Unterschiedliche Bedruckung der BtM-Durchschläge

Aus einer Apotheke erreichte uns folgende Frage:

Bei uns wurde folgendes BtM-Rezept eingereicht:

Als wir Teil I und Teil II zum Bedrucken voneinander trennten, fiel uns auf, dass beide Teile unterschiedlich bedruckt sind. Teil I (Durchschlag für die Apotheke) sah folgendermaßen aus:

Zwar hat der Arzt das „A“ zur Kennzeichnung der Überschreitung der Höchstmenge für 30 Tage handschriftlich geändert, jedoch ist ihm anscheinend nicht aufgefallen, dass sowohl Reihenfolge als auch eine Position ganz ausgetauscht wurden. Wie können wir hier weiter vorgehen? Dürfen wir den „falschen Durchschlag“ einfach vernichten?

Ein BtM-Rezept ist ein dreiteiliges Formular, bei dem alle 3 Teile identisch sein müssen. Teil II ist das „Deckblatt“ und wird zur Abrechnung mit der Krankenkasse verwendet. Teil I ist der Durchschlag und bleibt zu Dokumentationszwecken in der Apotheke – und Teil III verbleibt beim Arzt. Früher wurden die BtM-Rezepte mit einem Nadeldrucker bedruckt, der eine identische Verordnung auf allen drei Teilen gewährleistete. Heutzutage werden auch Tintenstrahldrucker verwendet, die wie Ihr Fall zeigt, nicht immer gewährleisten können, dass auf allen drei Teilen die gleiche Verordnung aufgeführt ist. In diesem Fall ist von der Arztpraxis ein neues Rezept anzufordern, denn es würde eine Retaxation drohen, wenn nach dem Abrechnungsteil abgerechnet, aber nach dem Durchschlag abgegeben wird.

Fehldrucke von BtM-Rezepten dürfen nicht vernichtet werden, sondern müssen aufgrund der fortlaufenden Rezeptnummer in der Arztpraxis archiviert werden.

Fazit

Eine genaue Kontrolle der BtM-Rezepte vor der Abgabe ist unerlässlich, um eine Retax zu vermeiden. Sowohl das Deckblatt, als auch der Durchschlag sollten nicht nur auf Vollständigkeit, sondern auch auf Gleichheit kontrolliert werden. Zudem gibt es in vielen Apotheken-EDV-Systemen die Möglichkeit, Warnhinweise zu hinterlegen, dass BtM-Rezepte aus bestimmten Arztpraxen besonders genau zu prüfen sind (falls diese schon in der Vergangenheit durch solche Fehler aufgefallen sein sollten).

Nadine Graf
PTA, DeutschesApothekenPortal (DAP)
graf@dapgruppe.de

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