Aktuelle Kurzmeldungen zur Corona-Pandemie

Woche vom 31.08. bis 04.09.2020

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Die Entwicklung der Corona-Krise ist sehr dynamisch. Um Sie zeitnah mit apothekenrelevanten Neuigkeiten zu versorgen, fassen wir laufend die wichtigsten Meldungen zum Thema für Sie zusammen.

Freitag, den 04.09.2020

Wie lange Corona-Quarantäne dauert entscheidet das RKI

In der Debatte um eine mögliche Verkürzung von Quarantänezeiten im Kampf gegen die Corona-Pandemie sieht sich die Bundesregierung vorerst nicht am Zug. Ihr Sprecher Steffen Seibert verwies am Freitag darauf, dass für die Regierung derzeit die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für eine Quarantäne von 14 Tagen gelten. Wenn es wegen neuer Erkenntnisse neue Empfehlungen gebe, würden diese auch vom RKI ausgehen. Seibert machte zugleich deutlich, dass die wissenschaftliche Diskussion darüber wahrgenommen und verfolgt werde. In der Pandemie gehe es für Gesellschaft und Politik um ein ständiges Lernen und ständig neues Abwägen. Gesundheitspolitiker mehrerer Fraktionen haben sich dafür ausgesprochen, die Quarantänezeit bei Corona-Verdachtsfällen zu verkürzen. „Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen“, sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der “Welt“. „Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist.“ Das Gesundheitsministerium erläuterte, dass sich eine Quarantäne auf Menschen beziehe, die Kontakt zu Infizierten hatten - damit solle vermieden werden, dass sie während der Inkubationszeit ungewollt andere infizieren. Davon sei eine Isolierung zu unterscheiden, die sich auf Infizierte beziehe, die das Virus ausscheiden. Bisher dauert diese Isolation zehn Tage.

Quelle: dpa / cn

Österreich startet Corona-Ampel – Fallzahlen „zu früh zu hoch“

In Österreich startet am Freitag ein Corona-Warnsystem in Form einer vierfarbigen Ampel. Die Infektionslage in jeder Region soll wöchentlich bewertet werden und im Internet in einer Farbstufe von Grün (niedriges Risiko) über Gelb und Orange bis Rot (sehr hohes Risiko) erscheinen. Für jede Stufe sollen konkrete Maßnahmen gelten.

Ein Kriterium ist dabei wie bei der Corona-Obergrenze in Deutschland die Entwicklung der Fallzahlen in den vorherigen sieben Tagen, zusätzlich wird aber die Auslastung der Krankenhäuser, die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungsketten und das Verhältnis durchgeführter Tests zur Zahl der positiven Nachweise berücksichtigt. Nachdem eine Expertenkommission wöchentlich die Lage bewertet, soll die tatsächliche Entscheidung über die Ampelfarbe aber bei der Regional- und Bundespolitik liegen.

Welche Maßnahmen konkret durch die jeweiligen Farbstufen ausgelöst werden sollen, blieb bis vor dem Start der Ampel offen. Mit der ersten Veröffentlichung der «Corona-Ampel» am Freitag sollen auch die entsprechenden Regeln angezeigt werden. Die gesetzliche Grundlage für Maßnahmen wie etwa Betretungsverbote kann jedoch erst Ende September vom Parlament beschlossen werden, nachdem das Verfassungsgericht die Corona-Verordnung aus dem Frühjahr teils kassierte hatte.

Eine rote Ampel soll dabei nach Aussage von Gesundheitsminister Rudolf Anschober nicht automatisch einen weiteren Lockdown zur Folge haben. Der Grünen-Politiker kündigte an, dass erst die Regierung und der Hauptausschuss des Parlaments herangezogen werden sollen. Das Bildungsministerium hatte bereits verschiedene Maßnahmen in den Schulen je nach Ampelfarbe angekündigt: So soll bei einer roten Ampel etwa auf Heimunterricht umgestellt werden.

