Testkäufe helfen die Beratung zu verbessern

Teil 5: Eigendiagnose Fußpilz

Auch bei vermeindlich harmlosen Eigendiagnosen muss genau nachgefragt werden. / Bild: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Die Bundesapothekerkammer (BAK) lässt regelmäßig Testkäufe in Apotheken durchführen. Um Sie dabei zu unterstützen, eine leitliniengerechte Beratungsstruktur in der Apotheke einzuführen oder weiter auszubauen, haben wir die gängigsten „Testkäufe“ für Sie aufgegriffen und geben Tipps, wie Sie leitliniengerecht beraten. Im fünften Teil geht es um eine Kundin mittleren Alters, die über ein Brennen und Jucken am linken Fuß klagt, welches seit Tagen anhält. Am Wochenende war sie im Schwimmbad und hat seitdem die Beschwerden.

Eigendiagnose Fußpilz

Eine Kundin mittleren Alters kommt in die Apotheke und klagt über ein Brennen und Jucken am linken Fuß, welches seit mehreren Tagen anhält. Sie war am Wochenende im Schwimmbad und hat seitdem die Beschwerden. Sie vermutet, sich eine Fußpilzinfektion zugezogen zu haben.

Laut Leitlinie der ABDA muss auch hier wieder die Eigendiagnose hinterfragt werden und die Grenzen der Selbstmedikation abgeklärt werden.

Zum Hinterfragen der Eigendiagnose eignen sich beispielsweise Fragen wie

  • Welche Beschwerden liegen vor? (Juckreiz, Brennen, Rötung, leichte Schmerzen, Nässen etc.)
  • Seit wann liegen die Beschwerden vor?
  • Gibt es weitere Begleitsymptome? (Nagelpilz, Befall anderer Körperregionen)

Die Grenzen der Selbstmedikation: Wann zum Arzt?

Bei starken Schmerzen, rezidivierenden Beschwerden oder einem Befall der Nägel muss ein Arzt konsultiert werden. Das Gleiche gilt auch, wenn der Patient an Diabetes oder HIV erkrankt ist oder wenn weitere Arzneimittel wie Zytostatika oder Immunsupressiva eingenommen werden.

Verschiedene Darreichungsformen und Wirkstoffe in der Selbstmedikation

In der Selbstmedikation lässt sich Fußpilz in der Regel gut behandeln. Verschiedene Wirkstoffe wie Terbinafin, Bifonazol und Clotrimazol sind erhältlich. Die Wirkstoffe unterscheiden sich in der Anwendungshäufigkeit und Dauer. Ob Spray, Creme, Salbe oder Puder empfohlen wird, sollte je nach Patient und Hautbeschaffenheit individuell entschieden werden. Leidet der Patient unter Fußschweiß , ist ein Puder oder Gel am besten geeignet. Bei trockener Haut sollte hingegen zu Cremes und Lotionen gegriffen werden, da diese zusätzlich pflegende Effekte aufweisen. Lösungen sind insofern praktisch, weil sie sich dünn auftragen und gut einreiben lassen. Wer Fußkontakt vermeiden möchte, für den sind Sprays die geeignete Variante.

Zusatztipps

  • Lockere Lederschuhe ohne Gummisohle tragen
  • in Schwimmbädern, Saunen, Sportanlagen grundsätzlich Badelatschen tragen
  • Baumwollstrümpfe tragen und täglich wechseln
  • Zehenzwischenräume immer gründlich abtrocknen
  • Keine langen Bäder, Verwendung rückfettender Waschlotionen zur Hautpflege
  • Täglich Handtücher wechseln

Die richtige Hygiene

Bei einer Pilzerkrankung ist es besonders wichtig, auf die Hygiene zu achten. Handtücher, Badematten und Socken müssen bei mindestens 60° C gewaschen werde. Ist dies aufgrund des Materials nicht möglich, sollte zusätzlich zum Waschmittel ein Hygienespüler verwendet werden, um die Pilzsporen abzutöten.

Die Kundin berichtet beispielsweise, regelmäßig eine Fußcreme zu verwenden. Sie trägt beruflich Stützstrümpfe und hat trockene Haut an den Füßen. Die richtige Empfehlung ist in diesem Fall also ein Antimykotikum als Creme und zusätzlich ein Hygienespüler, mit dem sie Ihre Strümpfe waschen soll. Wenn nach 1 bis 2 Wochen keine Besserung eintritt, muss ein Arztbesuch empfohlen werden.

Farina Leschke
PTA, Bramsche
onlineredaktion@ptaheute.de