Quecke – harntreibender Wurzelstock

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Die Quecke ist im Allgemeinen nicht gerade ein Sympathieträger. Wo sich das zähe Gras im Garten oder auf dem Acker einmal angesiedelt hat, ist es kaum mehr zu vertreiben. Schuld daran ist der weit kriechende Wurzelstock der Quecke. Doch gerade er ist therapeutisch von Nutzen – und zwar zur Durchspülungstherapie.

Lässt sich nicht unterkriegen

Der Name „Quecke“ steht für unverwüstliche Lebenskraft. Er leitet sich vom althochdeutschen Wort „queck“ ab und das bedeutet so viel wie „kräftig, lebendig“. Übrigens stammt daher auch der Begriff „quicklebendig“. Die Gemeine Quecke (Arogpyron repens) hat tatsächlich eine enorme Durchsetzungskraft. Zu verdanken hat sie das ihrem tief in die Erde wachsenden Wurzelstock mit den langen unterirdischen Ausläufern. So manchem Gartenbesitzer ist das nur allzu bekannt. Schon kleine Rhizomstücke, die beim Umgraben im Boden bleiben, genügen fürs Weiterwachsen. Auf diese Weise kann das unempfindliche Süßgras (Poaceae) immer wieder neu austreiben.

Zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsbeschwerden

Doch was für Gärtner und Landwirte ein Graus ist, hat in der Pflanzenheilkunde seinen Wert. Queckenwurzelstock (Graminis rhizoma) enthält therapeutisch wirksame Substanzen. Dazu gehört insbesondere Triticin, ein dem Inulin ähnliches Polysaccharid. Außerdem sind Schleimstoffe, Zuckeralkohole, ätherisches Öl und Kieselsäure enthalten. Diesem Inhaltsstoffspektrum schreibt man die Wirksamkeit als Harnwegstherapeutikum zu. Graminis rhizoma wird bei entzündlichen Infekten der ableitenden Harnwege sowie vorbeugend bei Nierengrieß eingesetzt. Ausschließlich volksheilkundlich dient Queckenwurzelstock auch als Hustenmittel.

Verwendung als Teedroge

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Graminis rhizoma wird vor allem als Teedroge verwendet (3 bis 6 g/Tasse,
Tagesdosis 10 bis 20 g). Auch in einigen Fertigteemischungen findet sich Queckenwurzelstock in Kombination mit anderen Nieren- und Blasen-wirksamen Heilpflanzen (z.B. in Blasen- und Nierentee Bombastus, Caelo Birke-Bennnessel-Tee).

Stattliches Gras

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Die Quecke ist weltweit verbreitet und kommt auf allen Böden vor. Dieses Gras kann bis zu 150 Zentimeter hoch wachsen. Es trägt lange schmale Blätter, die am Grunde stängelumfassend sind. Von Juni bis August zeigen sich die flachen Ährchen. Sie sind dem Halm mit der Breitseite zugewandt und bilden in ihrer Gesamtheit eine langgestreckte, zweizeilige Ähre.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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