Die Corona-Zahlen in Österreich sind zuletzt deutlich gestiegen. Am Donnerstag wurde mit 403 erfassten Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit dem Vortag ein neuer Höchststand seit dem Sommer erreicht. Rund 3.500 Menschen gelten als aktiv erkrankt. „Diese Zahl ist zu früh zu hoch“, warnte Anschober am Montag.

Quelle: dpa / cn

Australien verlängert Corona-Reisesperre um drei Monate

Australien hat seine internationale Corona-Reisesperre um weitere drei Monate verlängert. Gesundheitsminister Greg Hunt kündigte am späten Donnerstagabend an, dass die Grenzen bis mindestens 17. Dezember für Besucher aus dem Ausland geschlossen bleiben. Die Regierung reagiere damit auf den Rat des Komitees für Gesundheitsschutz AHPPC: Die Behörde habe festgestellt, dass „die internationale und nationale Covid-19-Situation weiterhin ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit“ darstelle, hieß es in einer Mitteilung. Die Verlängerung der Reisesperre sei „eine angemessene Reaktion auf dieses Risiko“.

Die Grenzen Australiens sind wegen der Pandemie seit März dicht, auch Menschen mit ständigem Wohnsitz in Australien dürfen das Land nur in Ausnahmefällen verlassen. Die Opposition kritisierte die Ankündigung und erinnerte an 23.000 Australier, die im Ausland gestrandet seien und nun weiter nicht ins Land könnten. In Australien wurden bislang rund 26.000 Infektionsfälle bestätigt, etwa 700 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Victoria mit der Metropole Melbourne. In der Millionenstadt war Anfang Juli ein neuer Lockdown verhängt worden, der noch bis mindestens Mitte September dauern soll.

Quelle: dpa / cn

Tagestouristen in Mecklenburg-Vorpommern wieder willkommen

Mehr als fünf Monate durften keine Tagesgäste nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Zumindest offiziell galt diese Regel. Von der Lockerung gegen Ende des Sommers erhofft sich nicht nur das Gastgewerbe Zusatzeinnahmen.

Von diesem Freitag an dürfen Tagestouristen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Wegen der Corona-Pandemie waren seit Mitte März die Gäste meist aus umliegenden Bundesländern nicht mehr willkommen. Solche Ausflüge galten als illegal und konnten mit Bußgeldern von bis zu 2.000 Euro belegt werden.
Schätzungen zufolge sind den Unternehmen im Land aufgrund fehlender Tagestouristen drei bis fünf Millionen Euro pro Tag an Umsatz verloren. Aus Sicht der Landesregierung waren die Beschränkungen ein wirksames Instrument, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.
„Die Tagestouristen waren schon zu Tausenden im Land“, sagte der Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz. Deshalb sei die Rücknahme des Verbots ein längst überfälliger Schritt gewesen, der vom Gastgewerbe schon seit langem gefordert wurde. Mit Blick auf die nächste Woche auch in Bayern und Baden-Württemberg zu Ende gehende Ferienzeit sagte Schwarz, die Branche sei dringend auf die Tagesgäste angewiesen, aber auch der Einzelhandel und die Museen. Die Hotellerie könnte ebenfalls profitieren, wenn Tagestouristen sich spontan zu einer Übernachtung entschließen.
„Es ist richtig, die Tagestouristen wieder zuzulassen und nicht den Sonderweg, den Mecklenburg-Vorpommern gegangen, weiter zu führen“, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Der Nordosten sei die einzige Region in Europa gewesen, die Tagesgäste über diesen langen Zeitraum ferngehalten habe. Tagesreisende seien nicht verantwortlich für Infektionsherde. Dies habe sich in anderen Regionen gezeigt, in denen die Touristen intensiver und häufiger unterwegs waren.

