Touristen und die Google Translate Falle

Als Tourist hat man es nun wirklich nicht immer leicht. Vor allem, wenn man die Landessprache so gar nicht spricht. Oder Englisch. Oder Französisch. Oder Ausdruckstanz nicht beherrscht. Die moderne Technik rund ums Handy hilft in diesem Fall meistens sehr gut weiter und man findet am Ende doch schnell eine Lösung für seine Kunden. Meistens geht es um unkomplizierte Dinge, die man leicht erklären kann. Und manchmal weiß man nicht, wenn der Kunde betritt, dass man gleich einen kleinen Lachkrampf haben wird. Aber der Reihe nach …

Ein asiatischer Tourist kommt rein und versucht wild gestikulierend zu erklären, was er gerne hätte. Leider in seiner Landessprache. Ich habe aber nur ein großes Latinum, mit dem ich nichts mehr anfangen kann und hatte keinen Sprachexkurs in Mandarin. Also holt der nette Mann sein Handy heraus und hilft sich mit Google Translate. Nach gefühlten fünf Minuten, sagt er folgenden Satz: „Die Muschi meiner Freundin ist kitzelig.“

Jaja, ich weiß, man darf nicht lachen. Es ist mir aber äußerst schwer gefallen. Meine Kollegin, die dazu später sagte, dass das, was er gesagt hat, ja prinzipiell nichts Schlechtes wäre, hat auch nicht wirklich geholfen.

Schnell habe ich herausgefunden, dass er statt kitzeln jucken meinte. Also erklärt man in einem Deutsch-Englisch-Gestikulations-Google-Translate-Mix die Anwendung des geeigneten Präparats. Und dass er es am besten auch anwenden sollte. Und was man noch alles beachten sollte. Eine gefühlte Ewigkeit später, konnte dieser nette Tourist die Apotheke also wieder verlassen. Und hat hoffentlich verstanden, was denn eigentlich ein Zäpfchen ist …

Dieser arme Mann wurde also in einem fremden Land ohne Ahnung und ohne Hilfe von seiner Freundin losgeschickt, vielleicht weil es ihr zu peinlich war, selbst loszugehen. Und was sagt der Berliner dazu?

Genau: Dit is Liebe!

Marie Dietzsch
Apothekerin, Berlin
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