Wie kann man lästiges Schwitzen vermeiden?

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Um den Flüssigkeitsverlust bei höheren Temperaturen und körperlicher Anstrengung auszugleichen, ist es wichtig, viel zu trinken.
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Bei hochsommerlichen Temperaturen geraten auch diejenigen ins Schwitzen, die sonst eigentlich kein Problem damit haben. Welche Tipps und Tricks helfen, Schweißflecken und unangenehme Gerüche zu vermeiden?

Der von den Schweißdrüsen abgesonderte Schweiß ist physiologisch durchaus sinnvoll, denn er schützt den Körper durch Verdunstungskälte vor Überhitzung. Er fungiert auf diese Weise sozusagen als körpereigene Klimaanlage. Und dennoch kann übermäßiges Schwitzen für Betroffene sehr störend sein. Neben unangenehmen Gerüchen können Schwitzflecken unter den Achseln oder feuchte Handinnenflächen die Betroffenen sehr belasten.
Übrigens: Frischer Schweiß selbst ist geruchlos – unangenehme Gerüchte entstehen erst, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen.

Antitranspirantien und Deodorants

Während Deodorants lediglich den unangenehmen Schweißgeruch mit Düften überdecken, verengen Antitranspirantien die Schweißporen. Die Schweißabsonderung wird somit verringert und das Hemd bleibt unter den Achseln trocken. Meist werden zu diesem Zweck Aluminiumsalze wie Aluminiumchlorohydrat eingesetzt. Diese Salze wirken zusätzlich bakteriostatisch und können Ammoniak und Amine in geruchlose, nichtflüchtige Substanzen umwandeln.

Aluminiumverbindungen geraten wegen eventueller Spätschäden an Nerven, Niere und Knochen immer wieder in Kritik. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist die Aufnahme über die Haut jedoch zu gering, um solche Schäden zu verursachen. Dennoch sollten Antitranspirantien mit Aluminiumsalzen vorsichtshalber nicht auf verletzte Haut aufgetragen werden.

Aluminium in Deos – wirklich ein Problem?

Erst kürzlich teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit, dass Aluminiumhaltige Deos weniger belastend für den Körper sind als bisher angenommen. „Durch die Haut wird signifikant weniger Aluminium aufgenommen als auf bislang vorliegender, limitierter Datenbasis berechnet“, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

„Wer sich grundsätzlich vor einer zu hohen Aluminiumaufnahme schützen will, sollte darauf achten, dass vor allem saure und salzhaltige Lebensmittel und Getränke nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, etwa über Trinkflaschen, Backbleche, Grillschalen“, heißt es vom Institut.

Hilft Salbei?

Der Einsatz von Salbei bei Hyperhidrose (krankhaft erhöhtem Schwitzen) hat eine lange Tradition. Die Wirkung von salbeihaltigen Teezubereitungen, Dragees oder Externa auf alkoholischer Basis konnte nun auch in Studien belegt werden. Um eine effektive Wirkung zu erzielen, müssen die Präparate jedoch regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Zur Akuthilfe sind sie also nicht geeignet.

Die Selbstmedikation mit salbeihaltigen Zubereitungen wurde von der EMA (European Medicines Agency) auf sechs Wochen begrenzt und für Kinder und Jugendliche sowie Schwangere und Stillende nicht empfohlen, da für diese Personengruppen keine Untersuchungsdaten vorliegen.

Kann man Schwitzen verhindern?

Komplett vermeiden lässt sich die Schweißbildung nicht – wie oben erläutert, wäre das auch nicht sinnvoll. Verschiedene Maßnahmen helfen aber, das Ausmaß zu reduzieren. Wer helle und weit geschnittene Kleidung trägt, kommt nicht so schnell ins Schwitzen. Dabei sollte natürlichen Materialien der Vorzug vor synthetischen gegeben werden, da letztere die Geruchsbildung verstärken.

Um den Flüssigkeitsverlust bei höheren Temperaturen und körperlicher Anstrengung auszugleichen, ist es wichtig, viel zu trinken. Kaffee und Alkohol sollten jedoch besser gemieden werden, da sie die Schweißabsonderung verstärken können. Aus demselben Grund sollte auch auf scharfe, stark gewürzte Speisen verzichtet werden.

Auch die Temperatur der Speisen und Getränke ist wichtig: Eiskaltes hat eine Aktivierung der Temperaturgegenregelung des Körpers zur Folge. Anstelle der gewünschten Abkühlung würde die Schweißbildung so angekurbelt werden.

Eine Rasur der Achsel- und Intimbehaarung kann helfen, unangenehmen Körpergeruch zu vermeiden: Die Körperhaare bieten einen guten Lebensraum für Bakterien, die wiederum den Schweiß zu riechenden Substanzen abbauen.

Wer regelmäßig Sport treibt, wird belohnt

Regelmäßige sportliche Betätigung trainiert das körpereigene Kühlsystem und führt im Ruhezustand zu einer verminderten Schweißbildung. Denselben Effekt kann man mit regelmäßigen Saunabesuchen oder Kalt-Warm-Wechselduschen erreichen. Apropos duschen: Auch bei einer Erfrischungsdusche sollte die Temperatur nicht zu kalt eingestellt werden, um kein gegenregulatorisches Schwitzen auszulösen.

Wann muss ärztlicher Rat eingeholt werden?

Wer trotz aller oben genannten Gegenmaßnahmen unter einer übermäßigen Schweißproduktion leidet, sollte das Gespräch mit seinem Hausarzt suchen. Wurde eine Grunderkrankung als Ursache für das Schwitzen ausgeschlossen, kann überlegt werden, ob eine medikamentöse Therapie z. B. mit Botulinumtoxin oder eine operative Entfernung der Schweißdrüsen in Betracht kommen.