T-Rezept: Retaxationen vermeiden

Aus einer Apotheke erreichte uns eine Anfrage zu folgendem Abgabeproblem:

Retaxfrage

Wir haben einen Kunden, der regelmäßig Verordnungen über „Imnovid 4 mg Hartkapseln 21 Stück“ einreicht. Da es sich um ein T-Rezept handelt und das verordnete Medikament sehr teuer ist, möchten wir sichergehen, dass wir bei der Abgabe und Abrechnung alles richtig machen. Was ist bei einem T-Rezept wichtig?

Das Präparat Imnovid® enthält den Wirkstoff Pomalidomid, der wie Thalidomid und Lenalidomid stark fruchtschädigend ist und nur unter Einhaltung besonderer Auflagen verordnet und abgegeben werden darf.

Pomalidomid-, lenalidomid- und thalidomidhaltige Arzneimittel dürfen nur auf einem zweiteiligen T-Rezept, bestehend aus einem Deckblatt (Teil I) und einem Durchschlag (Teil II), verordnet werden. Die Durchschläge werden wöchentlich von der Apotheke an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschickt, während das Deckblatt zur Abrechnung mit der Krankenkasse genutzt wird. Die Gültigkeit des Rezeptes beträgt 6 Tage nach Ausstellungsdatum und es darf nur ein Arzneimittel pro Rezept verordnet werden. Jedes T-Rezept ist mit einer T-Rezeptnummer versehen, die eindeutig dem verschreibenden Arzt zugeordnet ist.

Bei der Abgabe eines teratogenen Arzneimittels besteht gemäß Apothekenbetriebsordnung eine Dokumentationspflicht für den Apotheker (ApBetrO § 17 Abs. 6b) und es herrscht ein generelles Versandverbot für diese Arzneimittel (ApBetrO § 17 Abs. 2b). Zudem sind besondere Verordnungs- und Abgabevorschriften von Arzt und Apotheke zu beachten (§§ 2 und 3a AMVV).

Welche Angaben auf dem T-Rezept müssen in der Apotheke überprüft werden?

Vor der Abgabe eines Arzneimittels ist das vorliegende Rezept immer auf erkennbare Irrtümer zu prüfen (ApBetrO § 17 Abs. 5). Handelt es sich um ein T-Rezept, müssen folgende Angaben vorhanden sein:

Grafik: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

1. Name und Geburtsdatum des Patienten

2. Ausstellungsdatum (Vorsicht: Rezeptgültigkeit 6 Tage nach Ausstellungstag!)

3. Bestätigung des Arztes durch Ankreuzen: Sicherheitsbestimmungen eingehalten und Informationsmaterial an den Patienten ausgehändigt (zwei Kreuze)

4. Bestätigung des Arztes durch Ankreuzen: Entweder „In-Label“ oder „Off-Label“-Anwendung (nur ein Kreuz!)

5. Verordnung von maximal einem Arzneimittel: Bezeichnung des Fertigarzneimittels oder des Wirkstoffes inkl. der Stärke, der Darreichungsform und der Menge bzw. bei Rezepturarzneimitteln die Zusammensetzung nach Art und Menge sowie die Gebrauchsanweisung (Höchstmenge ist begrenzt!)

Merke:

Höchstmenge je Rezept: Bei Frauen im gebärfähigen Alter der Bedarf für vier Wochen, ansonsten der Bedarf für zwölf Wochen!

6. Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis oder der Klinik der verschreibenden ärztlichen Person einschließlich einer Telefonnummer zur Kontaktaufnahme

7. Eigenhändige Unterschrift der verschreibenden ärztlichen Person

Folgende Angaben sind von der Apotheke einzutragen:

8. Abgabedatum in der Apotheke

9. gültige Pharmazentralnummer (PZN)

10. Faktor (Anzahl der Packungen)

11. Apotheken-Nummer/IK (Institutionskennzeichen)

12. Name oder Firma des Inhabers der Apotheke und deren Anschrift (Nr. 12 befindet sich auf der Rückseite des Rezeptes und ist deshalb nicht auf der Grafik abgebildet.)

Zusätzlich sollte ein Apothekenstempel auf die Rückseite des Durchschlags (Teil II) aufgebracht werden.

Fazit:

Bei der Belieferung eines T-Rezeptes ist eine genaue Kontrolle des Rezeptes unerlässlich, um eine Retaxation zu vermeiden. Fehlt eine Angabe auf dem T-Rezept oder ist eine Angabe unleserlich oder erkennbar falsch, ist in Zusammenarbeit mit einem Apotheker Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt zu halten. Erst wenn alle Unklarheiten vom Arzt beseitigt wurden, darf das pomalidomid-, lenalidomid- oder thalidomidhaltige Arzneimittel an den Patienten übergeben werden.

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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