Buntes Treiben: Verträglichkeit von Karnevalsschminke

Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, sollte Karnevalsschminke stets mit Bedacht ausgewählt werden.

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Konfetti, Kostüme und Karnevalsschminke sorgen während der fünften Jahreszeit für ein wahrhaft buntes Treiben. Vor allem bei Letzterem sollte jedoch auf die Zusammensetzung geachtet werden, denn einige Inhaltsstoffe können Unverträglichkeiten hervorrufen.

Ob Fasching, Fastnacht oder Karneval – wer die tollen Tage feiert, greift meist zu spezieller Schminke. Doch aufgepasst: Solche Produkte können allergische Reaktionen auslösen. Damit es dazu nicht kommt, haben der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) sowie die Barmer einige Tipps parat.

Fetthaltige Farben steigern Pickelrisiko

Bei der Farbwahl sollten Jecken und Narren auf den Hauttyp achten. Menschen, die zu Pickeln neigen, wird von fetthaltigen Farben abgeraten. Sie dichten die Hautporen ab und erhöhen damit das Pickelrisiko. Wasserlösliche Farben halten zwar länger und sind atmungsaktiv, sie können trockener Haut jedoch zusätzlich Feuchtigkeit entziehen.

Grundsätzlich sollte man die Augenlider beim Schminken aussparen, weil die Haut dort besonders dünn und empfindlich ist. Vorsicht ist auch bei Glitter geboten, weil die Partikel im Auge Irritationen auslösen können. Glitter sollte daher immer nur gebunden als Gel oder Creme aufgetragen werden.

Erst testen – dann schminken

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte einige Tage vor dem Schminken testen, ob die Produkte zu Hautreaktionen führen. Dazu wird die Schminke auf die Unterarminnenseite aufgetragen und mit einem Pflaster abgedeckt. Ist die Haut nach zwei Tagen gereizt und gerötet, sollte das Produkt nicht benutzt werden.

Alte Farben entsorgen

Karnevalisten sollten auch darauf achten, dass die verwendete Farbe noch haltbar ist. Schminke, die ranzig riecht, Phasentrennung aufzeigt oder gar bröckelt, gehört in den Abfall.

Um die Haut nicht unnötig zu belasten, sollte man sich nach dem bunten Treiben sorgfältig abschminken. Je nach Schminke eignen sich fetthaltige Präparate wie Reinigungsmilch oder Feuchttücher. Hautreinigungstücher aus Mikrofaser wirken austrocknend und entfettend. In hartnäckigen Fällen kann eine Fettcreme, die mit einem Papiertuch abgenommen wird, hilfreich sein.

Was tun, wenn's zu spät ist?

Der erste Schritt der Behandlung besteht darin, die akuten Beschwerden zu lindern. Am schnellsten und einfachsten gelingt dies durch die äußerliche Anwendung cortisonhaltiger Cremes. Sie können zur kurzfristigen Behandlung in der Selbstmedikation eingesetzt werden (z. B. Soventol® HydroCort, Systral Hydrocort, FeniHydrocort®, Ebenol®). Dauern die Beschwerden länger an, sollte der Betroffene sich in ärztliche Behandlung begeben.

Weitere Expertentipps

  • Vor dem Schminken gut mit einer reichhaltigen Creme eincremen.
  • Häufiges und großflächiges Schminken vermeiden.
  • Beim Kauf von Karnevals- oder Theaterschminke nach den Inhaltsstoffen fragen, falls diese nicht auf der Verpackung deklariert sind. (Nach der Kosmetikverordnung muss vor Ort im Geschäft eine Auflistung der Inhaltsstoffe vorhanden sein, wenn Tiegel und Stifte keine Kennzeichnung tragen.)
  • Gut deckende Schminke verwenden und diese dünn auftragen, damit die Haut atmen kann.
  • Bei Kindern und bei empfindlicher Haut auf phosphoreszierende Farben verzichten.
  • Am besten paraffin- und silikonfreie Produkte verwenden.

Quelle: Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. ; Barmer