Schafgarbe – appetitanregend und verdauungsfördernd

Schon Achilles soll das Schafgarbenkraut als Heilmittel genutzt haben / Bild: © Martin Fina - PTAheute.de

Die Schafgarbe soll ihren Namen tatsächlich von den wolligen Vierbeinern haben. So heißt, es, dass Schafe auf der Weide bevorzugt diesen Korbblütler verzehren, wenn es ihnen nicht gut geht. Auch wir schätzen Schafgarbenkraut zur Linderung von Magen-Darm-Störungen. 

Das „Achilleskraut“

Seit der Antike wird die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) als Heilmittel geschätzt, volksmedizinisch in erster Linie zum Blutstillen. Laut griechischer Mythologie hat sogar der sagenhafte Kriegsheld Achilles (nach dem auch die „Achillesferse“ benannt ist) die Schafgarbe genutzt: Seine Kämpfer, die beim Angriff auf Troja verletzt wurden, soll er mit Schafgarbenkraut kuriert haben. Daher rühren der lateinische Gattungsname „Achillea“ sowie die volkstümliche Bezeichnung „Achilleskraut“. 

Sekretionsfördernd, krampflösend, antientzündlich, antimikrobiell

In der modernen Phytotherapie wird Schafgarbenkraut (Millefolii herba) dagegen vorwiegend als Bitterstoffdroge bei gastrointestinalen Beschwerden genutzt. Zu den Indikationen gehören zum einen Appetitlosigkeit, zum anderen dyspeptische Beschwerden wie leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Darüber hinaus gibt es noch eine äußerliche Indikation: als Spasmolytikum bei schmerzhaften Krampfzuständen im kleinen Becken der Frau (in Form von Sitzbädern). 

Dem Schafgarbenkraut wird eine krampflösende, sekretionsanregende, adstringierende, antientzündliche und antibakterielle Wirksamkeit zugeschrieben. Verantwortlich sind dafür vor allem ätherisches Öl mit unter anderem Azulenverbindungen sowie Flavonoide und Polyacetylene. Die Bitterstoffe regen bereits im Mund die Speichelbildung und reflektorisch die Magensaftsekretion an. Im Magen angekommen, fördern sie die weitere Verdauungstätigkeit und stimulieren die Magen-Darm-Motilität. Außerdem regt Schafgarbenkraut die Gallensekretion an. 

Häufige Teedroge

Achillea millefolium als Teedroge / Bild: © Heike Rau - Fotolia.com

Die Bitterstoffdroge Millefolii herba eignet sich gut für die Teezubereitung (2 bis 4 g mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 3- bis 4-mal täglich). Fertigteepräparate gibt es z.B. von Sidroga® und H&S®. Sinnvoll ist auch die Kombination mit anderen Amara wie Tausendgüldenkraut, Enzianwurzel oder Löwenzahnkraut (z.B. in H&S® Magentee, Sidroga® Leber- und Gallentee sowie im Extrakt). Im Fertigpräparat Kamillan® wird Schafgarbenkraut-Extrakt mit Kamillenblüten-Extrakt kombiniert. Achillea millefolium ist übrigens auch im immunmodulierenden Erkältungsmittel Impuret® mit enthalten. 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de