Duplikat oder nicht?

Ein Rezept, das den Vermerk „Duplikat“, „Kopie“ oder „Zweitschrift“ trägt, dürfen Apotheken in der Regel nicht beliefern, da Krankenkassen solche Rezepte meist zurückweisen. Konsequenz ist dann eine Retaxierung der Apotheke. Möglich ist oft eine „Wiederholungsverordnung“ mit einer Begründung, warum ein neues Rezept ausgestellt wurde (z. B. „Patient hat Rezept verloren“). Doch es gibt durchaus Fälle, in denen zwei identische Verordnungen am selben Tag ausgestellt werden, ohne dass es sich dabei um Duplikate handelt. So können z. B. Verordnungen mehrerer Packungen eines Arzneimittels nicht immer auf einem Rezept verordnet werden. Grund dafür könnte zum Beispiel sein, dass mit der Verordnung auf einem Rezept die durch Packungsgrößenverordnung und Rahmenvertrag vorgegebene maximale Abgabemenge überschritten würde.

Beispiel

2 x Pulmicort 40 x 2 ml N2 darf nicht auf einem Rezept verordnet werden, da die durch die Packungsgrößenverordnung definierte NMAX überschritten würde. Daher kann es vorkommen, dass zwei Einzelverordnungen über Pulmicort 40 x 2 ml ausgestellt werden.

Einordnung der Pulmicort Suspension gemäß PackungsV (Wirkstoff Budesonid, abgeteilte Inhalationslösungen, spezielle Darreichungsformen und andere Besonderheiten):

Merke:

  • Rezepte, die als „Duplikat“, „Kopie“ oder „Zweitschrift“ gekennzeichnet sind, werden von den Krankenkassen nur erstattet, wenn es hierfür eine explizite vertragliche Vereinbarung gibt. Apotheken sollten die für sie zutreffenden Vereinbarungen jeweils prüfen!
  • Identische Verordnungen mit gleichem Ausstellungsdatum sind aber nicht in jedem Fall als Duplikat-Verordnungen anzusehen, sondern oft erforderlich, wenn mehrere Packungen eines Arzneimittels aus verschiedenen Gründen nicht auf einem Rezept verordnet werden können.
  • Falls eine Apotheke solche Verordnungen erhält (und dies auch bemerkt), kann ein entsprechender Vermerk auf dem Rezept hilfreich sein, der begründet, warum es sich nicht um ein „Duplikat“ (z. B. „keine Doppelverordnung, Menge therapeutisch erforderlich“) handelt.

Das DAP

Das DeutscheApothekenPortal (DAP) gibt Hilfestellungen bei allen Fragen rund um die Arzneimittelabgabe und ist damit ein wichtiger Service-Partner der Apotheken. DAP unterstützt Apotheker und Apothekerinnen sowie PTA bei der richtigen Rezeptbelieferung und stellt eine Vielzahl von Arbeitshilfen, Postern, Fortbildungen und anderen kostenlosen Servicematerialien zu den verschiedenen in der Apotheke anfallenden Aufgaben zur Verfügung.

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