Retaxation trotz aut-idem-Kreuz

Prüfstelle erkennt verschobenes aut-idem-Kreuz nicht

Aus einer Apotheke erreichte uns folgende Frage:

Retaxfrage

Wir belieferten die nachstehende Verordnung zulasten der BARMER GEK. Später erreichte uns eine Retaxation mit der Begründung: „Nichtabgabe eines Rabattarzneimittels“, was wir nicht verstehen können, da das Aut-idem-Kreuz gesetzt war und kein rabattbegünstigtes Arzneimittel zu beachten war. Wie sehen Sie den Fall?

Zum Zeitpunkt der Abgabe gab es für die BARMER GEK tatsächlich drei Rabattarzneimittel, die vorrangig hätten abgegeben werden müssen. Allerdings hatte der Arzt den Austausch auf ein solches mit dem Setzen des Aut-idem-Kreuzes (hier handschriftlich) untersagt. Das Problem ist, dass auf dem Rezeptimage handschriftlich gesetzte Kreuze häufig nicht als solche erkennbar sind – aus diesem Grund kam es zur Retaxation. Mit Blick auf das Originalrezept wird allerdings deutlich, dass ein handschriftlich Aut-idem-Kreuz gesetzt war, welches zur Nichtabgabe der Rabattarzneimittel geführt hatte.

Fazit

Die von Ihnen vorgenommene Abgabe war völlig korrekt und die Retaxation unbegründet. Der Prüfstelle ist allerding auch kein Vorwurf zu machen, da diese nur anhand des Rezept-Images prüfen kann und nicht anhand der Originalverordnung. Erst beim Blick auf das Original wird erkennbar, dass das Aut-idem-Kreuz verschoben ist.

Was kann man tun, um eine Retax zu vermeiden?

Als Notfalllösung könnte das verschobene Aut-idem-Kreuz mit einem Hinweispfeil an die korrekte Stelle verschoben werden, um es maschinell lesbar zu machen. Dies sollte jedoch eine Ausnahmelösung sein und nur angewendet werden, falls der Arzt eine absehbare Zeit nicht erreichbar ist. Besser wäre es, diesen um eine korrekte Verordnung zu bitten.

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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