Mumps-Impfung

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Bei einer Mumps-Erkrankung ist die Gefahr von Folgeschäden nicht ganz so groß wie bei den Masern. Dennoch kann es zu Komplikationen kommen, vor allem wenn Erwachsene an der Virus-Infektion erkranken. Deshalb wird – neben der Standardimpfung im Kindesalter – auch bestimmten Berufsgruppen die Impfung empfohlen. Sie erfolgt mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff.

Dicke Backe und mehr

Mit Mumps, auch Ziegenpeter genannt, verbinden die meisten Menschen eine dicke Backe. Hinter diesem typischen Symptom steckt eine entzündliche, schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Sie tritt entweder beidseitig oder nur einseitig auf und hält etwa drei bis acht Tage an. Allerdings kann dieses bekannte Erscheinungsbild auch ganz fehlen, vor allem bei jüngeren Kindern. Sie entwickeln manchmal nur das im Vorfeld auftretende grippeähnliche Stadium mit Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Im Kleinkindalter kann Mumps sogar völlig symptomlos verlaufen. Etwa ein Drittel aller Mumps-Infektionen wird daher gar nicht bemerkt. Dennoch können die Betroffenen andere anstecken.   

Lange Inkubationszeit

Mumps ist nicht ganz so hochansteckend wie es die Masern sind. Dennoch kommt es bei rund 60 Prozent aller Kontakte mit dem Mumps-Virus auch zu einer Infektion. Übertragen wird das Virus meist durch Tröpfcheninfektion. Bereits ein bis zwei Tage, bevor ein Infizierter erkrankt, kann man sich bei ihm bereits anstecken. Die Inkubationszeit ist mit circa 16 bis 18 Tagen recht lang.

Entzündete Hoden oder Brustdrüsen

Je älter ein Erkrankter ist, desto höher ist das Risiko für Komplikationen. Bis zu zehn Prozent der Patienten entwickeln eine Meningitis. Seltener (bis zu ein Prozent), aber noch weit gefährlicher, ist die Enzephalitis. Bei etwa jedem dritten männlichen Erkrankten nach der Pubertät kommt es zu einer Hodenentzündung. Das kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei Frauen ist eine Entzündung der Brustdrüsen oder der Eierstöcke möglich. Als weitere Komplikation kann sich die Bauchspeicheldrüse entzünden. Eine überstandene Mumps-Erkrankung hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität.

Impfung mit MMR-Kombinationsimpfstoff

Da für die Mumps-Impfung kein Einzelimpfstoff mehr zur Verfügung steht, erfolgt die Impfung mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff, der auch vor Masern und Röteln schützt, bzw. mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff, der zusätzlich vor Windpocken schützt. Die Impfempfehlungen für das Kindes- und Jugendalter decken sich mit den Masern-Impfempfehlungen. Besteht bei Erwachsenen eine berufliche Impfindikation, wird – ebenso wie bei der Masern-Erwachsenenimpfung – eine einmalige Impfung empfohlen. Da der MMR-Impfstoff abgeschwächte Mumps-Viren enthält, können neben allgemeinen Impfreaktionen auch abgeschwächte Mumps-ähnliche Symptome auftreten, etwa angeschwollene Ohrspeicheldrüsen oder Hoden.

STIKO-Impfempfehlungen

Standardimpfempfehlung:

  • alle Kleinkinder ab 11 Monaten bis zum Ende des 2. Lebensjahres 

Indikationsimpfempfehlung:

  • nach 1970 geborene Personen ab 18 Jahren ohne Impfung in bestimmten Berufen (Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung sowie in Gemeinschafts- oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene)

Impfschema und Impfstoffe

  • Zur Grundimmunisierung im Kinder- und Jugendalter wird der Impfstoff 2-mal injiziert. Es handelt sich um Lebendimpfstoffe (MMR-Vakzine, z.B. MMR VaxPro®, Priorix®, oder MMR-V, z.B. Priorix-Tetra®, ProQuad®).
  • Die erste Impfung sollte im Alter zwischen 11 und 14 Monaten, die zweite zwischen 15 und 23 Monaten erfolgen.  
  • Zwischen den einzelnen Impfstoffgaben soll ein Mindestabstand von 4 Wochen liegen.
  • Bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren, die nur einfach geimpft sind, sollte die zweite Impfung nachgeholt werden. 
  • Bei Impfindikation im Erwachsenenalter erfolgt nur eine einmalige Impfung.
Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de