Quelle: dpa / cn


Donnerstag, den 03.09.2020

86 Prozent der Deutschen befürworten Karnevals-Absage

Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu halten, sind laut einer Umfrage 86 Prozent der Deutschen dafür, Karnevalsfeiern für Herbst und Frühjahr abzusagen. Zudem sprachen sich je zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) dafür aus, strengere Teilnehmerobergrenzen für Privatfeiern einzuführen und Weihnachtsmärkte im Herbst und Winter abzusagen, wie aus dem neuen „ARD-Deutschlandtrend“ hervorgeht.

Weniger akzeptiert sind solche Maßnahmen hingegen bei den Befragten aus Ostdeutschland. Hier lehnten 46 Prozent eine weitere Beschränkung der Gästezahlen bei Privatfeiern ab. Bei der Absage von Weihnachtsmärkten sind es sogar 49 Prozent.

Auf überwiegende Ablehnung stößt der Umfrage zufolge eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, die für mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) in die falsche Richtung führt. Lediglich 38 Prozent halten eine solche Maßnahme für richtig. Noch deutlicher fällt das Urteil bei der Maskenpflicht im Schulunterricht aus, die von zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten abgelehnt wird. Nur 31 Prozent unterstützen das Maskentragen im Schulunterricht demnach.

Die Sorge, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, hat im Vergleich zum Vormonat deutlich abgenommen. Waren es Mitte August noch 34 Prozent, die sich vor einer Ansteckung sorgten, sind es laut Umfrage derzeit nur 26 Prozent. Fast drei Viertel der Befragten (73 Prozent) sorgen sich weniger oder gar nicht um eine Ansteckung. Mitte August waren es noch zwei Drittel (66 Prozent).

Quelle: dpa / cn

Sanofi und GSK starten klinische Tests mit Corona-Impfstoff

Die Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline haben mit den klinischen Studien für ihren Testimpfstoff gegen das neuartige Corona-Virus begonnen. Wie die beiden Forschungspartner aus Frankreich und Großbritannien am Donnerstag mitteilten, prüfen sie das Impfpräparat in einer klinischen Testreihe der Stufe I/II zunächst auf seine Sicherheit und Wirksamkeit. Dabei soll auch die Immunantwort der getesteten Teilnehmer ermittelt werden. Die Studie wird an elf verschiedenen Standorten in den USA durchgeführt. Nach Angaben der Konzerne wurden 440 gesunde Erwachsene in das Programm aufgenommen. Erste Ergebnisse werden für Anfang Dezember erwartet. Sollten diese positiv ausfallen, wollen Sanofi und GSK bereits zum Jahresende mit der entscheidenden Studienphase III beginnen. In dieser wichtigen Phase wird getestet, ob und wie gut ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt. Im Erfolgsfall soll dann die Zulassung in der ersten Hälfte des kommenden Jahres beantragt werden. Dabei planen die beiden Konzerne derzeit, 2021 insgesamt bis zu einer Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Ende Juli hatten die beiden Forschungspartner bereits in einem Milliardendeal den USA bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen zugesagt mit der längerfristigen Option auf weitere bis zu 500 Millionen Dosen. Dafür investiert die US-Regierung bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung und die klinischen Tests des Impfstoff-Kandidaten sowie in den Ausbau der Produktionsmöglichkeiten. Großbritannien hat sich bis zu 60 Millionen Dosen gesichert.

Quelle: dpa / cn


Mittwoch, den 02.09.2020

Made in Leipzig: Corona-Antikörpertest für Zuhause

Einen in Deutschland zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt es noch nicht. In Leipzig haben Forscher aber gemeinsam mit einer Pharmafirma einen Antikörpertest zum Nachweis des Virus entwickelt. Der Test soll sogar den Gang zum Arzt ersetzen und seit gestern auch über Apotheken vertrieben werden.

