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Ärztepräsident fordert Neustart für elektronische Gesundheitskarte

Weiter Zukunftsvision oder in greifbarer Nähe? Die elektronische Gesundheitskarte. | Bild: Imago / epd-bild / NorbertxNeetz

Die Einführung der Karte war vor mehr als zehn Jahren beschlossen worden. Mit weiteren Funktionen, die über Basisdaten der Versicherten hinausgehen, geht es aber nicht voran. Die Gesundheitskarte, so Montgomery, sei ersonnen worden, „bevor die Versicherten Smartphones hatten“. Dies müsse bei der weiteren Digitalisierung im Gesundheitswesen berücksichtigt werden. Ein Defizit der Karte sei, dass diese nur in Praxen und Kliniken ausgelesen werden könne, sagte Montgomery. Es gehe aber nicht an, dass nicht auch Patienten selbstständig und jederzeit Zugang zu ihren Daten hätten.

Kanzlerin fordert Digitalisierung von Verwaltung

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich zuletzt für eine Anbindung von Gesundheitsdaten an das geplante zentrale Bürgerportal im Internet ausgesprochen. Nötig sei eine „konsequente Digitalisierung von Verwaltung“, die mit der Gesundheitskarte kompatibel sei. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Patienten ergänzend alternative Möglichkeiten für Datenzugriffe per Handy ermöglichen. Spätestens nach der parlamentarischen Sommerpause will er Details vorstellen.

Übertreibt Deutschland mit dem Datenschutz?

Ärztepräsident Montgomery übte zugleich Kritik an einem überbordenden Datenschutz, der auch das Gesundheitssystem treffe. „In Deutschland wird mit dem Datenschutz übertrieben“, sagte er der „Rheinischen Post". Es könne nicht sein, dass künftig Ärzte ihre Patienten über Datenschutzbelange aufklären müssten. Stattdessen seien „pragmatische Lösungen“ gefordert.