Rechnungskürzung ohne Retax-Ankündigung

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Aus einer Apotheke erreichte uns folgende Anfrage:

Retax-Frage

Wir bekamen von unserem Apothekenrechenzentrum die Mitteilung einer Rechnungskorrektur in Höhe von 128,55 Euro, also ein Abzug aufgrund einer Beanstandung der Krankenkasse. Allerdings hat unser Chef niemals eine Retaxierung der Kasse erhalten. Wir wissen nun gar nicht, was beanstandet wird! Ist das rechtens? Ein Abzug ohne vorausgegangene Mitteilung der Retaxierung?

Antwort

Stellt eine Kasse oder ein Abrechnungszentrum einen Taxierungsfehler fest, dann erhält die betroffene Apotheke normalerweise innerhalb der Retaxierungsfrist ein Schreiben, in dem der ermittelte Differenzbetrag sowie ein Rezeptimage inklusive Retaxierungsgrund mitgeteilt werden. Die Apotheke kann dann innerhalb einer im jeweiligen Arzneimittelliefervertrag näher definierten Frist – in der Regel ein bis vier Monate – Einspruch gegen die Beanstandung einlegen. Versäumt er dies, gilt die Beanstandung als anerkannt. In seltenen Fällen kann es möglich sein, dass ein solches Schreiben der Kasse auf dem Postweg verloren geht. Im Zuge einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit sollte die Kasse der Apotheke jedoch auf Nachfrage ein Duplikat der ersten Retaxierung zukommen lassen und auch die Möglichkeit eines Einspruchs einräumen, auch wenn die Frist seit der ersten postalischen Zustellung bereits verstrichen sein sollte.

 

 

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de