Umfrage: Vertretungsbefugnis für PTA – was halten Sie davon?

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Am gestrigen Montag haben Vertreter der Apothekengewerkschaft Adexa mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unter anderem über Kompetenzerweiterungen für PTA gesprochen. In diesem Zusammenhang wird seit Jahren auch immer wieder eine Vertretungsbefugnis für PTA thematisiert. Was halten Sie davon? Wäre es wünschenswert, wenn PTA vertreten dürften? Nehmen Sie an der Umfrage von DAZ.online teil.

Derzeit dürfen sich Apothekenleiter laut § 2 der Apothekenbetriebsordnung nur von anderen Apothekern, Apothekerassistenten oder Pharmazieingenieuren vertreten lassen. Bei den beiden letzteren Berufsgruppen gibt es allerdings Auflagen und Einschränkungen. So muss beispielsweise der Apothekerassistent oder Pharmazieingenieur vor dem Vertretungsbeginn mindestens sechs Monate hauptberuflich in einer öffentlichen Apotheke oder Krankenhausapotheke beschäftigt gewesen sein. Der Leiter einer krankenhausversorgenden Apotheke sowie der Leiter einer Hauptapotheke im Filialverbund kann sich nicht durch einen Apothekerassistenten oder Pharmazieingenieur vertreten lassen. Ebenso ist die Vertretung durch diese beiden Berufe ausgeschlossen, wenn in der Apotheke gestellt oder verblistert wird oder Arzneimittel zur parenteralen Anwendung hergestellt werden.

Diese Regelungen werden allerdings in absehbarer Zeit überholt sein, wenn die letzten Apothekerassistenten oder Pharmazieingenieure das Rentenalter erreicht haben. 2017 waren laut ABDA-Statistik noch 5.591 in öffentlichen Apotheken tätig. Noch schwerer als das Aussterben dieser Berufsgruppen dürfte der allgemeine Mangel an Fachkräften wiegen, der die Suche nach einer Vertretung nicht erleichtert.

Wäre es vielleicht eine Lösung, PTA gewisse Vertretungsbefugnisse einzuräumen? Im Zusammenhang mit der Diskussion um mögliche Kompetenzerweiterungen für die Berufsgruppe der PTA wird seit Jahren immer wieder auch darüber gesprochen. Zumindest der Bundesverband der PTA (BVPTA) hatte dies immer wieder mal ins Spiel gebracht. Auch beim gestrigen Gespräch von Adexa-Chef Andreas May und Tanja Kratt, der Leiterin der Tarifkommission in der Gewerkschaft, mit Jens Spahn war eine Vertretung durch PTA wohl ein Thema. Ob das BMG dieses Thema aufgreifen will, blieb aber unklar.

Online-Umfrage von DAZ.online

Was halten Sie davon, als PTA Vertretungsbefugnisse wahrzunehmen? Natürlich unter noch zu definierenden Bedingungen, zum Beispiel einer Zusatzqualifikation und einer entsprechenden Honorierung. Nehmen Sie an der Umfrage teil!


Julia Borsch
Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online.de
Cornelia Neth
PTA, Chefredakteurin PTAheute.de, Leitung der Online-Redaktion
onlineredaktion@ptaheute.de