Coronavirus: Atemschutzmasken meist unnötig

Gesunde Menschen brauchen keine Atemschutzmasken, um sich vor der Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.
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In vielen Apotheken sind Atemschutzmasken inzwischen ausverkauft. Dabei brauchen Gesunde in Deutschland nach derzeitigem Wissensstand diese nicht, um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Viele Patienten lassen sich durch Berichte in den Medien oder dem Internet verunsichern – seriöse Informationen können PTA in der Apotheke vor Ort geben.

Jeder will sich vor Krankheitserregern wie dem Coronavirus schützen, das ist verständlich. Jedoch, so heißt es beispielsweise auch in einer aktuellen Meldung der ABDA, müsse man differenzieren, ob sich ein gesunder Mensch in der Straßenbahn schützen wolle – oder ob in einer Praxis oder Krankenhausambulanz ein Arzt mit Verdachtsfällen umgehe.

Robert Koch-Institut empfiehlt keine Atemschutzmasken

Das staatliche Robert Koch-Institut empfiehlt Gesunden nicht, sich vorbeugend mit Atemschutzmasken auszurüsten. Klare Empfehlungen, die PTA auch ihren Apothekenkunden weitergeben können, gibt es hingegen zur Hygiene: Wer sich vor Infektionen mit Atemwegserkrankungen schützen will, sollte auf seine Händehygiene achten und den ohnehin kulturell gebotenen Höflichkeitsabstand zu anderen Menschen im öffentlichen Raum einhalten.

So funktioniert die richtige Händehygiene

Richtiges Händewaschen und -desinfizieren erfordert ein sorgfältiges Vorgehen. Folgende Regeln kann man jedem ans Herz legen:

  • Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser.
  • Seifen Sie dann die Hände gründlich ein – sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel.
  • Reiben Sie die Seife an allen Stellen sanft ein. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.
  • Spülen Sie dann die Hände unter fließendem Wasser ab. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder Ihren Ellenbogen.
  • Trocknen Sie anschließend die Hände sorgfältig ab, auch in den Fingerzwischenräumen.

 

Durch die regelmäßige hygienische Händedesinfektion können die Übertragungswege der Erreger unterbrochen werden:

  • Geben Sie ausreichend Desinfektionsmittel in die trockenen und sauberen Hände.
  • Achten Sie darauf, dass die Hände die ganze Zeit feucht sind.
  • Reiben Sie das Desinfektionsmittel 30 Sekunden kräftig ein.
  • Wiederholen Sie die Bewegungen jedes Schrittes fünfmal.

Mund-Nasen-Schutz nicht zum Schutz, sondern für bereits Infizierte

Der chirurgische Mund-Nasen-Schutz, den viele von den Bildern aus China kennen, schützt gesunde Träger nicht zuverlässig vor einer Ansteckung. Er ist dafür konzipiert, die Umwelt vor einem infizierten Träger zu schützen. Ein solcher Schutz kann sinnvoll sein, wenn jemand mit einer Atemwegserkrankung zum Beispiel in einem Wartezimmer sitzt. Damit er effektiv ist, muss der Mund-Nasen-Schutz enganliegend getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Außerdem sollte er nicht mit den Händen berührt werden.

Übergangsleitlinie der FIP

Der Internationale Apothekerverband (FIP) hat angesichts der Coronavirus-Epidemie eine Übergangsleitlinie für Apotheker veröffentlicht. Ein Punkt widmet sich auch dem Thema Masken. Dort heißt es, dass Masken eine Maßnahme seien, die Verbreitung bestimmter Atemwegserkrankungen in betroffenen Gebieten zu reduzieren. Allein böten sie aber keinen adäquaten Schutz und es müssten immer zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Wenn Masken getragen werden, dann nur in Kombination mit Handhygiene und anderen Infektionsschutzmaßnahmen, um Übertragungen von Mensch zu Mensch zu verhindern.

Außerdem stellt die FIP einen Entscheidungsbaum zur Verfügung, anhand dessen das pharmazeutische Personal Patienten zu den passenden Maßnahmen raten soll.

Apotheker und ihre Verbände könnten zudem selbst Infomaterialien entwerfen, wie Poster oder Webseiten, so ein Vorschlag. Ein weiterer Absatz widmet sich dem Thema Handhygiene, hier finden sich auch Rezepturen für von der WHO empfohlene Händedesinfektionsmittel.

Apothekenteam sollte Guideline kennen und Maßnahmen ergreifen

Die FIP empfiehlt, dass das ganze Apothekenteam die Guideline kennen sollte. Die Risikobewertung bei einzelnen Patienten sollte unter der Leitung eines Apothekers stattfinden. Auch für den Verweis an die richtige Stelle im Verdachtsfall sei ein Apotheker verantwortlich. Und: Für Apothekenpersonal im HV bestünde definitiv ein Infektionsrisiko, weil sie Kontakt mit potenziell Infizierten haben. Daher sollten Heilberufler persönliche Schutzmaßnahmen ergreifen.