Der Welt-MS-Tag soll verbinden

Am 30.05.2020 ist Welt-MS-Tag.
Bild: Minerva Studio/adobe.stock.com

Am 30. Mai ist Welt-MS-Tag. Damit werden in 2020 zum zwölften Mal Menschen in den Blickpunkt gerückt, die mit Multipler Sklerose zu kämpfen haben. In diesem vom Corona-Virus geprägten Jahr stehen dabei Kreativität und neue Aktionen im Fokus. 

„Miteinander Stark“ – so lautet das bundesweite Motto des diesjährigen Welt-MS-Tags, initiiert von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Angesichts der derzeitigen Pandemie-bedingten Kontaktbeschränkungen hat dieses Motto eine besondere Bedeutung. Es soll zum Nachdenken anregen, wie man trotz schwieriger Zeiten in Verbindung bleiben und gemeinsam stärker als Multiple Sklerose sein kann.

Aktionen, die weiterhelfen

Über Selbsthilfegruppen der DMSG und über die Internet-Plattform MS Connect der DMSG können sich Betroffene informieren, mit anderen vernetzen und austauschen. Um das Welt-MS-Tag-Motto mit Leben zu füllen, berichten MS-Erkrankte und deren Angehörige auf www.dmsg.de und in der DMSG-Community auf YouTube, wie Leben mit MS mit vereinten Kräften erleichtert werden kann und wo man Hilfe findet. Betroffene und Angehörige sind eingeladen, ihre aktuellen Emotionen, Anliegen, Ängste und Ideen im Bild festzuhalten und zu teilen. Die DMSG stellt außerdem Projekte und Initiativen vor, die MS-Betroffenen helfen, in der Gemeinschaft neue Kraft zu tanken. Dazu gehören zum Beispiel Telefonketten der Selbsthilfegruppen oder Webinare zu Themen wie Infektionsschutz, Ernährung oder Corona-Infektionsrisiko.

Einladung zum Wettbewerb

Die DMSG lädt außerdem zu einem Wettbewerb ein: Teilnehmer sind aufgerufen, das Welt-MS-Tag-Motto „Miteinander Stark“ kreativ umzusetzen. Ob in Bild, Text, Film, Aktion, Musik, Tanz oder als Flashmob – die Gestaltung bleibt der Fantasie der Teilnehmer überlassen. Vorschläge können per Mail gesendet werden an: weltmstag@dmsg.de. Einsendeschluss ist der 12. Juni 2020.

Weitere Informationen zum Welt-MS-Tag gibt es auf der Kampagnenseite www.dmsg.de/welt-ms-tag.

Verbindendes Element aller Initiativen rund um den Welt-MS-Tag ist ein mit den Händen geformtes Herz.

„Krankheit der 1.000 Gesichter“

Circa 250.000 MS-Erkrankte gibt es in Deutschland. Jährlich werden ungefähr 2.500 Menschen neu mit MS diagnostiziert. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. Meist tritt die Erkrankung vor dem 40. Lebensjahr auf. Die häufigsten Erstsymptome sind Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Schleiersehen und Schwindel. Da die Multiple Sklerose ganz unterschiedliche Beschwerdebilder und Verläufe zeigt, wird sie als „Krankheit der 1.000 Gesichter“ bezeichnet. Vielen Betroffenen sieht man ihre Erkrankung zunächst nicht an. Doch gerade die unsichtbaren Symptome wie Kraftlosigkeit, Fatigue, Konzentrations- und Sehstörungen etc. sind oft besonders belastend.

MS-Therapie bedeutet nicht zwingend erhöhtes Corona-Risiko

Derzeit sind viele MS-Patienten im Hinblick auf die SARS-CoV-2-Pandemie verunsichert. Sie haben vor allem Sorge, dass durch verlaufsmodifizierende Therapien ihr Risiko für eine Infektion mit dem neuartigen Virus begünstigt wird. Experten geben hierzu jedoch gewisse Entwarnung. Nach derzeitigem Stand der Forschung gebe es keine sicheren Hinweise für ein generell erhöhtes Infektionsrisiko unter Immuntherapien. Vor allem Interferone werden von MS-Experten als unbedenklich eingestuft. Aber auch Glatirameracetat (z.B. Copaxone®) und Natalizumab (Tysabri®) scheinen nach Experteneinschätzung nicht mit einem erhöhten Corona-Risiko einherzugehen. Schwieriger sei dagegen die Einschätzung für die Gruppe der sogenannten immundepletierenden Medikamente (Rituximab, Ocrelizumab, Cladribin, Alemtuzumab, Mitoxantron). Die Immunabwehr könne während oder nach der Gabe beeinträchtigt sein. Die Patienten sollten eventuell mit dem behandelnden Neurologen eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung vornehmen. Andere Substanzen wie Fingolimod (Gilenya®) oder Teriflunomid (Aubagio®) könnten sogar eine schützende Wirkung vor Covid-19 haben. Hierzu laufen derzeit Untersuchungen.
Die Experten weisen allerdings darauf hin, dass bei stärkerer Behinderung (Rollstuhl, Bettlägerigkeit) das Risiko für Atemwegsinfektionen generell erhöht sei. Die Lunge werde in diesen Fällen weniger gut belüftet. Hier bestehe die Gefahr, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2- zu einem schweren Krankheitsverlauf führe.

Bild: dmsg

Quelle: Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V. (DMSG) ); Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN); Kompetenznetz Multiple Sklerose