Prüfpflicht des Zuzahlungsstatus?

Aus einer Apotheke erreichte uns folgende Frage:

Retaxfrage

Wenn uns ein Rezept mit der Kennzeichnung „gebührenfrei“ vorliegt, sind wir in der Apotheke dazu verpflichtet, uns den Befreiungsausweis vorlegen zu lassen oder dürfen wir uns blind auf die Angabe des Arztes verlassen – hinsichtlich der Retax-Gefahr?

Geht aus der Verordnung der Gebührenstatus des Versicherten eindeutig hervor, unterliegt der Apotheker keiner weiteren Prüfpflicht und kann sich auf die Angaben der Arztpraxis verlassen.

Ist keine eindeutige Kennzeichnung vorhanden, z. B. wenn kein Kreuz auf den Statusfeldern gesetzt ist oder sogar beide Felder („Gebühr frei“ und „Gebühr-pflichtig“) angekreuzt sind, gilt der Versicherte laut Arzneiversorgungsvertrag (AVV) der Ersatzkassen als nicht von der Zuzahlung befreit.

Arzneiversorgungsvertrag vdek § 4 Abs. 4: „Ist weder das Feld „Gebühr frei“ noch das Feld „Gebühr-pflichtig“ auf dem Verordnungsblatt angekreuzt oder sind beide Felder angekreuzt, gilt der Versicherte als nicht von der Zuzahlung befreit, es sei denn, es wird ein gültiger Befreiungsbescheid der Ersatzkasse vorgelegt.“

Hier hat der Apotheker die Möglichkeit, den Status eigenhändig zu ändern. Dies gilt auch, wenn das Feld „Gebühr-pflichtig“ angekreuzt ist, aber der Versicherte einen Befreiungsausweis vorlegt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass entweder die Gültigkeit der Befreiung oder die Nummer der Befreiungskarte auf dem Rezept notiert wird. Abschließend muss der Apotheker diese Änderung mit Datum und Unterschrift gegenzeichnen.

Fazit

Wenn der Status eindeutig gekennzeichnet ist, besteht für die Apotheke keine Pflicht, diesen auf Korrektheit zu überprüfen. Um jedoch auf der sicheren Seite zu sein, können Apotheken den Status des Patienten noch einmal abfragen.

Bitte beachten Sie: Regelungen in den Regionallieferverträgen der Primärkassen können abweichen.

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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