Retax trotz vorgelegtem Befreiungsausweis?

Aus einer Apotheke erreichte uns eine Anfrage zu folgendem Abgabeproblem:

Eine Kundin legt beim Einreichen ihres Rezeptes einen offenbar gültigen Befreiungsausweis vor. Die Apotheke ändert daraufhin den auf der Verordnung gekennzeichneten Status von „gebührenpflichtig“ in „gebührenfrei“. Dennoch wurde die nicht geleistete Zuzahlung von der Krankenkasse (IKK classic HV Dresden) in Rechnung gestellt. Ist dieses Vorgehen korrekt?

In allen Regionalverträgen, die u.a. auch für die IKK classic HV gelten, ist die Gültigkeit eines solchen Handelns festgelegt. Das Ändern von „gebührenpflichtig“ in „gebührenfrei“ ist also völlig vertragskonform, solange die Patientin einen gültigen Befreiungsausweis vorlegt. In seltenen Fällen geben die Krankenkassen einen Befreiungsausweis heraus, bevor der Versicherte die Vorauszahlung geleistet hat. In Folge dessen kann es zu solchen Forderungen bzw. Retaxationen seitens der Krankenkasse kommen. Allerdings kann diese Problematik nicht an die Apotheke herangetragen werden – sie muss zwischen Krankenkasse und Versicherungsnehmer direkt geklärt werden.

Fazit: Die Apotheke hat richtig gehandelt, denn die Patientin hat einen gültigen Befreiungsausweis vorgelegt, auf den die Apotheke sich verlassen muss.

Tipp!

Um auf Forderungen von Zuzahlungen seitens der Krankenkassen schnell und gut reagieren zu können, empfiehlt es sich, den Befreiungsausweis beispielsweise von Stammkunden zu kopieren und abzuheften.

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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