Main aufgestellt hat: 33 Meter hoch ist die Konifere, die derzeit festlich geschmückt auf dem Römerberg steht. Der Nadelbaum ist stattliche 110 Jahre alt und wuchs in Österreich in den Tiroler Bergen.

Gefahr im Verzug

Die Gemeine Fichte (Picea abies) / Bild: © Andreas Roloff - PTAheute.de

Freilich wachsen auch in Deutschland jede Menge Fichten. Die Gemeine Fichte (Picea abies) ist sogar die häufigste Baumart überhaupt bei uns. Man trifft sie in allen Bundesländern an. Dennoch gibt es nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen die Fichte von Natur aus heimisch ist. Ohne menschliches Zutun wäre sie eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaumart. 

Um die Fichte als „Brotbaum“ der Forstwirtschaft macht man sich mittlerweile große Sorgen. Der Klimawandel mit seinen vermehrten sommerlichen Trockenzeiten setzt diesem Nadelbaum stärker zu als anderen Bäumen. Und als Flachwurzler hält der Baum hohen Windgeschwindigkeiten kaum stand. Mit der Wahl der Fichte zum „Baum des Jahres 2017“ soll auf diese Problematik aufmerksam gemacht werden. 

Fichte und Tanne: Unterscheidungsmerkmale

Fichtenzapfen / Bild: © Rainer Fuhrmann - Fotolia.com

Fichten können 40 bis 50 Meter hoch werden und ein Alter von über 400 Jahren erreichen. Der Baum hat meist einen geraden Stamm und eine spitze Krone. Wegen seiner rotbraunen Rinde wird er auch Rotfichte oder Rottanne genannt. Im Gegensatz zur Weißtanne hat die Fichte spitze, meist 4-kantige Nadeln, die keine weißen Längsstreifen auf der Unterseite aufweisen. Ein weiteres deutliches Unterscheidungsmerkmal: Fichtenzapfen sind herabhängend, Tannenzapfen stehen aufrecht. 

Ätherisch-Öl-Droge

Das Holz der Fichte ist ein wichtiges Bau- und Konstruktionsmaterial und dient als Rohstoff für die Papierindustrie. Aus ihrem Harz werden zudem Terpentinöl sowie Kolophonium gewonnen, vor allem für industrielle Zwecke. Früher waren diese auch medizinisch etabliert. Heute spielen therapeutisch die Nadeln der Fichte die Hauptrolle. Ihr ätherisches Öl kommt jetzt in der Erkältungszeit wieder häufig zum Einsatz. Fichtennadelöl (Piceae aetheroleum) wirkt sekretolytisch, durchblutungsfördernd und leicht antiseptisch. Es ist innerlich und äußerlich indiziert bei Atemwegskatarrhen, darüber hinaus äußerlich bei rheumatischen und neuralgischen Beschwerden. Innerlich nimmt man dreimal täglich vier Tropfen in etwas Wasser oder auf Zucker ein. Zum Inhalieren gibt man einige Tropfen in heißes Wasser. Äußerlich verwendet man Fichtennadelöl tropfenweise zum Einreiben.  

Kann Haut und Schleimhäute reizen

In Fertigpräparaten ist Fichtennadelöl meist Begleitkomponente von Eukalyptusöl (z.B. in Babix®-Inhalat N, Bronchoforton® Salbe). Beliebt ist Fichtennadelöl auch als Badezusatz (z.B. in stas® Erkältungsbad, tetesept® Kinder Erkältungsbad).

Vorsichtig sollte man mit Ätherisch-Öl-Zubereitungen bei vorgeschädigter Haut und Schleimhaut sein, da sie diese stark reizen können. Außerdem setzt man Fichtennadelöl bei Asthma und Keuchhusten vorsichtshalber gar nicht ein. 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de