Homöopathie-Fallbeispiele aus der Praxis

Teil 22: Eine Patientin mit Osteoporose

Bild: © Sonja Birkelbach - Fotolia.com

Wenn man einen Experten auf dem Gebiet der Homöopathie sucht, kommt man an einem Namen nicht vorbei: Dr. med. Markus Wiesenauer. Als Apotheker, Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren in eigener Praxis stellt er für PTAheute.de jeden Monat ein Fallbeispiel und seine homöopathische (Add-on)-Behandlung vor.

Eine Patientin mit Osteoporose

Eine 67jährige Patientin, die mit sichtbar gebückter Haltung in der Apotheke steht, löst ein Rezept über Alendronsäure sowie einem Calcium+Vitamin-D3-Präparat ein. Bei der Abgabe berichtet sie, dass sie ständig Rückenschmerzen habe, was durch Osteoporose bedingt sei. Wegen der starken Schmerzen nehme sie zusätzlich Ibuprofen, teilweise 800 mg am Tag.

Ihre Nachfrage

Die Situation ist eindeutig – warum? Die Verordnung stammt von einem Orthopäden, die Medikation insgesamt bestätigt die Aussage der Patientin unter Osteoporose zu leiden. Und Sie haben die Haltung der Patientin mit einem Blick festgestellt. Ihr Hinweis auf eine unterstützende Behandlungsmöglichkeit mit Homöopathie nimmt die Patientin mit der erstaunten Nachfrage an: Kann man denn zusätzlich etwas tun außer den verordneten Medikamenten? Eindeutige Antwort: Ja – mit Homöopathie als Add-on.

Ihre Empfehlung

Die beratungsaktive Vor-Ort-Apotheke kennt einen Klassiker der Homöopathie für die geschilderte Situation. Es ist ein homöopathisches Arzneimittel, welches zur Add-on Anwendung bei nachlassender Knochendichte und damit bei Osteoporose sowie bei Arthrose eingesetzt wird.

Das Mittel heißt Hekla lava e lava und wird bei durch Osteoporose bedingten Rückenschmerzen angewendet.

  • Die Causa (=Auslöser) ist die nachlassende Knochendichte,
  • die Lokalisation sind die Knochen, die Wirbelsäule und Gelenke.

Leitsymptome von Hekla lava sind:

  • verspannte Rückenmuskulatur mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung,
  • zunehmende Schmerzen beim Tragen und Heben,
  • kann nicht zu lange Stehen,
  • auch Rückenschmerzen im Liegen. 

Hekla lava e lava D6, 3-mal täglich 1 Tablette wird auch

  • bei Rückenschmerzen bedingt durch Bandscheibenleiden eingesetzt sowie
  • bei durch Arthrose bedingte schmerzhaften Gelenken der Finger, Hände, Füße,
  • Knie und Schultern mit Bewegungseinschränkung.

Viele Menschen kennen Hekla lava, die Lava des Hekla-Vulkans aus Island noch bei einer ganz anderen Anwendung:

  • dem Fersensporn.

Und Zahnärzte, die sich mit Homöopathie beschäftigen, empfehlen die Einnahme von Hekla lava e lava, wenn sich im Kieferknochen Bisphosphonat bedingte Nekrosen entwickeln, die das Einsetzen eines Implantats erschweren. Denn Hekla lava ist seit langem bekannt als ein Mittel speziell zum Aufbau des Kieferknochens. Zum Verständnis: Hekla lava e lava ist kein Akutmittel, sondern bedarf der längeren Einnahme: nach einer dreiwöchigen Anwendung wird eine einwöchige Pause eingelegt. 

Zur Unterscheidung

Causa und Leitsymptome von Hekla lava e lava, einem mineralischen Arzneimittel, ähneln sich denjenigen von Rhus toxicodendron, dem Giftsumach, einer nordamerikanischen Pflanze.

Betroffene schildern die Beschwerden (=Leitsymptome)

  • mit dem typischen Anlaufschmerz: „bis ich in Gang komme“, wobei jedes Gelenk betroffen sein kann.
  • die Rückenmuskulatur ist schmerzhaft verhärtet und verspannt.

Rhus toxicodendron D12, 3-mal täglich 5 Globuli ist sowohl ein Akutmittel wie auch ein Mittel, welches längerfristig angewendet werden kann. Typische Anwendungsgebiete sind Osteoporose, Bandscheibenabnutzung und Arthrose. Und selbstverständlich kennen Sie Rhus toxicodendron auch zur Anwendung bei bläschenartigem Hautausschlag wie beispielsweise dem Lippenherpes, was Sie im Homöopathie - Fallbeispiel Nr. 12 nachlesen können. 

Der besondere Tipp

In der Homöopathie allgemein bekannt sind die Kuren, die aus zwei sich ergänzenden Arzneimitteln bestehen. In vielen Apotheken ist deshalb die „homöopathische Gelenkkur“ nicht nur bekannt, sondern zu einer Standardempfehlung geworden, auch bei Rückenschmerzen durch Osteoporose. Dabei wird drei Wochen lang Hekla lava e lava D6, 3-mal täglich 1 Tablette eingenommen, danach wird Rhus toxicodendron D12, 3-mal täglich 5 Globuli drei Wochen lang angewendet, d.h. beide Arzneimittel werden im dreiwöchigen Wechsel eingesetzt.

Wie lange? Wenigstens drei bis vier Monate lang, um danach eine einmonatige Behandlungspause einzulegen; selbstverständlich kann die Kur mehrmals durchgeführt werden.

Wie hilft dem Betroffenen diese Kur? Zunahme der Bewegungsfähigkeit und Abnahme der Rücken- und Gelenkschmerzen und folglich Einsparung von Schmerzmitteln.

Unter www.hvkompass.de können Sie mehr über diese beiden Arzneimittel erfahren und zudem dem Betroffenen eine Patienteninfo ausdrucken – selbstverständlich mit dem Logo Ihrer Apotheke.

Dr. med. Markus Wiesenauer
Apotheker, Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren
onlineredaktion@ptaheute.de