COVID-19-Impfung
Corona-Pandemie
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Sinkt die Ansteckungsgefahr nach einer Biontech-Impfung?

Großaufnahme eines Muster-Vials des Biontech-Impfstoffs
Kann der Impfstoff von Biontech/Pfizer auch schon eine mögliche Ansteckung verhindern? | Bild: Martin Wagner / Imago Images

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer verhindert einer Analyse britischer Daten zufolge auch schon bloße Ansteckungen mit dem Coronavirus. Das Risiko für eine Infektion sinke nach der ersten der beiden vorgesehenen Dosen wohl um rund 70 Prozent, nach der zweiten um etwa 85 Prozent, jeweils verglichen mit dem Risiko ungeimpfter Menschen, teilte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England unter Berufung auf vorläufige, noch nicht von unabhängigen Experten geprüfte Daten mit.

Kann die Übertragung des Virus unterbrochen werden?

„Das deutet darauf hin, dass das Vakzin auch dabei helfen könnte, die Übertragung des Virus zu unterbrechen, weil man das Virus nicht weitergeben kann, wenn man nicht infiziert ist“, hieß es in der Mitteilung. Die Werte gehen auf die „Siren“-Studie zurück, bei der für eine Gruppe von etwa 40.000 Mitarbeitern aus dem Gesundheitsbereich regelmäßig Fragebögen zu Symptomen, Abstriche und Blutserum-Proben analysiert werden.

Daten über Ansteckungsrisiko noch vage

Am Wochenende waren bereits Ergebnisse einer bislang unveröffentlichten Publikation von Biontech/Pfizer zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium bekannt geworden, der zufolge der Impfstoff „hocheffektiv“ bei der Verhinderung von Infektionen mit SARS-CoV-2 ist. Der Anteil der Menschen mit vollem Impfschutz, der in einem bestimmten Zeitraum positiv auf Corona getestet wurde, war demnach wesentlich niedriger als der Anteil bei den Nichtgeimpften. Die Studienautoren schreiben von einer Effektivität von 89,4 Prozent. Sie geben allerdings selbst zu bedenken, dass der Effekt durch ihre Herangehensweise überschätzt sein könnte. Auch Experten halten den Wert für vorerst wenig belastbar.

Bestätigt sich künftig durch weitere Analysen, dass die derzeit eingesetzten Impfstoffe die Weitergabe des Virus deutlich reduzieren, ließe sich die Pandemie mit den laufenden Impfkampagnen effektiv ausbremsen – und das umso schneller, je zügiger große Teile der Bevölkerung geimpft werden.

EU-zugelassene Impfstoffe: Bisher nur Wirksamkeit gegen COVID-19 bestätigt

Daten für die drei in der EU zugelassenen Impfstoffe gibt es bisher nur mit Blick darauf, wie gut sie vor COVID-19 schützen. Der Wirkstoff von Biontech/Pfizer kommt dabei auf Wirksamkeitswerte von mehr als 90 Prozent. Unklar war bislang, ob die Impfstoffe nur dafür sorgen, dass Infizierte seltener Symptome entwickeln, oder auch vor der Infektion als solcher schützen. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn um die Pandemie schnellstmöglich einzudämmen, sollten sich so wenige Menschen wie möglich infizieren.

Briten fühlen sich in ihrer Impfstrategie bestärkt

Die britische Regierung fühlt sich von der Auswertung der bisher im Land erfassten Daten in ihrer Impfstrategie bestärkt, bei der viele Menschen schnellstmöglich eine erste Impfung erhalten sollen. Die zweite Dosis wird erst nach bis zu zwölf Wochen verabreicht.

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