Tuberkulose – auch in Deutschland ein Thema

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Täglich sterben weltweit 4.000 Menschen an Tuberkulose. In Deutschland ist die Krankheit zwar sehr selten geworden. Dennoch wurden in den beiden vergangenen Jahren wieder höhere Fallzahlen gemeldet. Der Welt-Tuberkulosetag am 24. März ist eine gute Gelegenheit, auch in der Apotheke auf die Infektionskrankheit aufmerksam zu machen.

Gestiegene Fallzahlen

In den Jahren 2015 und 2016 ist die Tuberkulose in Deutschland wieder etwas häufiger geworden: Es wurden jeweils fast 6.000 Erkrankungsfälle gemeldet. Die Rate liegt nun auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuletzt vor etwa zehn Jahren. Der aktuelle Anstieg der Tuberkulosediagnosen ist durch die Flüchtlingsströme zu erklären. Dennoch stammt ungefähr jeder dritte Patient aus Deutschland.

Zu Ehren Robert Kochs – Welttuberkulosetag am 24. März

Die Tuberkulose wird durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis verursacht. Der deutsche Mediziner Robert Koch identifizierte das Bakterium vor 135 Jahren. Seine Entdeckung gab er am 24. März 1882 bekannt. Daran erinnert der jährliche Welt-Tuberkulosetag am 24. März.

Eventserie - „Charité“

In der ARD startete diese Woche die Eventserie „Charité“ zur Geschichte des ältesten Krankenhaueses Berlins. In der Charité wirkten namhafte Persönlichkeiten wie Rudolf Virchow, Paul Ehrlich und Robert Koch. Dieser entdeckte 1882 den Tuberkulose-Erreger. In den ersten beiden Folgen „Barmherzigkeit“ und „Kaiserwetter“ geht es zum einen um den damals revolutionären operativen Eingriff der Blinddarmentfernung, und um Robert Koch auf der Suche nach einem Heilmittel gegen die Tuberkulose.

Hier können Sie sich die Folgen der Serie in der ARD-Mediathek ansehen: http://www.ardmediathek.de/tv/Charit%C3%A9/Sendung?documentId=41166222&bcastId=41166222

Risiko für enge Kontaktpersonen

Übertragen wird die Tuberkulose meist von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion. Das Ansteckungsrisiko für die Allgemeinbevölkerung ist aber eher gering. Denn eine Ansteckung mit Mycobacterium tuberculosis erfolgt grundsätzlich nicht so leicht wie mit anderen über die Luft übertragbaren Erregern, beispielsweise Masern- oder Windpockenviren. Gefährdet sind vor allem enge Kontaktpersonen eines Patienten mit offener Lungentuberkulose. Unter einer offenen (infektiösen) Lungentuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen der Krankheitsherd Anschluss an die Luftwege hat und damit Bakterien an die Umwelt abgegeben werden können.

Latente Infektion kann reaktivieren

Selbst nach einer Ansteckung mit dem Tuberkulose-Erreger erkranken nur bis zu 15 Prozent der Infizierten (bei Kindern bis zu 40 Prozent). In den meisten Fällen gelingt es dem Organismus, die Tuberkulosebakterien erfolgreich zu bekämpfen oder sie abzukapseln und damit die Infektion dauerhaft einzugrenzen (latente Infektion). Doch auch Jahrzehnte nach der Infektion kann es noch zu einer Erkrankung an Tuberkulose kommen (sogenannte Reaktivierung), insbesondere dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Aufgepasst bei verdächtigen Symptomen

Bei etwa 80 Prozent der Patienten befallen die Tuberkulose-Erreger die Lunge. Husten mit gelegentlichen Blutbeimengungen sowie Müdigkeit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust können Symptome einer Lungentuberkulose sein. Wer länger als drei Wochen hustet, sollte sich unbedingt untersuchen lassen. In selteneren Fällen breiten sich die Bakterien über die Lymph- oder Blutbahn im Körper aus und können auch andere Organe befallen. Dazu gehören zum Beispiel Lymphknoten, Rippenfell, Nieren oder Harnwege. Seltener sind Knochen, Gelenke, Wirbelsäule, Verdauungstrakt oder das zentrale Nervensystem betroffen.

Wichtig: früh erkennen und behandeln

Zum Nachweis einer latenten Infektion stehen derzeit der Tuberkulin-Hauttest (THT) mittels Mendel-Mantoux-Methode sowie Interferon-Gamma-Tests zur Verfügung. Der direkte Erregernachweis erfolgt in der Regel aus Sputum oder Bronchialsekret. Nach wie vor spielt auch der Röntgeneinsatz zur Diagnose und Verlaufsbeurteilung der Lungentuberkulose eine wichtige Rolle. Frühzeitig erkannt, lässt sich eine Tuberkulose gut behandeln und heilen. Es wird dabei immer eine Kombinationstherapie eingesetzt. Sie muss konsequent über mehrere Monate erfolgen. Zu den wichtigen Substanzen zählen Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol, Pyrazinamid und Streptomycin. Wegen zunehmender Resistenzen muss aber auch immer wieder zu sogenannten Reservemedikamenten gegriffen werden.

Weitergehende Informationen

Allgemeinverständliche Informationen rund um die Tuberkulose gibt es zum Beispiel von Infozentrum für Prävention und Früherkennung (https://www.vorsorge-online.de/patienten/vorsorgefinder/ipf-faltblaetter/tuberkulose/) sowie von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/tuberkulose/). Noch tiefergehend kann man sich auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (www.rki.de) informieren.

Quellen: Robert Koch-Institut; IPF Infozentrum für Prävention und Früherkennung;
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Ulrike Weber-Fina
Diplom-Biologin, Fachjournalistin
onlineredaktion@ptaheute.de