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Quelle: dpa / cn / PTAheute.de

Video-Studie: Gesichtsschilde sind weniger effektiv als Stoffmasken

Gesichtsschilde sowie Masken mit einem Ventil sind amerikanischen Forschern zufolge als Coronaschutz weniger effektiv als medizinische Masken und Stoffmasken. Das veranschaulichten die Wissenschaftler der Florida Atlantic University mit einer Video-Untersuchung. An einer Puppe, mit der Niesen und Husten nachgeahmt wurde, verfolgten sie die Bewegung der künstlich hergestellten Tröpfchen mithilfe von Laserlicht in einem dunklen Raum.

Aus der Visualisierung geht hervor, dass das Plastikschild zwar zunächst die Vorwärtsbewegung der austretenden Luft blockt, die Tröpfchen sich dann aber um das Visier herum im Raum verteilen. Bei Masken mit einem Ventil sei es ähnlich. Dort werde die Luft durch die Öffnungen am Ventil ungefiltert herausgedrückt und verteile sich ebenfalls. Zwar filtern den Angaben der Wissenschaftler nach Ventil-Masken die eingeatmete Luft, nicht jedoch die austretende.

Spezielle Atemschutzmasken (N95-Standard) und die vielfach verwendeten einfachen Stoffmasken böten zwar keinen hundertprozentigen Schutz, ließen aber weniger Tröpfchen durch. Die amerikanischen Forscher empfehlen daher, trotz des dabei höheren Komforts auf das Tragen von Gesichtsschilden und Ventil-Masken zu verzichten. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachjournal „Physics of Fluids“.

Quelle: dpa / cn

Fallzahlen stabilisiert - Zahl der Tests nochmals ausgeweitet

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1.256 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt (Datenstand 2.9., 0.00 Uhr). Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen habe sich in der letzten Woche stabilisiert, hieß es im Lagebericht des RKI. „Auch wenn die Fallzahlen wieder abnehmen, muss die Lage weiterhin sorgfältig beobachtet werden.“ Insbesondere gelte es zu verhindern, dass wie zu Beginn der Pandemie wieder vermehrt ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen erkranken.

Das RKI hat bis vergangenen Sonntag mehr als zwölf Millionen Tests auf Sars-CoV-2 erfasst. Bei gut 280 000 davon wurde der Erreger nachgewiesen, wie das RKI im Lagebericht mitteilte. In der Woche vom 24. bis 30. wurden demnach gut 1,1 Millionen Tests gezählt – noch einmal knapp 50.000 mehr als in der Vorwoche. In der Woche vom 22. bis 28. Juni waren es noch weniger als eine halbe Million Tests, seither ist ihre Zahl stetig gestiegen. Der Anteil positiver Testergebnisse sank in den vergangenen vier Wochen auf nun 0,74 Prozent. Das RKI betont, dass die Zahl der Tests nicht der Zahl der Getesteten entspricht, da die Daten Mehrfachtestungen von Menschen enthalten können.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich den RKI-Daten zufolge mindestens 244.855 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.313. Seit dem Vortag wurden elf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 219.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwochabend bei 0,80 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Quelle: dpa / cn


Dienstag, den 01.09.2020

Österreich hofft auf erste Corona-Impfungen im Januar

Bei gutem Verlauf hält Österreich erste Impfungen mit einem Corona-Impfstoff im Januar für möglich. Impfdosen aus dem vergangene Woche von der EU abgeschlossenen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca könnten bei rechtzeitiger behördlicher Zulassung bereits um den Jahreswechsel an die Staaten geliefert werden. Das sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Dienstag in Wien. Auch auf die Impfstoffe weiterer Hersteller hoffe man zum Jahresanfang. Grundvoraussetzung sei, dass die Zusagen der Firmen eingehalten würden, zudem müssten die Marktzulassungen rechtzeitig erfolgen.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche den Abschluss eines Vertrags über das Recht zum Kauf von bis zu 400 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca bekanntgegeben. Der noch nicht abschließend getestete Impfstoff könnte im Fall einer Zulassung für alle 27 EU-Staaten erworben und dann nach Einwohnerzahl und Bedarf verteilt werden. Die Kommission verhandelt mit weiteren Herstellern über ähnliche Verträge, darunter Sanofi und GSK, Johnson&Johnson, Curevac und Moderna.

