Endlich wieder durchatmen

Abschwellende Nasensprays und was bei der Anwendung zu beachten ist

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Kaum hat sich der Sommer verabschiedet, strömen sie wieder in die Apotheken: Die Schnupfennasen und mit ihnen die quälenden Begleiterscheinungen wie Niesattacken, verstopfte Nase, Druck im Kopf und ein brennendes Gefühl in der Nase. Ob als harmloses Symptom einer Erkältung oder auch bei einer Sinusitis kommen Nasensprays oder -tropfen zum Einsatz. Warum die Anwendung von Sympathomimetika wichtig ist und welche Gefahren von einem Dauergebrauch ausgehen können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Rhinitis oder Sinusitis?

Ein Schnupfen tritt meist zu Beginn einer Erkältung auf. Bei einer solchen akuten viralen Infektion kommt es zu einer vermehrten Produktion von Sekret, die Nasenschleimhäute schwellen an und die Atmung durch die Nase ist erheblich eingeschränkt. Kräftige Niesattacken, eine verstopfte Nase, Druck im Kopf, Husten und ein unangenehmes Brennen im Nasen- und Rachenraum sind die unliebsamen Begleiter eines banalen Schnupfens. Im schlimmsten Fall können bei einem Schnupfen die mit der Nase verbundenen Nasennebenhöhlen oder die Paukenhöhle im Mittelohr in Mitleidenschaft gezogen werden. Die akute Nasennebenhöhlenentzündung gehört zu den häufigsten Erkrankungen. Meist ist sie gut zu behandeln und heilt ohne Komplikationen wieder aus. Die Entzündung beginnt zunächst in der Nase (hier spricht man von einer Rhinitis) und breitet sich dann auf die benachbarten Hohlräume aus. Bei einer akuten Entzündung der Nebenhöhlen (Sinusitis) haben die Betroffenen neben einer verstopften Nase auch ein schmerzhaftes Druckgefühl im Stirn- und Wangenbereich.

Freie Atmung unerlässlich

Zur symptomatischen Behandlung der Rhinitis und akuten Sinusitis werden zunächst abschwellende Medikamente empfohlen. Diese gibt es als Tropfen, Spray oder auch als Gel. Die enthaltenen Wirkstoffe Xylometazolin (z. B. Olynth® 0,1% Dosierspray) und Oxymetazolin (Nasivin® für Erwachsene) gehören zur Wirkstoffgruppe der Sympathomimetika und bewirken, dass sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen. In der Folge schwillt das Gewebe in der Nase ab und die Betroffenen können wieder frei durch die Nase atmen. Der abschwellende Effekt ist in der Akutphase eines Schnupfens sehr wichtig. Zum einen wird durch die befreite Atmung abends das Einschlafen erleichtert. Ausreichend Schlaf trägt zum Genesungsprozess einer akuten Erkältung bei. Des Weiteren werden durch die erleichterte Atmung durch die Nase die Nasennebenhöhlen ausreichend belüftet. Durch einen Sekretstau in den Nasennebenhöhlen finden Bakterien ideale Wachstumsbedingungen und es kann zu einer sehr schmerzhaften Sinusitis kommen, die unter Umständen antibiotisch behandelt werden muss. Neben den abschwellenden Sympathomimetika enthalten einige Präparate auch Dexpanthenol (z. B. Nasic®), welches die Heilung der geschädigten Schleimhaut fördern soll. Außerdem gibt es Präparate, die neben dem Hauptwirkstoff noch Aromastoffe wie Menthol und Eukalyptusöl enthalten (z. B. Otriven® SinuSpray). Diese sollen durch ihren kühlenden Effekt das Gefühl vermitteln, noch besser durchatmen zu können.

Anwendung von Nasentropfen

Nasensprays und -tropfen werden in der Regel 2- bis 3-mal täglich (alle 6 bis 8 Stunden) angewendet. Nach dem Anbruch muss die Aufbrauchsfrist beachtet werden.

Vorsicht Rebound: Je kürzer, desto besser!

Je kürzer abschwellende Präparate zum Einsatz kommen, desto besser. Prinzipiell gilt, dass der Einsatz nicht länger als fünf Tage erfolgen sollte. Bei länger dauernder Anwendung kommt es zu einer Gewöhnung der Nasenschleimhäute an die regelmäßige Dosis des abschwellenden Präparates. Sobald die erwünschte Wirkung des Medikaments nachlässt, kommt es zu einer vermehrten Durchblutung der Nasenschleimhäute, diese schwellen verstärkt an und der Betroffene bekommt keine Luft mehr durch die Nase. Dieser Effekt wird als Rebound-Phänomen bezeichnet und verleitet einige Menschen dazu, das abschwellende Präparat wieder und wieder zu verwenden. Derart dauerhaft gereizte Nasenschleimhäute können ihre Hauptaufgabe, die Abwehrfunktion, nicht mehr erfüllen. Es kann zu einem erhöhten Keimbefall kommen, es bilden sich Borken in den Nasenhöhlen und die ausgetrockneten Nasenschleimhäute fangen sehr leicht an zu bluten. Die Fachbegriffe für einen solchen Abusus, den Dauergebrauch abschwellender Präparate, lautet Rhinitis medicamentosa oder auch Privinismus.

Abhängigkeit vorbeugen

Um einer solchen Abhängigkeit vorzubeugen, sollten abschwellende Präparate erst dann eingesetzt werden, wenn die Atmung durch beide Nasenlöcher erheblich eingeschränkt ist. Zunächst sollte versucht werden, sich durch alternative Maßnahmen wie beispielsweise die Spülung der Nase mit einer Nasendusche Linderung zu verschaffen. Um die Nasenatmung zu erleichtern, können auch Nasensalben mit ätherischen Ölen eingesetzt werden. Diese wirken kühlend und haben dadurch den „Nase-frei“-Effekt. Nicht geeignet sind solche Salben jedoch für Kleinkinder und Säuglinge. Weitere Maßnahmen sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (heißer Tee, heiße Zitrone) und bei Rauchern der Nikotinverzicht.

Auf die richtige Konzentration kommt es an

Für Nasenspülungen – um den abschwellenden Effekt zu erzielen – sollen Salzlösungen verwendet werden, in denen die Konzentration auf die des Körpers abgestimmt ist. In der Regel sind das 0,9%ige Salzlösungen (0,9 g Salz in 100 ml Wasser gelöst). Das verwendete Wasser sollte vor Gebrauch abgekocht und auf Körpertemperatur abgekühlt werden. Durch die Befeuchtung der Nasenschleimhaut kann man sogar Erkältungskrankheiten vorbeugen, denn gerade in der jetzt anstehenden kalten Jahreszeit werden die Nasenschleimhäute durch die trockene, überheizte Raumluft besonders gereizt.