Pharmaökonomie

Neuer Bachelor-Studiengang für PTA an der Rheinischen Fachhochschule Köln

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Die Rheinische Fachhochschule (RFH) in Köln den neuen Studiengang Pharmaökonomie an. Er vermittelt Fachwissen aus Medizin, Pharmazie und Ökonomie sowie Kenntnisse der Gesundheitspolitik. Eine Chance mit guten Berufsaussichten für PTA.

Der deutsche Arzneimittelmarkt zählt zu einem der wichtigsten pharmazeutischen Märkte weltweit. Ständig wachsende Gesundheitsausgaben bedingen eine pharmaökonomische Betrachtung von Arzneimitteltherapien mit dem Ziel, eine optimierte und finanzierbare Gesundheitsversorgung mit Arzneimitteln zu gewährleisten. Zum Sommersemester 2016 bietet die Rheinische Fachhochschule Köln (RFH) deshalb den neuen Bachelor-Studiengang „Pharmaökonomie (B.Sc.)“ an, der sowohl Vollzeit auch als in berufsbegleitender Form (Studium abends und samstags) angeboten wird. Das Fachgebiet vermittelt insgesamt ein breites Wissensspektrum zu den Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf die pharmazeutische Branche. Die Pharmaökonomie ist eine seit rund 20 Jahren junge Disziplin mit wachsender Bedeutung, in der Kenntnisse aus der Medizin, der Pharmazie, der Ökonomie sowie des gesundheitspolitischen Umfeldes zusammenfließen.

Was machen Pharmaökonomen?

Pharmaökonomen finden ein breites Betätigungsfeld, beispielsweise bei gesetzlichen Krankenkassen, bei privaten Krankenversicherungen, in Verbänden, Behörden, Unternehmensberatungen, in der pharmazeutischen Industrie oder in medizinischen Einrichtungen. Hier sind sie unter anderem eingebunden in die Beantwortung von Fragestellungen des Ressourcenmanagements, Marketings oder des Market Access innovativer Arzneimittel. Besonders gut geeignet sei der Studiengang für Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten, die sich beruflich weiterqualifizieren möchten, so Studiengangsleiterin Dr. Stefanie Clemen.

Key Facts

  • akkreditiert und staatlich genehmigt
  • Abschluss: Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Regelstudienzeit: Vollzeit 6 Semester, berufsbegleitend 7 Semester
  • Gesamtworkload: 180 CP
  • Studiengebühren: Vollzeit € 420 mtl., berufsbegleitend € 360 mtl. zzgl. AStA-Beitrag: Vollzeit € 184,50, berufsbegleitend € 11,50 pro Semester (s. Gebührenordnung)

Beschäftigungsmöglichkeiten in der pharmazeutischen Industrie

Da sich die Nutzenbewertung für Arzneimittel auf Innovationen konzentriert und die Hersteller eine Bringschuld für den Nutzennachweis ihrer Produkte haben, ist die forschende pharmazeutische Industrie der größte Arbeitgeber für Pharmakoökonomen. Hauptaufgaben sind die Planung und Durchführung von pharmaökonomischen Studien sowie die Aufbereitung der Ergebnisse, damit diese im Rahmen der institutionalisierten Zusatznutzenbewertung, z. B. für Kostenerstattungsentscheidungen (im Reimbursement-Verfahren), nutzbar sind.

Beschäftigungsmöglichkeiten in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen

Auch Krankenhäuser sind zunehmend einem Kostendruck ausgesetzt. Daher werden für besonders kostenintensive Therapiebereiche klinikweite Empfehlungen erarbeitet. Hier können Pharmakoökonomen den Anteil der Arzneimittelkosten an der Entwicklung der Kliniken mitcontrollen. Gemeinsam mit den Chefärzten und dem kaufmännischen Management erstellen sie für die Leitung der Krankenhausapotheke monatliche Kostenanalysen, die es erlauben, den vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gesteckten Rahmen der DRG-Arzneimittelkosten einzuhalten. Pharmaökonomen sind zudem budgetberatend tätig und beschäftigen sich mit der Frage, inwiefern eine optimierte innovative Arzneimittel-Therapie Auswirkungen auf eine Verweildauer im Krankenhaus hat und damit zu einer Kostenreduzierung führen kann.

Beschäftigungsmöglichkeiten bei Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen sowie im öffentlichen Gesundheitswesen

Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen nutzen die Erkenntnisse von pharmaökonomischen Kosten-Nutzen-Analysen im Rahmen ihrer Beratungs- und Prüfaufgaben zur Wirtschaftlichkeit der Arzneimitteltherapie. Pharmaökonomischer Sachverstand ist außerdem bei denjenigen Organisationen gefragt, die im staatlichen Auftrag Kosten-Nutzen-Bewertungen von Arzneimitteln vornehmen. Hierzu gehört beispielsweise das IQWIG – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Das Studium: Fächer und Module

Das Studium ist dreistufig aufgebaut:

  • Allgemeine rechtliche, betriebs- und volkswirtschaftliche sowie medizinische Grundlagen im Gesundheitswesen
  • Pharmakologische Grundlagen
  • Anwendung der erworbenen pharmaökonomischen Kenntnisse

Im letzten beiden Semestern können die Studierenden zwischen zwei Studienschwerpunkten wählen:

  • Pharmakoökonomische Herausforderungen für die Pharmaindustrie
  • Gesundheitsversorgung der Zukunft, insbesondere Arzneimittelversorgung

Mehr Infos zu den einzelnen Fächern finden Sie hier

Der Studiengang Pharmaökonomie (B.Sc.) vermittelt ein breites Wissen über die Rahmenbedingungen der Gesundheitswirtschaft mit Fokus auf das Marktsegment der pharmazeutischen Branche.

Cornelia Neth
PTA, Chefredakteurin PTAheute.de, Leitung der Online-Redaktion
onlineredaktion@ptaheute.de