Vaxigrip Tetra: Passiver Grippeschutz für Säuglinge

Wird eine Schwangere mit Vaxigrip Tetra geimpft, immunisiert das auch das Baby.

Bild: Africa Studio/AdobeStock

Die passive Immunisierung von Säuglingen durch Impfung der schwangeren Mutter ist ab sofort mit dem Influenza-Impfstoff Vaxigrip Tetra® möglich. Denn wie Hersteller Sanofi Pasteur bekannt gab, hat der tetravalente Grippeimpfstoff eine Zulassungserweiterung erhalten.

Die Vorbereitungen für die nächste Grippesaison sind längst angelaufen. Nun steht die zweite Saison vor der Tür, in der die tetravalenten Impfstoffe auf Kassenkosten zum Einsatz kommen dürfen. Sanofi Pasteur hat am vergangenen Freitag bekannt gegeben, dass sein Grippeimpfstoff Vaxigrip Tetra® in Deutschland seine Anwendungsbreite vergrößert hat: Auch Säuglinge unter sechs Monaten können jetzt passiv durch eine Impfung der Schwangeren immunisiert werden. Dass Schwangere geimpft werden dürfen, wird nun explizit in den informierenden Texten erwähnt. Auch die passive Immunisierung von Säuglingen wird extra betont.

Erweiterte Indikation laut Fachinformation

Somit lautet die Indikation in der Fachinformation nun wie folgt:


„Vaxigrip Tetra ist zum Schutz vor Influenza indiziert, die durch zwei Influenza-A-Virussubtypen und zwei Influenza-B-Virustypen verursacht wird, welche im Impfstoff enthalten sind:

  • zur aktiven Immunisierung von Erwachsenen, einschließlich schwangeren Frauen, und Kindern ab einem Alter von 6 Monaten und älter,
  • zum passiven Schutz von Säuglingen ab der Geburt bis zu einem Alter von weniger als 6 Monaten nach der mütterlichen Immunisierung während der Schwangerschaft.“

Keine gesonderte Zulassung bei Konkurrenz-Produkten

In den anderen tetravalenten Totimpfstoffen Influsplit® Tetra und Influvac® Tetra informieren die Fachinformationen lediglich:


„Inaktivierte Grippe-Impfstoffe können während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Verglichen mit dem ersten Schwangerschaftstrimester liegen für das zweite und dritte Schwangerschaftstrimester größere Sicherheitsdatensätze vor. Daten
aus der weltweiten Anwendung von Grippe-Impfstoffen zeigen jedoch keine unerwünschten fötalen und maternalen Beeinträchtigungen durch den Impfstoff.“

Eine extra Zulassung liegt nicht vor – weder für Schwangere noch für Säuglinge unter sechs Monaten.

So funktioniert der passive Impfschutz bei Säuglingen

Schwangere, die sich mit Vaxigrip Tetra® gegen Grippe impfen lassen, bilden Antikörper, die über die Plazenta an das Ungeborene übertragen werden. Diese bieten dem Neugeborenen bis zu einem Alter von weniger als sechs Monaten einen passiven Impfschutz. Das Neugeborene verfüge durch die passive Immunisierung bereits über einen entsprechenden Nestschutz ab dem ersten Tag, erklärt Sanofi in einer Mitteilung. Damit biete der Vierfachimpfstoff den breitesten Impfschutz gegen Influenza.

Lebendimpfstoffe erst ab 2 Jahren

Babys selbst dürfen ab einem Alter von sechs Monaten geimpft werden. Dafür zugelassen sind Influsplit® Tetra und Vaxigrip® Tetra, während Mylans Influvac® Tetra erst ab einem Alter von drei Jahren die Zulassung hat. Neben den beiden zugelassenen Totimpfstoffen gibt es noch einen Lebendimpfstoff: Fluenz® Tetra (AstraZeneca). Der Lebendimpfstoff ist erst ab einem Alter von zwei Jahren zugelassen und darf bei Kindern bis 17 Jahre verabreicht werden. Für Kinder unter zwei Jahren eignet sich Fluenz® Tetra nicht, da man hier eine erhöhte Rate an Krankenhauseinweisungen – meist aufgrund von Infektionen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege – beobachtet hat, ebenso ein vermehrtes Auftreten von Giemen.

Über Vaxigrip Tetra

Vaxigrip Tetra® ist ein Grippeimpfstoff mit vier Influenzavirus-Subtypen. Wie von der WHO empfohlen, enthält er in dieser Saison die zwei A-Stämme (A/H1N1 Brisbane und A/H3N2 Kansas) und die zwei B-Linien (B/Colorado und B/Phuket) des Grippevirus.

Kirsten Sucker-Sket
Korrespondentin der Deutschen Apotheker Zeitung
onlineredaktion@ptaheute.de
Celine Müller
Apothekerin, Redakteurin, Stuttgart
onlineredaktion@ptaheute.de