Erstattungsfähigkeit von Thesit® bei Erwachsenen

Rezepturen mit Poidocanol sind für Erwachsene nur unter bestimmten Voraussetzungen erstattungsfähig. / Bild: © Image Source - Fotolia.com

Aus einer Apotheke erreichte uns die Anfrage, ob Polidocanol (Thesit®) als Wirkstoff in einer Rezeptur zur kutanen Anwendung für Erwachsene erstattungsfähig ist, sprich zulasten der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden kann.

Retax-Frage

Die Rezeptur mit Polidocanol (Thesit®) wurde von einer Hautklinik zulasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet. Der Hautarzt, der die Rezeptur weiterverordnen sollte, tat dies nur auf einem Privatrezept. Ist die Rezeptur nicht erstattungsfähig und die Apotheke hätte schon die Erstverordnung nicht zulasten der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen dürfen?

Gemäß der OTC-Ausnahmeliste (Anlage 1 Arzneimittel-Richtlinie) ist eine Rezeptur mit Polidocanol (Thesit®) als Wirkstoff für Erwachsene nur in Ausnahmefällen erstattungsfähig, zur Behandlung schwerwiegender generalisierter blasenbildender Hauterkrankungen.

Ist eine Thesit®-Rezeptur auf einem Kassenrezept für einen Erwachsenen ohne Angabe einer Diagnose verordnet, muss die Apotheke nicht überprüfen, ob der Arzt sich an die Vorgaben der Arzneimittel-Richtlinie gehalten hat und kann die Rezeptur zulasten der Kasse abrechnen. Ist hingegen bei einer entsprechenden Thesit®-Verordnung eine Diagnose auf dem Rezept angegeben, die nicht mit den Ausnahmen der Arzneimittel-Richtlinie übereinstimmt, hat die Apotheke eine Prüfpflicht und sollte den Arzt darauf hinweisen.

Polidocanol (Thesit®)

Polidocanol ist äußerlich wirksam bei Juckreiz oder leichten Schmerzen. In dermatologischen Rezepturen wird Polidocanol in drei- bis fünfprozentiger Konzentration zur Schmerz- und Juckreizlinderung eingesetzt, beispielsweise bei Neurodermitis, juckenden Dermatosen oder Ekzemen.

PTAheute-Online-Redaktion
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