Darüber reden Männer nicht gerne: Migräne

Foto: Wavebreakmedia - iStockphoto.com

Die Migräne hat bei Männern ein negatives Image. Sie gilt als „unmännlich“, weshalb viele Betroffene nicht gerne darüber reden. Sie begeben sich daher auch seltener in Behandlung. Dabei ist jeder dritte Migräne-Patient ein Mann. Die Kopfschmerz-Erkrankung zeigt allerdings ein paar geschlechtsspezifische Unterschiede.

Julius Caesar, Napoleon Bonaparte, Richard Wagner – diese berühmten Männer wurden zeitlebens von Migräne-Attacken geplagt. Doch die Migräne gilt weithin als typische Frauenkrankheit. Tatsächlich überwiegen – insbesondere in der mittleren Lebensphase – die weiblichen Patienten. Wesentlicher Grund dafür ist der Einfluss der Sexualhormone.

Nicht immer ungleich verteilt

Bis etwa zum 60. Lebensjahr besteht die Ungleichverteilung der Migräne. Dann nähern sich die Migräne-Häufigkeiten bei Frauen und Männern an. Im höheren Alter leiden Frauen und Männer ähnlich selten an Migräne. Auch Kinder sind unabhängig vom Geschlecht gleich häufig von Migräne betroffen. Erst mit dem Einsetzen der Pubertät liegt das weibliche Geschlecht vorne.

Männer fürchten Spott

Immerhin ein Drittel der Migräne-Patienten sind Männer. Doch ihr Anteil in Kopfschmerz-Sprechstunden beträgt nur 15 Prozent. Männer erhalten laut Statistik auch seltener Triptane und seltener eine medikamentöse Prophylaxe. Der Grund liegt offenbar darin, dass Männer seltener wegen Migräne zum Arzt gehen. Die Diagnose wird gegenüber der Umwelt sogar häufig verschwiegen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit schieben Männer gerne andere Gründe vor, weil sie Spott fürchten.

Typisch Mann

Einige geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich bei der Migräne feststellen. So dauern Attacken bei Männern nicht so lang wie bei Frauen. Außerdem treten Begleitsymptome seltener auf – also Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Schmerzintensität und Frequenz der Attacken unterscheiden sich dagegen laut Studien nicht wesentlich. Außerdem gelten für Frauen wie Männer die typischen Migräne-Symptome: einseitige Kopfschmerzen, mittlere bis starke Schmerzintensität, pulsierender Charakter, Verschlimmerung bei Bewegung.

Quelle: MigräneLiga e.V. Deutschland  

 

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de

Aktuelle Veranstaltungen

Zu den Veranstaltungen