Neu eingewanderte Hyalomma-Zecken gesichtet

Bild: Stockwerk-Fotodesign/AdobeStock

Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehrere Exemplare der tropischen Hyalomma-Zecke in Deutschland gefunden. Nun ist das exotische Spinnentier erneut bei uns aufgetaucht. Doch dieses Jahr scheint die Art einen Schritt weiter zu sein: Die Tiere haben offenbar in hiesigen Gefilden überwintert. 

Fünf Zecken in einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen, eine auf einem Pferd in Niedersachsen: „Wir haben die ersten Nachweise dieses Jahres von Hyalomma-Zecken in Deutschland", meldet Professorin Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. „Und diesmal müssen wir davon ausgehen, dass die Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten."

Tropische Zecke erstmals in Deutschland überwintert

Während die im vergangenen Jahr gefundenen Hyalomma-Exemplare wahrscheinlich noch mit Zugvögeln eingeschleppt wurden, dürfte das diesmal nicht der Fall sein. Denn die Tiere befinden sich im Larven- oder Nymphenstadium an den Zugvögeln. Die jetzt gefundenen erwachsenen Zecken hätten sich aber in dem relativ kurzen Zeitraum, in dem die Zugvögel wieder bei uns sind, gar nicht bis zur ausgewachsenen Hyalomma entwickeln können. Die Forscher wollen nun im Auge behalten, ob die wärmeliebende Hyalomma-Zecke in Deutschland tatsächlich heimisch wird. Vom Klimawandel könnte sie profitieren.

Auffallende Erscheinung

Die Hyalomma-Zecke ist leicht zu erkennen: Sie ist bis zu dreimal größer als heimische Zecken und hat auffallend geringelte Beine. Die erwachsenen Zecken saugen Blut vor allem an großen Tieren. Auch der Mensch ist ein potenzieller Wirt. In ihrer Heimat – Afrika, Asien und Südeuropa – überträgt Hyalomma den Erreger des Hämorrhagischen Krim-Kongo-Fiebers sowie Fleckfieber auslösende Rickettsien. Ob die Zecke diese gefährlichen Krankheiten auch in Deutschland überträgt, ist noch unklar. 

Funde bitte melden

Die Hohenheimer Zecken-Experten bitten die Bevölkerung weiterhin um Mithilfe bei der Erforschung dieser Zecken. Verdächtige Funde sollten daher zugesendet werden. Weitere Informationen unter https://zecken.uni-hohenheim.de/.

Quelle: Universität Hohenheim