Lieferschwierigkeiten und Substitutionsausschlussliste

Aus einer Apotheke erreichte uns eine Anfrage zu folgendem Abgabeproblem:

Retaxfrage:

Durch die Substitutionsausschlussliste kommt bei uns in der Apotheke immer wieder eine Frage auf, auf die wir noch keine richtige Antwort wissen. Wenn der Arzt z.B. Hexal verordnet, dies aber momentan nicht lieferbar ist, kann ich dann trotzdem eine andere Firma abgeben, mit Begründung von Lieferschwierigkeiten oder muss ich dann den Patienten zurück zum Arzt schicken, um ein neues Rezept auszustellen?

Ende 2014 ist die vom Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erstellte Substitutionsausschlussliste in Kraft getreten. Seitdem dürfen Arzneimittel, die einen dort gelisteten Wirkstoff enthalten, in der Apotheke nicht mehr durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ersetzt werden. Ziel ist es, mögliche Therapieprobleme infolge einer Substitution, wie etwa eine kritische Über- oder Unterdosierung bei Wirkstoffen mit geringer therapeutischer Breite, zu verhindern. Für eine sinnvolle Umsetzung der Regelung sollte bei Verordnungen über betroffene Wirkstoffe sowohl der Handelsname aus auch der Hersteller angegeben werden. Kann das Rezept in der Apotheke nicht mit dem namentlich verordneten Medikament beliefert werden, wird ein neues Rezept benötigt. Sollte die Angabe des Herstellers fehlen (Wirkstoffverordnung, z.B.: L-Thyroxin 100 µg 100St.), muss ebenfalls der Arzt kontaktiert werden, damit dieser die Verordnung mit datierter Unterschrift um den Hersteller ergänzen kann. Dies gilt auch für den Notdienst.

Bei Wirkstoffen, die auf der Substitutionsausschlussliste stehen, ist ein Austausch grundsätzlich, d. h. auch bei Lieferproblemen, nicht zulässig. Ist das verordnete Arzneimittel nicht lieferfähig, wird also in jedem Fall ein neues Rezept benötigt.

Bei Wirkstoffen, die auf der Substitutionsausschlussliste stehen, ist ein Austausch grundsätzlich, d. h. auch bei Lieferproblemen, nicht zulässig. / Bild: © onoky - Fotolia.com

Praxisprobleme mit der neuen Substitutionsausschluss-Liste

Seit 10.12.2014 ist die Substitutionsausschluss-Liste (Teil B der Anlage VII AM-RL, G-BA) gültig. In dieser finden sich definierte Wirkstoffe mit zugehörigen Darreichungsformen, für die in der Apotheke kein Austausch auf ein wirkstoffgleiches Arzneimittel mehr vorgenommen werden darf. Hier finden Sie weitere Tipps zum Umgang mit der Substitutionsausschlussliste.

Zu den DAP-Praxistipps

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

Retaxfrage?

Gerne unterstützen wir Sie in unserer Rubrik "Retax-Fragen" in Zusammenarbeit mit dem DeutschenApothekenPortal bei der Lösung von Problemen bei der Arzneimittelabgabe und bei der Vermeidung von Retaxationen. Haben Sie eine Frage zur Rezeptbelieferung? Dann schicken Sie Ihren Fall gerne an per Mail an uns. Bitte beachten Sie, dass wir keine akute Hilfestellung vor der Abgabe geben können.

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