Aus dem abgeschlossenen Vertrag mit AstraZeneca könnte Österreich um den Jahreswechsel herum rund 600.000 Dosen für die Impfung von 300.000 Menschen erhalten, sagte Anschober weiter. Deutschland hat sich nach früheren Angaben aus Regierungskreisen 54 Millionen Dosen des Impfstoffs des Herstellers gesichert.

Quelle: dpa / cn


NRW-Ministerium: Singen in Klassen nein, Sport ohne Maske ja

Singen in Klassenräumen soll vorerst bis zu den Herbstferien in den Schulen in Nordrhein-Westfalen verboten bleiben. Darauf hat das Schulministerium in einer E-Mail an die Einrichtungen aufmerksam gemacht. Singen im Freien oder in der Aula seien grundsätzlich erlaubt. Auch der Sportunterricht solle weiter im Freien stattfinden. „Das kontinuierliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung“ sei für den gesamten Sportunterricht- „insbesondere in den Phasen physischer Betätigung“ aber nicht vorgesehen.

Zum Thema Sport ergänzte das Ministerium: „Unterrichtseinheiten in Bewegungsfeldern und Sportbereichen, bei denen sich Körperkontakt nicht vollständig vermeiden lässt, können durchgeführt werden, wenn Unterrichtssituationen hergestellt werden, die das Infektionsgeschehen verringern.“ Der Schwimmunterricht solle auch in Hallenbädern, soweit die Bäder geöffnet sind, stattfinden.

Singen wiederum sei „unter dem Gesichtspunkt des Infektionsgeschehens eine erhöhte Gefahr!“, erklärte Schulstaatssekretär Mathias Richter in seiner E-Mail. „Aufgrund von zahlreichen Nachfragen stelle ich klar, dass mit "geschlossenen Räumen" in erster Linie Klassenräume gemeint sind.“ Verfüge eine Schule über „ausreichend große und gut zu belüftende Räume (z.B. Aula, Musiksaal)“, in denen man auch Abstand halten kann, sei gemeinsames Singen okay. Bei Vorführungen solle man vorrangig auf Videos oder Tonaufnahmen setzen.

Quelle: dpa/cn

Hochzeitsfeier in Frechen als Corona-Hotspot: 23 Infizierte

Nach einer Hochzeitsfeier in Frechen in Nordrhein-Westfalen sind bislang 23 der 85 Gäste positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das teilte das Landratsamt des Rhein-Erft-Kreises am Montag mit. Die Feier fand am 22. August statt. Unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle seien alle Gäste und sonstige Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt worden. Alle Teilnehmer der Feier wurden am Wochenende auf das Coronavirus getestet, wie es hieß. Die bisher positiv Getesteten hätten überwiegend ihren Wohnsitz in Hürth.

Insgesamt befinden sich aktuell 850 Personen aus dem Kreis in Quarantäne und damit 174 mehr als noch am Freitag, wie es weiter hieß. Der enorme Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass die neuen Fälle selbst eine beträchtliche Anzahl von beruflichen und privaten Kontakten hatten. Betroffen seien unter anderem zwei Kindertagesstätten, eine Schule und ein Fußballverein.

Quelle: dpa / cn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 1.218
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 243.599
Zahl der Todesfälle: 9.302
Überstandene Infektionen: 217.600
R-Wert: 0,83 (Datenstand 27.8., 0.00 Uhr)
Sieben-Tage-R-Wert: 0,93 (Datenstand 26.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa/cn


Montag, den 31.08.2020

Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen endet

Ab heute gilt für die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen ein letztes Mal Maskenpflicht im Unterricht. Damit endet in dem Bundesland eine Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus, die es flächendeckend in keinem anderen Bundesland gibt. Für Grund- und Förderschüler der Primarstufe galt die Maskenpflicht im Unterricht auch in NRW nicht.
Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, den seit Schulbeginn geltenden Maskenzwang im Unterricht nicht über den 31. August hinaus zu verlängern, da die Infektionszahlen in NRW, entgegen dem Bundestrend, wieder zurückgegangen seien. Auf Schulhöfen und im Schulgebäude bleibt die Maskenpflicht für alle bestehen.

