Bluthochdruck: die weibliche Seite

Blutdruckmessung - Bild: Alexander Raths - Fotolia.com

Bluthochdruck und Herzinfarkt galten früher als typisch männliche Leiden. Bei Frauen wurde eine Hypertonie oft gar nicht in Erwägung gezogen oder zu spät erkannt. Doch auch heutzutage wird Bluthochdruck bei Frauen häufig unterschätzt.

Hormonelle Schutzwirkung nicht überschätzen

Die weiblichen Östrogene wirken schützend auf die Blutgefäße. In mittleren Jahren erkranken Frauen daher seltener an Bluthochdruck als Männer. Allerdings sollte die hormonelle Schutzwirkung nicht überschätzt werden, warnen Experten. So sind immerhin 23 Prozent aller Hypertonie-Patientinnen noch vor der Menopause betroffen, wie eine Berliner Studie zeigt. Es gibt einige typisch weibliche Risikofaktoren, beispielsweise wenn Frauen die Pille nehmen und zusätzlich übergewichtig sind. Das Hypertonie-Risiko steigt dann auf das Zwei- bis Dreifache an. Auch eine Schwangerschaftshypertonie steigert das Risiko, binnen zehn Jahren einen manifesten Bluthochdruck zu entwickeln.

Für gesunde Gefäße sorgen

Ab 65 Jahren wird Bluthochdruck bei Frauen sogar häufiger diagnostiziert als bei Männern. Studienergebnisse zeigen, dass bei 45 Prozent der weiblichen Allgemeinbevölkerung arterielle Gefäßveränderungen vorliegen. Häufig tritt eine erhöhte Steifigkeit der Gefäßwände auf. Solche Veränderungen können einer Hypertonie um Jahre vorausgehen. Oft bleiben sie unentdeckt. In vielen Fällen wären diese Störungen aber reversibel. Gesundheitsfördernde Maßnahmen könnten hier noch greifen. Dazu gehören ein Rauchstopp, ausreichend Bewegung, eine salzarme Ernährung und Gewichtsnormalisierung. Um die Gefäßelastizität zu messen, stehen moderne Methoden zur Verfügung, etwa die Messung der Pulswellengeschwindigkeit.

Quelle: Deutsche Hochdruckliga e.V.

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

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