Stückelung, wenn es die Packungsgröße nicht gibt?

Problematische Stückzahlverordnungen

Aus einer Apotheke erreichte uns folgende Frage:

Retaxfrage

Ein Patient hat folgende Verordnung bei uns eingereicht:

Granisetron beta 2 mg 10 Stück

Im Handel ist eine 1er Packung (N1) und eine 5er- Packung (N2). Können wir 2 x 5 Stück abgeben oder droht dann eine Retaxation? Wie würden Sie das bewerten?

Stückzahlverordnungen stellen ein häufiges Problem in der Apotheke dar, denn oft fallen diese in einen definierten N-Bereich, zu der aber keine entsprechende Packungsgröße im Handel ist. Eine Prüfung mit dem PZN-Checkplus macht Folgendes deutlich: 

Eine 10er-Packung Granisetron würde laut Packungsgrößenverordnung in den N3-Bereich fallen, ist jedoch nicht erhältlich. Daher ist laut Rahmenvertrag § 6 (2) eine der drei Bedingungen, um stückeln zu dürfen, nicht erfüllt:

„Entspricht die nach Stückzahl verordnete Menge, die keinem N-Bereich nach der geltenden Packungsgrößenverordnung zugeordnet werden kann, keiner im Handel befindlichen Packungsgröße, so sind, nach wirtschaftlicher Auswahl aus den zulässigen Packungsgrößen, verschreibungspflichtige Arzneimittel bis zur verordneten Menge abzugeben.“

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Stückeln erlaubt ist:

  • Die Menge kann keinem Normbereich zugeordnet werden.
  • Die größte Messzahl wird nicht überschritten werden.
  • Es ist keine Packung des Normbereiches im Handel.

Sicherlich ist es nicht im Sinne der Vertragspartner, das Stückeln in einem solchen Fall zu untersagen. Dies wird durch den Entwurf des neuen Rahmenvertrags vom 27.03.2013 bestätigt:

„Entspricht die nach Stückzahl verordnete Menge keiner im Handel befindlichen Packungsgröße, so sind, nach wirtschaftlicher Auswahl aus den zulässigen Packungsgrößen, verschreibungspflichtige Arzneimittel bis zur verordneten Menge abzugeben“.

Fazit

Die Normbereiche sind vor jeder Abgabe durch die Apotheke zu überprüfen. In manchen Regionalverträgen der Apothekerverbände ist das Stückeln in einem definierten Normbereich erlaubt, sofern keine entsprechende Handelsgröße existiert. Wenn eine entsprechende Vereinbarung im Regionalvertrag nicht besteht oder zulasten einer vdek-Kasse beliefert werden muss, darf die Apotheke in solchen Fällen leider nur eine Packung beliefern, auch wenn das nicht im Interesse des Arztes oder des Patienten ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Verordnung in eine reine Normgrößenverordnung ändern zu lassen, ohne Nennung einer PZN oder Stückzahl, da sich die Regularien des Rahmenvertrages § 6 nur auf Stückzahlverordnungen beziehen.

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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