Quelle: dpa / cn

Neue Rekordzahl an Corona-Infektionen in Ungarn

In Ungarn sind am Sonntag 292 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vermeldet worden. Es handelt sich um den höchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie im Land im März. Am Vortag waren auf der Corona-Webseite der Regierung 158, am Freitag 132 Neuansteckungen verzeichnet worden. Das 10-Millionen-Einwohner-Land war bis vor kurzem durch ein eher schwaches Infektionsgeschehen gekennzeichnet. Am letzten Freitag waren zum ersten Mal seit April mehr als 100, am 21. August erstmals seit Mai mehr als 50 Neuerkrankungen am Tag registriert worden. Die Infektionszahl pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen lag am Sonntag bei 8,2 und damit immer noch weit unter der anderer Länder in der Region. Experten führen den sprunghaften Anstieg der letzten Tage auf ein sorgloseres Verhalten vor allem der jüngeren Bevölkerung und auf vermehrte Tests zurück. Zugleich blieb die Zahl der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten sowie der in Intensivpflege befindlichen Menschen bislang unverändert niedrig. Wegen der steigenden Infektionszahlen schließt Ungarn am Dienstag (1. September) seine Grenzen für die meisten Ausländer. Ungarische Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz oder Aufenthaltsrecht in Ungarn müssen sich nach der Rückkehr aus dem Ausland in eine 14-tägige Heimquarantäne begeben. Andere Ausländer können nur in Ausnahmefällen nach Ungarn reisen. Eine diesbezügliche Verordnung, die am Sonntagabend im Amtsblatt erschien, regelt diese Ausnahmen. Unter diese fallen unter anderen Tagespendler, weiters Geschäftsreisende, wenn sie zwischen Mutter- und Tochterfirmen im In- und Ausland unterwegs sind, sowie Sportler und Lkw-Fahrer. Auch die Durchreise durch Ungarn ohne Aufenthalt im Land ist weiterhin möglich. Für weitere Gründe wie etwa die Teilnahme an familiären Ereignissen ist eine polizeiliche Genehmigung erforderlich.

Quelle: dpa / cn

Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Neuinfektionen innerhalb eines Tages: 610
Infizierte seit Beginn der Krise in Deutschland: mindestens 242.381
Zahl der Todesfälle: 9.298
Überstandene Infektionen: 216.200
R-Wert: 1,04
Sieben-Tage-R-Wert: 0,95 (Datenstand 31.8., 0.00 Uhr)

Quelle: dpa / cn

Kein zweiter Lockdown notwendig

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält in der Corona-Pandemie einen zweiten Lockdown für unwahrscheinlich. „Ein zweiter Lockdown wird nicht notwendig werden“, sagte er dem Magazin „Business Insider“. Wichtig sei, dass man klug teste und Infektionsketten effektiv nachverfolge.
Und weiter: „Man muss die Schulen und Kitas durchgehend offenhalten, diese zu schließen halte ich für völlig falsch.“ Deutschland könne es sich auf keinen Fall leisten, die Schulen und Kitas noch einmal komplett zu schließen. Dies sei den Kindern nicht zuzumuten. Außerdem seien sie nicht so stark durch das Virus gefährdet.
Lauterbach plädierte daneben für eine Änderung bei der häuslichen Quarantäne. Hier genügten sieben Tage statt wie bisher zwei Wochen. Eine kürzere Isolation könne auch dazu führen, dass die Regeln besser eingehalten würden.

Quelle: dpa / cn

 

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