Testkäufe helfen die Beratung zu verbessern

Teil 2: Calcium und ein Levothyroxin-Präparat

Vermeintlich harmlos: Ein Kunde verlangt ein Calcium-Präparat zur Osteoporose-Vorbeugung. / Bild: © Westend61 - Fotolia.com

Die Bundesapothekerkammer (BAK) lässt regelmäßig Testkäufe in Apotheken durchführen. Um Sie dabei zu unterstützen, eine leitliniengerechte Beratungsstruktur in der Apotheke einzuführen oder weiter auszubauen, haben wir die gängigsten „Testkäufe“ für Sie aufgegriffen und geben Tipps, wie Sie leitliniengerecht beraten. Im zweiten Teil geht es um einen Kunden, der zur Osteoporoseprophylaxe ein Calcium-Präparat verlangt.

"Ich nehme nix weiter ein, nur meine Schilddrüsentablette morgens!"

Ein Kunde möchte "lediglich" ein Calciumpräparat kaufen. Neben den Fragen, ob das gewünschte Arzneimittel für ihn selbst sein soll und warum er das Arzneimittel einnehmen möchte, muss immer abgeklärt werden, ob der Kunde noch weitere Medikamente regelmäßig einnimmt. So erfährt man, dass der Kunde das Calcium-Präparat für sich selbst zur Osteoporoseprophylaxe kaufen möchte. Weiter äußert er, keine Dauermedikamente einzunehmen "nur jeden Morgen seine Schilddrüsentablette", ein Präparat mit dem Wirkstoff Levothyroxin.

Zeitlichen Abstand einhalten

Genau bei der Kombination Calcium + Levothyroxin kann es aber Probleme geben. Die Resorption von Levothyroxin kann durch die gleichzeitige Einnahme von zum Beispiel eisen- und aluminiumhaltigen Arzneimitteln aber auch von Calciumpräparaten vermindert werden. Der einfachste Weg diese Interaktion zu umgehen, ist es, einen zeitlichen Abstand von mehreren Stunden einzuhalten. Das Schilddrüsenpräparat sollte also wie gewohnt morgens mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück eingenommen werden, das Calciumpräparat dann im besten Fall am Abend.

Wichtig ist an dieser Stelle auch der Hinweis, dass das Schilddrüsenmedikament grundsätzlich mit Leitungswasser und nicht mit Mineralwasser eingenommen werden sollte, da einige Mineralwässer erhebliche Mengen Calium enthalten. Mit den entsprechenden Hinweisen kann der Kunde also gerne das gewünschte Calcium einnehmen und somit einer Osteoporose vorbeugen. 

Testkäufe der Bundesapothekerkammer

Ziel der Testkaufaktionen durch die Bundeapothekerkammer ist eine leitliniengerechte Beratung. Jeder Kunde muss eine Beratung und die notwendigen und richtigen Informationen erhalten. Auch müssen die Eigendiagnose des Patienten hinterfragt oder die Grenzen der Selbstmedikation ausgelotet werden. So steht es in den Leitlinien der BAK, zum Beispiel der Leitlinie „Information und Beratung des Patienten bei der Abgabe von Arzneimitteln – Selbstmedikation“. Das darin beschriebene Vorgehen – die Beratungsstruktur- wird in den Testkäufen abgefragt. Anders als bei externe Kontrollen, beispielsweise von Fernsehsendern, die mit vermeintlich schlechten Ergebnissen ihre Quote steigern möchten, sind die Testkäufe der BAK als Fortbildungsmaßnahme für die Apotheken gedacht. 

Farina Leschke
PTA, Bramsche
onlineredaktion@ptaheute.de