Cannabis Gipfel – Essen

Datum
28.10.2020
Zeit
09:30
Bundesland
Nordrhein-Westfalen
Adresse
Hollestraße 1
Ort
Essen
Preis
149 €
Anmeldepflichtig
Ja
Veranstalter
Deutscher Apotheker Verlag
Veranstaltungsformat
Tagung/Kongress

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Seit März 2017 steigt die Anzahl der verordneten Cannabinoide von Quartal zu Quartal. Die Bedeutung von individuell hergestellten Zubereitungen ist immens, weil industrielle Fertigarzneimittel den spezifischen Bedürfnissen des einzelnen Patienten meist nicht gerecht werden.

Cannabis Gipfel 2020

 

Experten aus Universität, Klinik, Kanzlei und Apotheke stehen Ihnen Rede und Antwort zum Status quo. Werden Sie selbst aktiv! Vom Handling bis zu wichtigen Beratungstipps: Ihre Aussteller halten Übungsmaterial bereit und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Das Endocannabinoid-System: Pharmakologie und medizinischer Einsatz von Cannabinoiden

Unser Körper ist voller Cannabis-Rezeptoren (CB1, CB2) und deren Liganden wie Anandamid oder 2-AG. Dieses Endocannabinoid-System ist wichtig für die innere Homöostase und gilt vereinfachend als eine Bremse gegen zu starke Erregung (Stress, Unruhe, Schmerzen, Krampfbereitschaft).
Prof. Herdegen unterscheidet Substanzen wie Tetrahydrocannabinol, die v.a. über CB-Rezeptoren wirken und in hoher Dosierung ein psychotropes Potential besitzen, sowie Substanzen wie Cannabidiol (CBD), die über zahlreiche Nicht-CB-Rezeptoren wirken und evtl. die psychotrope Wirkung von THC antagonisieren können. Er referiert auch über die Kinetik, Arzneimittelinteraktionen und Nebenwirkungen von medizinischen Cannabinoiden.
Dr. Marc Seibolt, Chefarzt der Tagesklinik für Schmerzmedizin am Algesiologikum München, erläutert die medizinischen Einsatzgebiete von Cannabinoiden und berichtet von Therapieerfahrungen anhand von Fallbeispielen. Zwar ist die Evidenzlage zu medizinischem Cannabis in vielen Bereichen immer noch gering, aber Daten und Erfahrung haben in den letzten Jahren merklich zugenommen. Schmerz ist der häufigste Grund für eine Verordnung von Cannabis-Wirkstoffen, gefolgt von Spastik und Anorexie/Wasting.

Aufgrund betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften darf dieser Vortrag nicht von PTA besucht werden.

Prof. Dr. Thomas Herdegen, Kiel, und Dr. Marc Seibolt, München

 

Schwarz auf Weiß – Rechtliche Rahmenbedingungen für Cannabis-Arzneimittel

Mit dem „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ wurde medizinisches Cannabis in Deutschland nicht nur verkehrs- und verordnungsfähig, sondern auch erstattungsfähig – unter bestimmten Voraussetzungen und nach Genehmigung durch die gesetzliche Krankenkasse. In der Praxis zeigen sich in der Auslegung dieser Voraussetzungen einige Problemfelder. Anhand der bisherigen Rechtsprechung haben sich wichtige Punkte herauskristallisiert, die bei der Antragstellung, der Verordnung und Abgabe von Cannabinoiden beachtet werden sollten, nicht zuletzt, um Retaxationsrisiken zu minimieren.

Eine Sonderstellung innerhalb der Cannabis-Wirkstoffe nimmt Cannabidiol (CBD) ein. CBD ist kein Betäubungsmittel und fällt nicht unter die Regelungen des „Cannabis-Gesetzes“. Nichtsdestotrotz ist CBD als Arzneimittel verschreibungspflichtig. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit CBD dürfen nicht ohne weiteres in Verkehr gebracht werden. Apothekerin und Rechtsanwältin Isabel Kuhlen bietet Orientierung im Rechts-Dschungel rund um Cannabis-Arzneimittel.

Isabel Kuhlen, Vellmar

 

Von Tee bis Kapsel – die verschiedenen Darreichungsformen von Cannabis: Wirkstoffe, Anwendung, Verarbeitung

Cannabis kann in zahlreichen unterschiedlichen Formen medizinisch eingesetzt werden: inhalativ oder als Tee, in Form von Fertigarzneimitteln (u.a. Extrakten) oder auch rein in Form der isolierten wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe. Wird Cannabis als Droge (Blüten) in der Apotheke gehandhabt, sind natürlich alle Aspekte eines rezepturmäßigen Umgangs zu bedenken und Vorschriften zu erfüllen.

In der Apotheke kommen damit neben Dronabinol und Cannabidiol auch Cannabis-Blüten („Marihuana“) in der Rezeptur vor. Es muss entschieden werden, wo und unter welchen Bedingungen die Cannabis-Blüten in der Apotheke gelagert und verarbeitet werden. Identitätsreaktionen müssen geplant und korrekt umgesetzt werden. Die Umsetzung von NRF-Vorschriften sind wertvolle Möglichkeiten, plausible und geeignete Zubereitungen patientenindividuell herzustellen. Die Dokumentation umfasst wie bei allen Rezepturen sowohl Plausibilitätsprüfungen als auch die bekannten Protokolle. Nicht zuletzt sind bei der Abgabe die richtigen Preisberechnungen zu kennen und anzustellen.

Dr. Christian Ude, Darmstadt, und/oder Dr. Mario Wurglics, Frankfurt

   
Podiumsdiskussion: Was Sie schon immer zu Cannabis-Arzneimitteln wissen wollten – unsere Experten stehen Rede und Antwort

Welche Sorten und Darreichungsformen von Cannabis sind verfügbar? Wem wird was auf welcher rechtlichen Grundlage verschrieben? Wie gestaltet sich Beschaffung, Lagerung und Prüfung in der Apotheke? Wie ist die Erstattung geregelt? Wofür braucht man die Sonder-PZN für Cannabis-Zubereitungen? Wie erfolgt die Dokumentation von Cannabis-Rezepturen in der BtM-Kartei? Was ist zu tun, wenn das BtM-Rezept aufgrund von Lieferengpässen bei bestimmten Blüten nicht binnen sieben Tagen beliefert werden kann?

Diese und viele andere Fragen beschäftigen Apotheken tagtäglich im Umgang mit Cannabis. Auch Sie sind vielleicht im einen oder anderen Punkt unsicher oder haben Fragen, die Sie schon immer mal klären wollten. Dann nutzen Sie die Gelegenheit und das Fachwissen der anwesenden Referenten. In der abschließenden Podiumsdiskussion haben Sie die Gelegenheit, unsere Experten alles zu fragen, was Ihnen auf den Nägeln brennt oder im Alltag Probleme bereitet.

Prof. Dr. Thomas Herdegen, Dr. Marc Seibolt, Isabel Kuhlen, Dr. Christian Ude, Dr. Mario Wurglics, Dr. Andreas Ziegler
Moderation Antje Piening

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Tageskarte inkl. Verpflegung und Besuch der Ausstellung:

149,– €  inkl. MwSt. für Apotheker
129,– €  inkl. MwSt. für PTA

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Referent
-
Zielgruppe
PTA, Apotheker

Der Veranstaltungsort

Haus der Technik e. V.

Hollestraße 1
45127 Essen


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