Augengrippe – höchstansteckend und meldepflichtig

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Die Erkrankung klingt etwas seltsam, doch es gibt sie wirklich: die Augengrippe. Anders als bei der echten Grippe sind die Auslöser jedoch nicht Influenza-Viren, sondern Adenoviren. Eine Adenovirus-Konjunktivitis ist höchstansteckend und sogar meldepflichtig. Spezifische Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht, aber mit geeigneten Hygienemaßnahmen kann man die Ausbreitung eindämmen.

Rote Augen, Bindehautschwellung, Juckreiz, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl und Lichtscheu – das sind die typischen Symptome einer Adenovirus-Konjunktivitis, die umgangssprachlich auch als Augengrippe bezeichnet wird. Eine Augengrippe ist deutlich aggressiver als die normale Variante der Bindehautentzündung – und sich lässt sich, anders als bakteriell bedingte Bindehautentzündungen, nicht mit antibiotischen Augentropfen behandeln. In einem Labor bestätigte Fälle der Adenovirus-Konjunktivitis müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis namentlich gemeldet werden.

Ganzjährige Infektionsgefahr

Adenovirus-Infektionen sind weltweit verbreitet. Eine Ansteckung ist zu jeder Jahreszeit möglich. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Schmierinfektion, vor allem über kontaminierte Hände und Gegenstände wie Handtücher oder Waschlappen – gelegentlich auch durch Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit beträgt fünf bis zwölf Tage, ansteckend sind die Betroffenen so lange, bis das Virus nicht mehr in Sekreten nachweisbar ist – in der Regel ist dies während der ersten zwei Wochen der Erkrankung der Fall. Nach etwa einwöchigem Krankheitsverlauf kann die Entzündung auch auf die Hornhaut übergreifen. Dabei kommt es zu einer Trübung der Hornhaut und dem Auftreten punktförmiger Flecken. In den meisten Fällen heilt die Augengrippe nach etwa zwei bis vier Wochen wieder vollständig aus, auch die Hornhautentzündung bildet sich spontan zurück. Die Trübungen der Hornhaut und das schlechte Sehvermögen können noch länger bestehen bleiben. Selten kann es zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Sehkraft kommen.

Ausbreitung der Viren verhindern

Wie kann man Betroffenen nun helfen? Leider gar nicht, denn eine ursächliche Therapie der Adenoviren-Konjuktivitis gibt es nicht. Augentropfen oder -salben können lediglich die Symptome lindern, die Augen befeuchten und für einen ausreichenden Flüssigkeitsfilm sorgen. Erkrankte Personen sollten jedoch penibel darauf achten, die Viren nicht weiter zu verbreiten, sprich am besten zu Hause bleiben und vor allem Einrichtungen und Plätze, an denen sich viele Menschen aufhalten, meiden. Und natürlich sollten sie sich regelmäßig die Hände waschen oder desinfizieren und Handtücher und andere Hygieneartikel nicht mit anderen teilen. Händeschütteln ist tabu und der unbewusste Hand-Augen-Kontakt, den jeder im Alltag etwa 14-mal pro Tag hat, sollte unbedingt vermieden werden.

Wie kann man sich selbst schützen?

Die wichtigste Maßnahme, um sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen, ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen – konsequent und ganzjährlich. Dabei sollten die Hände regelmäßig und vor allem gründlich gewaschen werden. Besonders wichtig ist die Handhygiene natürlich, wenn man weiß, dass im Umfeld gerade die Augengrippe grassiert. Wenn möglich, sollte man Abstand zu erkrankten Personen halten und keine Gegenstände wie Handtücher, Waschlappen, Kopfkissen, Augentropfen usw. mit ihnen teilen. Auch bei Testern in Drogeriemärkten, z.B. für Wimperntusche oder Eyeliner, besteht höchste Ansteckungsgefahr – sie sollten generell gemieden werden.